BMW & Daimler gegen Wechselakkus

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Akkus lassen sich in Nullkommanichts austauschen
Quelle: Adaptive City Mobility

Die Reichweiten und Infrastruktur Angst ist unter den Verbrauchern in Deutschland weit verbreitet. Eine Möglichkeit dieser Angst entgegen zu treten, könnten Wechselakkus sein. Stromsysteme-Berater Ralf Dunker plädiert für die Wechselakkus an Tankstellen, BMW und Daimler haben bereits verlauten lassen, dass sie diese Art der Aufladung ablehnen.

Wechselakkus für Elektroautos

Vergleichbar sind die Stationen mit einer modernen Waschanlage. Das KFZ wird richtig positioniert, auf einer Scherenhebebühne angehoben und der neue Akku wird gegen den alten Akkumulator ausgetauscht. Der Prozess dauert wenige Minuten und läuft automatisch ab. Abrechnen könnte man über ein Kilometer Kontingent.

Stromsysteme-Berater Ralf Dunker

Ralf Dunker ist der Meinung, dass so die  Zukunft der Elektromobilität aussehen könnte. „Wechselakkus ermöglichen für den Fahrer eine praktisch unendliche Reichweite, und er hat stets die neueste Batterietechnik an Bord“, sagt Dunker gegenüber dem Spiegel. So könnten Betreiber der Wechselstationen ein lukratives Geschäftsmodell erschließen, Tankstellen Besitzer könnten langsam ihre Kompetenzen umschichten.

Die Geschäftsidee

Dunkers schlägt vor etwa 200 bis 300 Wechselakkus an 14.000 Tankstellen als Puffer einzusetzen. Strom wird bei einer Überschussproduktion von erneuerbaren Energieträgern günstig gekauft und die Akkus werden geladen. Man kann dabei eine Regelenergiekapazität von circa 60 Gigawatt erreichen. Wenn der Strom wieder teurer ist und die Akkus nicht benötigt werden, kann man die Energie mit Gewinn in den Markt verkaufen. Damit verhindert man, dass man bei einer Überproduktion die Energie günstig ins Ausland verkaufen muss. „Die nicht vermeidbaren Stromschwankungen durch erneuerbare Energien werden so zum Geschäftsmodell und sind kein Handicap mehr“, so der Energieexperte.

Mercedes widerspricht

Der Leiter der Elektromobilität bei Mercedes-Benz, Jürgen Schenk, hält das Konzept der Wechselakkus für unsinnig. „Die Batteriemodule müssten dann nicht nur in Breite, Tiefe und in der Spannungslage standardisiert werden, sondern wir hätten auch nicht mehr die Freiheit, die Zellen parallel oder seriell zu schalten. Ganz zu schweigen von Garantie- und Haftungsfragen.“

Bei Mercedes hat man weiterhin schon Untersuchungen durchgeführt, die ergeben haben, dass  Wechselakkus nicht zum Nutzungsprofil der Kunden passen. Untersuchungen zeigen, dass 90 Prozent aller Autofahrten weniger als 400 Kilometer betragen. „An 50 Wochen im Jahr fährt der Autofahrer also weniger als diese Strecke“, so Schenk gegenüber dem Spiegel, „und selbst wenn er einmal weiter führe, würden dafür an den Autobahnen Schnelllader mit 100 Kilowatt Ladeleistung allemal reichen.“

BMW – Wechselakkus sind unrealistisch

Batterieexperte Peter Lamp  (BMW) hält eine Normierung der Akkumulatoren für unrealistisch. „Das wäre Planwirtschaft. Außerdem müssten viel zu viele Batterien bevorratet werden, weit mehr als es Elektroautos gibt“, sagt Lamp.

Fazit

Der Vorgang wäre automatisch und dauert nur wenige Minuten, meist sogar weniger als der momentan Aufenthalt eines Verbrenners an der Tankstelle. Leere Batterien werden fachmännisch in der Wechselstation aufgeladen und so kann der Lebenszyklus erweitert werden. Jedoch hat man auch einige Probleme mit den Wechselakkus. Man benötigt eine einheitliche Größe und die Hebebühnen kommen nur mit kleinen und mittleren Wagen klar. Es gibt noch viele Dinge zu klären. Ein kategorisches Nein der deutschen Hersteller beendet diese Diskussion jedoch einigermaßen schnell.

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