Gerade noch haben die Korken geknallt, die das Jahr 2018 einleiteten. Jetzt ist es quasi schon wieder vorbei. Für mich ist in diesem Jahr so einiges passiert. Klar könnte man jetzt auf die Entwicklungen der Autobauer im E-Mobilität Bereich verweisen – Tesla, Daimler, BMW, VW, Renault, Nissan usw. Ich finde es aber viel interessanter, was in anderen, vielleicht nicht ganz so großen Bereichen stattgefunden hat: innovative Ideen von Startups, Testfelder, neue Sharing-Modelle und Taxi-Ideen, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz. Und das meiste davon passiert(e) in Deutschland!

Die Last Mile 2018 ganz groß

Mein Mobilitätsjahr war anfangs geprägt durch die Elektrifizierung der Last Mile. Startups wie Nüwiel aus Hamburg, die Tübinger Velocarrier oder auch die StreetScooter von Milk&More in Großbritannien. Zwei von drei sind gar fahrradbasiert. Nüwiel eröffnet mit seinem elektrisch betriebenen Anhänger ganz andere Möglichkeiten, auch schwere Lasten bequem mit normalen Rädern zu transportieren. Velocarrier dagegen hat ein all inclusive Lastenrad im Angebot: Die Anhängerbox sitzt schon hinten auf. In der Stuttgarter Innenstadt gehören sie mittlerweile fast schon zum Alltagsbild dazu. 

Der Traum vom Fliegen

Für mich ist 2018 auch ein Jahr der gestaltannehmenden Träume: Fliegen statt im Stau stehen – und das alles elektrisch. Wer wäre da nicht sofort dabei? Mit Volocopter und mit Lilium werden diese Träume immer realer. Und wenn es nach den beiden Startups geht, dann natürlich schon sehr bald sehr real. 

Autonome Geschäftsideen – KI-basiert

Mit dem EZ-GO von Renault und dem CLOUi von Paravan kamen über’s Jahr auch immer wieder Konzepte für den autonomen öffentlichen Nahverkehr auf den Tisch. Der Berlkönig von ViaVan passt da zwar nicht ganz ins Schema, aber auch er integriert in gewisser Weise mit seinem Buchungssystem und Fahrtenstruktur die Künstliche Intelligenz. Diese KI spielt eine immer größere Rolle. Auch das hat 2018 gezeigt. Klar für’s autonome Fahren ist sie quasi unerlässlich. Aber auch im Bereich Parken – wie es AIPARK nutzt – oder der Instandhaltung von Straßen, wie bei Vialytics gesehen, kommt KI zum Einsatz. Und dann sind da natürlich noch die Konzepte für den optimalen Weg zum Ziel, die alle Fortbewegungsmittel vereinen und daraus die beste Variante auswählen. 

Künstliche Intelligenz – Lösung für alles?

Ohne KI wird sich in Zukunft eher weniger weiterentwickeln. Momentan wird sie ja als Allheilmittel angepriesen. Daher bin ich hier sehr gespannt, was sich so tun wird. Nicht nur auf der technischen Seite. Auch auf der regulatorischen – fallen bei den Prozessen doch eine Unmenge an Daten an. Die Bundesregierung „ist dran“, wie sie auf dem Nürnberger Digitalgipfel so schön gesagt hat. Aber fragt man sich ein bisschen durch, merkt man, dass eigentlich jeder Bereich sich erstmal „durchwurschtelt“ auf gut schwäbisch, um überhaupt erstmal Regeln aufstellen zu können. Nichts genaues weiß man eben noch nicht.

Die E-Allee der EnBW

Eine letzte Sache, die in 2018 begonnen hat und nun bis ins Frühjahr 2019 verlängert wurde, ist die E-Mobility Allee der EnBW auf den Ostfildern (Stuttgart). 10 (unterschiedliche) E-Autos, 10 Familien, 1 Stromnetz. Ursprünglich auf 6 Monate angesetzt, wurde das Projekt über den Winter verlängert. Man erhofft sich noch mehr Erkenntnisse während der kalten und dunklen Jahreszeit – wenn mal das Stromnetz durch Heizungen, Lampen etc. noch mehr gefordert wird. Denn im heißen Sommer 2018 war es doch möglich ziemlich stromsparend zu leben. Diese Erkenntnisse – über Stresstests und Schwankungen im Netz und wie diese mit Lademanagement-Lösungen aufgefangen werden können – diese werden 2019 solche sein, auf die ich ebenfalls gespannt bin. Und zudem wie es mit der Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse z.B. auf das gesamte Stuttgarter Netz aussieht. 

2019 kann kommen!

Es ist viel passiert in 2018. Und mit all diesen Entwicklungen freue ich mich sehr auf 2019!