Für mich ist es ja immer noch ein echtes Wunder. Da bringen die Münchner bereits im Jahr 2013 ein Elektroauto auf den Markt und bauen den Bestseller über viele Jahre hinweg. Zugegebenermaßen gab es damals noch recht wenig Konkurrenz im Bereich der elektrischen Autos. Erst mit der Einführung des Renault ZOE und des e-Golf gerieten die BMW i3 ein wenig ins Hintertreffen.

Verwunderlich war für mich in dieser Zeit jedoch, dass BMW nicht nachlegte. Gut, der BMW i8 als Hybrid gilt immer noch als echter Hingucker, aber ich selbst hatte Mitte des letzten Jahrzehnts immer das Gefühl, dass bei BMW die Elektrofahrzeuge mit Handbremse betrachtet wurden. Im übertragenen Sinne natürlich…

Mit dem BMW iX nehmen die Bayern den Kampf um die E-Mobilität auf

Doch jetzt zeigen die Bayern mit ihrem BMW iX, dass sie die Herausforderung Elektromobilität ernsthaft angehen. Ziemlich genau ein Jahr vor dem tatsächlichen Marktstart, zeigte BMW in der letzten Woche Bilder des iX und gab weitere technische Einzelheiten bekannt.

Bildrechte: BMW – der elektrische BMW iX

Im Jahr 2018 präsentierte BMW sein zunächst iNext getauftes Fahrzeugkonzept. Übrig geblieben ist die Kombination iX – mit der Serienversion präsentierte in der vergangenen Woche BMW sein zukünftiges Vorgehen. Vorgestellt wurde mit dem BMW iX ein SUV, das BMW traditionell selbst nicht so nennt, sondern von einem SAV (Sport Activity Vehicle) spricht.

Der BMW iX erinnert an die BMW X5, X6 und X7

Der vorgestellte BMW iX erinnert jedoch an diverse Fahrzeuge, die bereits aus dem gleichen Hause stammen. Von der Seite und in der Länge erkenne ich in dem iX das Format des X5, die Höhe ist ähnlich dem X6 und sein Radformat kommt dem X7 recht nahe. Das Design des BMW iX ist sehr clean, mit seiner betont windschlüpfigen Außenhaut kommt es auf einen Luftwiderstandswert von gerade einmal 0,25 CW. Dazu helfen die bündigen Türgriffe und rahmenlosen Fenster. Keine Frage: die BMW Designer haben hier ganze Arbeit geleistet.

Apropos Design: dem geneigten Betrachter fällt von vorne die überdimensionierte Niere des BMW iX auf. Hier scheiden sich tatsächlich die Geister. Für die Einen ist diese Front eine futuristische Weiterentwicklung des BMW Markenkerns, zu dem die Niere unmissverständlich gehört. Für die Anderen ist diese Front schlichtweg hässlich und nicht mehr zeitgemäß. Zumal die Funktion der Luftzufuhr für ein Elektrofahrzeug so nicht mehr vonnöten ist. Ich selbst halte mich in diesem ‘Streit’ zurück – Schönheit liegt letztlich im Auge des Betrachters.

Im bayerischen Dingolfing beginnt im Sommer 2021 die Serienproduktion des iX. Somit rechnen wir mit der Verfügbarkeit des elektrischen SUV (oder besser SAV) dann in der zweiten Jahreshälfte. Wer weiss: vielleicht schaffen es die Dingolfinger ja bis zum 7. September 2021. An dem Tag beginnt die nach München vergebene IAA Mobility und das wäre natürlich schon ein starkes Stück Bayern: ein neues Elektrofahrzeug präsentiert in der Nachbarschaft – auf dem Messegelände in München Riem.

Ich freue mich letztlich auf das nächste Jahr. Mit BMW steigt (endlich) ein weiterer Hersteller aus Deutschland in den E-Mobilität-Ring ein. Zwar waren die Bayern nie richtig draussen, und mit dem Anfang 2021 verfügbaren iX3 startet ja bereits ein E-Auto von BMW. Die ersten der in China gebauten iX3 Elektrofahrzeuge wurden Mitte November eingeschifft und sind bereits auf dem Weg nach Europa.

Es ist an der Zeit, dem ehemaligen Vorreiter BMW i3 Elektroautos folgen zu lassen, die den Wettbewerb zu den Mercedes-Benz EQ Modellen, den diversen Audi e-tron und nicht zu vergessen den Tesla S, 3, X, Y oder auch den NIO, Fisker und Jaguar i-PACEs nicht scheut. Pack ma’s würden meine bayerischen Landsleute sagen.