Deutschland produziert Ökostrom, transportiert diesen jedoch nicht ab. Mit einem groß angelegten „Aktionsplan Stromnetz“ will Wirtschaftsminister Altmaier den schlimmsten Engpass der Energiewende schnellstmöglich beseitigen und den Netzausbau voran treiben. Ein schnellerer Netzausbau soll zu mehr Klimaschutz führen und auch die eMobilität würde profitieren.

Problem Leitungsausbau

Die meisten vorherigen Amtsvorgänger unterschätzten das Problem des Leitungsausbaus. Immer öfter muss man die Milliarden teuren und subventionierten Windparks in Norddeutschland abregeln, weil die unterdimensionierten Kabel überfordert sind. 2015 wollte man mit der Energiewende deutschlandweit die Trassen auf einer Länge von 1800 Kilometern ausbauen. Drei Jahre später ist man mit 800 km noch nicht mal zur Hälfte fertig.

Redispatch: Ausgleichende Eingriffe ins Stromnetz

Bei starkem Wind fehlen bisher die Kapazitäten um Strom abzutransportieren. Die Folge ist das anderorts Windkraftanlagen gegen Entschädigung abgeregelt werden müssen, um das Netz zu entlasten. Die Anweisung zur Verschiebung der Stromproduktion wird mit dem Begriff Redispatch bezeichnet. Es ändert sich nicht die Summe der Stromeinspeisung sondern nur die örtliche Verteilung der Produktion und die Kosten des Redispatchs werden auf die Netznutzungsentgelte umgelegt. 2014 betrugen die Kosten für die Eingriffe in das Netz rund 440 Millionen Euro, 2017 bereits 1,4 Milliarden Euro und die Bundesnetzagentur schätzt die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen in wenigen Jahren bei rund vier Milliarden Euro pro Jahr. Das hier der Ausbau des Netzes Priorität dürfte selbst für den Laien ersichtlich sein.

„Schnellerer Netzausbau führt zu mehr Klimaschutz“

Somit ergibt sich der logische Schluss, ein „schnellerer Netzausbau führt zu mehr Klimaschutz“ Kapferer BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.

eMobilität und der Netzausbau

„Künftig wird Strom auch im Verkehr und im Wärmmarkt eine stärkere Rolle spielen.“ BDEW Die Elektromobilität stellt viele neue Herausforderungen an die Politik und die Industrie. Dabei steht im Mittelpunkt die Versorgungslage der Elektroautos. Eine neue Studie der Technischen Universität München hat aufgezeigt, dass das deutsche Stromnetz auf einen Boom von Elektroautos nur unzureichend vorbereitet ist. (Studie, die dem Handelsblatt vorliegt). Die Forscher haben angegeben, dass ab einer eAuto Quote von 30 Prozent Engpässe bei der Stromversorgung zu erwarten sind. Momentan sind von den 46 Millionen Pkws in Deutschland weniger als ein Prozent reine Stromer.

Mögliche Blackouts

„Wenn alle gleichzeitig um 20.00 Uhr ihr Auto mit Strom volltanken, knallt es im Netz“, sagte Energieexperte Thomas Fritz von Oliver Wyman dem „Handelsblatt“.

Diese sogenannten Lastspitzen können die Leistung von Spitzenlastkraftwerken erforderlich machen. Diese werden zur Bewältigung akuter Ausfälle eingesetzt, wenn Grundlast- oder Mittelastkraftwerke die Versorgung nicht mehr garantieren können. Die Lastspitze ist eine für die Netzbetreiber sehr aufwendige Nachfrage nach Strom, vergleichbar mit einem unerwarteten Kundenansturm, der kurzfristig die Regale leer räumt.

Lastspitzen nicht zu erwarten

Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) und der Bundesverband Windenergie argumentieren gegen solche Positionen. Elektroautos seien keine Gefahr für das Stromnetz und Engpässe seien nicht zu erwarten. Denn Lastspitzen würden nur entstehen, wenn alle Autos gleichzeitig geladen werden würden und dieser Fall ist nach Einschätzung des Verbands genau nicht zu erwarten.

„Das durchschnittliche Auto in Deutschland fährt laut Kraftfahrtbundesamt 14.000 Kilometer im Jahr, das sind knapp 40 Kilometer beziehungsweise eine Stunde Fahrzeit am Tag“, sagte BEM Präsident Sigl. „Im Schnitt steht ein Auto also 23 Stunden am Tag, das lässt viel Zeit zum Nachladen.“ (dpa)

Fazit

Der Leitungsausbau ist ein wichtiges Thema, damit die eMobilität und sauber erzeugter Strom voranschreiten können. Viele Elektromobilitäsgegner sprechen oft davon, dass eAutos zwar mit Strom unterwegs sind, jedoch die Herstellung des Stroms die Umweltbilanz dieser Wagen extrem verschlechtert. Sieht man sich die steigenden Kosten für ausgleichende Eingriffe ins Stromnetz merkt man schnell, dass das Problem an einer anderen Stelle vorherrscht. Die Politik muss für mehr Verlässlichkeit beim Netzausbau sorgen, damit die hergestellten erneuerbaren Energie abtransportiert werden können und nicht im Netz verloren gehen. So können dann auch elektrische Autos schrittweise mit mehr „sauber“ hergestelltem Strom versorgt werden und positiv dazu beitragen, den Klimaschutz voran zu treiben.

 

3 KOMMENTARE

  1. Die Technischen Universität München läst jetzt Putzfrauen die Studien machen? Nein, die hätten warscheinlich nicht so´n blödsinn geschrieben.
    Mit diesem Ansatz muß man auch fordern das Tankstellennetz für Verbrenner massiv auszubauen. Denn wenn die 46Mio Verbrenner alle um 20:00 Uhr an die Tankstelle fahren – dann Knallts.
    Also liebe TU München lasst eure Leute ab und zu mal raus ins richtige Leben, vieleicht bekommen die dann wieder eien Bezug zur Realität.

  2. […] Diese sogenannten Lastspitzen können die Leistung von Spitzenlastkraftwerken erforderlich machen. Diese werden zur Bewältigung akuter Ausfälle eingesetzt, wenn Grundlast- oder Mittelastkraftwerke die Versorgung nicht mehr garantieren können. Die Lastspitze ist eine für die Netzbetreiber sehr aufwendige Nachfrage nach Strom, vergleichbar mit einem unerwarteten Kundenansturm, der kurzfristig die Regale leer räumt. […]

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