Der Schweizer E-Bike Sharing Anbieter Smide ändert seinen Namen zu Bond und setzt auf internationale Expansion. Wobei der neue Name ‘Bond’ nichts mit dem britischen Agenten des MI6 zu tun hat. Bond steht für Bike on Demand und ist international besser verständlich, als das in 2016 gegründete Smide. Die Schweizer sind bislang in Zürich und Bern mit ihrem Premium-S-Pedelec Sharing vertreten und arbeiten an dem Sprung nach Finnland und Deutschland.

Internationale Expansion von Bond nach Helsinki und München

Jetzt ist also der Startschuss für die geplante Internationalisierung erfolgt. Zunächst werden die Flotten in den Städten Zürich und Bern weiter ausgebaut. Die erste Stadt im europäischen Ausland für den Sharing Anbieter Bond ist Helsinki. In der Bond App ist die Buchung der E-Bikes in Helsinki bereits seit April möglich. Als nächste Lokation scheint die bayerische Landeshauptstadt München vorgesehen, denn hier sucht Bond Zweiradmechatroniker.

Die Fahrzeugflotte der Schweizer Sharing Anbieter

Die Pedelec-Flotte von Bond wurde im Rahmen des Re-brandings mit neuen E-Bikes ausgerüstet. Jene sind bis zu 45 km/h schnell und können via der Bond App gebucht werden. Bond setzt auf ein free-floating Sharingmodell, das bedeutet, dass die E-Bikes im Anschluss an die eigene Fahrt an einem beliebigen öffentlich zugänglichen Ort abgestellt werden können. Für die Nutzung der Fahrzeuge sind mindestens ein Mofa-Führerschein und ein Helm Pflicht, den die Schweizer im ‘Körbli’ zur Verfügung stellen. Die Reichweite des Bond E-Bikes ist mit 150 km großzügig ausgelegt, eine Smartphone Halterung erleichtert das Navigieren.

Bond E-Bike Sharing expandiert nach München
Screenshot der Bond App – verfügbare E-Bikes in Zürich

Was kostet die Nutzung der Bond E-Bikes?

Der Preis für eine Fahrt mit einem Bond E-Bike setzt sich zusammen aus einer fixen Aktivierungsgebühr für das Entsperren und einem Preis pro gefahrenem Kilometer. Während sich das Bond E-Bike im Parkmodus befindet, wird ein niedrigerer Minutenpreis berechnet.

Die Abrechnung nach gefahrenen Kilometern ist neu bei Bond. Der Anbieter möchte seinen Nutzern den Zeitdruck bei der Fahrt nehmen und somit generell die Verkehrssicherheit erhöhen. Zusätzlich werden neue Abos für Viel- und für Gelegenheitsfahrer angeboten, die Monats- oder gar Jahrespreise beinhalten. Mit der Expansion in das Ausland werden die Preise pro Stadt variieren, es ist also ratsam, die Konditionen jeweils vor Ort querzuchecken.

Der Ferrari unter den Bikes – so titulierte der Tagesanzeiger in Zürich

Der Tagesanzeiger aus Zürich beschrieb bereits 2018 die (damals noch unter dem Brand Smide fahrenden) Bikes des Sharing Anbieters als “den Ferrari unter den Bikes“. “Der Sportwagen unter den Zürcher Leihvelos,” sei “schnell und wegen des grossen Akkus sauschwer, also gefährlich”. Mit 45 km/h als möglicher Geschwindigkeit auf dem E-Bike ist nicht nur in der Schweiz, sondern übrigens auch in Deutschland, ein Führerschein, in der Schweiz Führerausweis genannt, vorgeschrieben. Dafür genieße man mit den E-Bikes des Anbieters höchsten Komfort, den Akkutausch inklusive. Kein Wunder also, dass gerade im recht anspruchsvollen, weil hügeligen Umland Zürichs, die E-Bikes einen so großen Erfolg aufweisen.

Clevere Kooperation zur Kundenakquise mit der ETH Zürich

Clever auch die Vorgehensweise bei der Expansion der Sharing E-Bikes in Zürich. Die Bond Bikes erfreuen sich an der am Osthang Zürichs oberhalb des Niederdorfs residierenden Eidgenössischen Hochschule ETH größter Beliebtheit. Mit einem Bonus und dem Zugriff auf exklusive Ladestationen direkt an der Hochschule werden die ETH Studenten akquiriert. Wenn sie das E- Bike an einer der Ladestationen auf dem Campus Hönggerberg (HCI) und im Zentrum (CAB) anschliessen, so gibt es Freifahrten. Beide Ladestationen finanziert die ETH. Bond selbst erteilt nach dem Ladevorgang allen Nutzerinnen und Nutzern eine Gutschrift von fünf Franken für die nächste Fahrt. So geht effiziente Kundenakquise.

Unser Fazit zum Re-Branding und zur internationalen Wachstumsstrategie von Bond

Natürlich ist das Verleihen von Fahrrädern in europäischen Städten kein Novum. Die Bikes von Nextbike, Lime, Jump, oBike oder Wind stehen an vielen Orten in den Großstädten oder werden in den kleineren Städten lokal von den Stadtwerken angeboten.

Jetzt kommt zusätzlich der ‘Ferrari unter den Bikes’, so wie es der Tagi so schön formuliert, nach München. Von daher ist der Mofa-Führerschein eine gewisse Hürde, aber der Fahrkomfort und die Geschwindigkeit werden im Vergleich zu den bisher verfügbaren Sharing Fahrzeugen eine neue Dimension für Bike-Sharing an den Tag bringen. Ich vergleiche das gerne mit den Unterscheiden zwischen den E-Scootern und den E-Mopeds. Mit diesen E-Mopeds lassen sich komfortabel längere Distanzen in der Stadt und im Umland zurücklegen, als im Vergleich zu den E-Tretrollern für die Kurzstrecke.

Gerade heute, bei der derzeit erlebten Renaissance des Fahrradfahrens auf unseren Straßen, erscheint die Zeit reif für einen Sharing Anbieter wie Bond. Nicht nur im Namen ihrer Majestät.

Bond E-Bike Sharing expandiert nach München
Bildrechte: Bond E-Bike Sharing – Presseseite