Ich gehöre ja eigentlich nicht zu den Freunden von Hybrid-Fahrzeugen. Für mich sind die Hybridautos maximal eine Zwischenlösung auf dem Weg zu effizienten, vollelektrischen Antrieben. So kann ich zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, weshalb die deutsche Bundesregierung diese Hybrid-Elektroautos fördert.

Die Förderung der Hybridautos in Deutschland

Alle Hybridautos, die ab dem 4. November 2019 zugelassen wurden, werden wie folgt gefördert:

Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro, oder 47.600 Euro inkl. Umsatzsteuer, werden mit 4.500 Euro gefördert. In dieser Preisklasse finden wir Hybridautos wie etwa den Hyundai Ionic, den Ford Kuga, die Mercedes-Benz A- und C-Klasse oder den BMW 225 xe Active Tourer.

BMW eDrive Zones bringen Plug-in Hybrid Fahrer zum elektrischen Fahren

Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro (47.600 Euro oder 77.350 Euro jeweils inkl. USt.) werden mit 3.500 Euro gefördert. Diese Hybridautos umfassen Modelle wie den Audi Q5, den BMW X3 oder die Mercedes-Benz E-Klasse.

Ein besonderes Schmankerl bietet die steuerliche Förderung von Plug-in Hybriden als Firmenfahrzeug. Wer einen elektrischen Hybrid-Dienstwagen zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 kauft oder least, kommt in den Genuss der neuen “0,5 Prozent-Regelung“. Arbeitnehmer setzen für die Versteuerung ihres Firmenwagens nur den halben Listenpreis an. Dies gilt ebenso für die pauschale 1 Prozent-Regelung bei Fahrten zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte (0,03 Prozent je Entfernungskilometer). Zeitlich ist diese Förderung begrenzt für diese drei Jahre.

Welche Auswirkungen hat die Plugin-Hybrid Förderung in der Praxis?

Nun, was zunächst als gute Idee zur ‘Gewöhnung’ des deutschen Autofahrers an die Elektromobilität schien, ist in Wahrheit eine Mogelpackung. Das erkennen vor allem die Leasinganbieter, die in diesen Monaten die ersten Firmenfahrzeuge zurückerhalten. Hier ist häufig das beigefügte Ladekabel für den Plug-in Hybriden noch originalverpackt, also ungenutzt. Den Fahrern ging es ausschließlich um das Absahnen der steuerlichen Förderung, gefahren wurde mit Benzin. Und somit tatsächlich weniger nachhaltig, als ein reiner Verbrenner, da ein Hybridfahrzeug deutlich schwerer ist. Für mich keine wirklich sinnvolle Lösung.

BMW eDrive Zones bringen Plug-in Hybrid Fahrer zum elektrischen Fahren
Bildrechte: BMW – eDrive Zone – elektrisches Laden des Plug-in Hybrid Fahrzeuges

BMW bringt die Lösung dank eDrive Zone Technologie

Die Frage ist also, wie wir die Fahrer von Plug-in Hybrid Fahrzeugen dazu bekommen, auch elektrisch zu fahren? BMW hat dafür in seinem Labor in Rotterdam eine interessante Lösung entwickelt.

BMW kündigte einen neuen digitalen Service mit dem Namen ‘BMW eDrive Zone‘ an. Diese weltweit einzigartige Funktion bietet die Möglichkeit, die Fähigkeiten von BMW Plug-in Hybrid-Modellen zum lokal emissionsfreien Fahren optimal zu nutzen. BMW eDrive Zones lösen einen automatischen Wechsel in den rein elektrischen Betriebsmodus aus, sobald das Fahrzeug in ausgewählte Stadtgebiete, u.a. Umweltzonen einfährt.

Intelligente Vernetzung erhöht die elektrischen Fahranteile in den Urbanen Zonen 

Die Entwicklung des Service BMW eDrive Zone basiert auf einem Pilotprojekt der BMW Group in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam. Dort erhielten 50 Fahrer von Plug-in Hybrid-Modellen über eine speziell entwickelte App Zugriff auf die GPS-Koordinaten einer für den Innenstadtbereich definierten Zone, also der sogenannten eDrive Zone in Rotterdam. Bei der Einfahrt in diesen Bereich wurden sie aufgefordert, in den rein elektrischen Fahrmodus MAX eDrive zu wechseln. Bereits nach wenigen Monaten war festzustellen, dass die an dem Pilotprojekt beteiligten Fahrer rund 90 Prozent aller Strecken innerhalb der Rotterdamer eDrive Zone rein elektrisch zurückgelegt hatten. 

BMW eDrive Zones bringen Plug-in Hybrid Fahrer zum elektrischen Fahren
Bildrechte: BMW – eDrive Zones – entwickelt in Rotterdam – jetzt erhältlich in den Plug-in Hybriden aus Bayern

BMW eDrive Zones stehen jetzt in diversen BMW Plug-in-Hybrid-Modellen zur Verfügung

BMW Plug-in-Hybrid-Modelle sind mittlerweile in allen relevanten Fahrzeugsegmenten verfügbar. Die BMW eDrive Zones tragen nun dazu bei, das Potenzial von BMW Plug-in Hybrid-Fahrzeugen bei der Reduzierung von Emissionen im Stadtverkehr noch intensiver als bisher zu nutzen. Der nun in diversen BMW Plug-in Hybrid-Modellen serienmäßige Service BMW eDrive Zone nutzt zur Erkennung ausgewiesener Gebiete die Geo-Fencing Technologie über GPS. Das Umschalten in den rein elektrischen Fahrmodus erfolgt dabei automatisch

BMW eDrive Zones bringen Plug-in Hybrid Fahrer zum elektrischen Fahren

Mein Fazit zur Entwicklung der BMW eDrive Zones

Und bist du nicht willig, so nutzen wir eben Technologie. So oder so ähnlich können wir diesen neuen digitalen Service der eDrive Zones von BMW bewerten. Da die Fahrer scheinbar nicht selbst darauf kommen, elektrisch in den Städten zu fahren, so denkt halt der Fahrzeughersteller BMW in den Plug-in Hybriden für sie mit. Interessant wird sein, was passiert wenn die Plug-in Hybride keine Akkuleistung mehr haben: bleibt das Fahrzeug in den Städten dann stehen oder wird doch wieder auf den Verbrenner umgeschaltet?

Manchmal brauchen wir den Anstoß zur elektrischen Urbanen Mobilität. BMW liefert diesen jetzt mit einer digitalen Lösung, die sich automatisch aktiviert. Ich bin gespannt auf die Resultate.

BMW eDrive Zones bringen Plug-in Hybrid Fahrer zum elektrischen Fahren