Die guten Nachrichten für BMW vorweg. Im Jahr 2018 hat die BMW Group über 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge ausgeliefert. BMW sieht sich damit in seiner “führenden Rolle im Bereich der Elektromobilität bestätigt”. Die effektiv 142.617 elektrifizierten BMW und MINI Fahrzeuge bedeuten ein Plus von 38,4% im Vergleich zum Vorjahr und berücksichtigen vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in Hybride.

Wo verkauft BMW seine Elektroautos und Plug-in-Hybride?

Mit mehr als 50% der Verkäufe liegt Europa für BMW an der Spitze. Insgesamt wurden hier 75.000 elektrifizierte Fahrzeuge ausgeliefert. In Deutschland stammte jedes fünfte dieser Elektroautos und Plug-in Hybride von der BMW Group. Allerdings ist der größte Einzelmarkt der Münchner für elektrifizierte Fahrzeuge die USA. BMW selbst zeigt sich mit dem steigenden Anteil von E-Fahrzeugen am Gesamtabsatz sehr zufrieden. Der Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen stieg in 2018 auf 6% aller BMW und MINI Verkäufe im Vergleich zu noch 4% in 2017.

Ein spezieller Blick auf den BMW i3 als langjährigem Erfolgsschlager unter den deutschen Elektroautos

Interessant ist ein gesonderter Blick auf den bereits 2013 eingeführten BMW i3, den auch wir bereits mehrfach getestet haben. Die beiden Modelle BMW i3 und BMW i3s wurden im vergangenen Jahr erneut weiterentwickelt. Die Batterie-Speicherkapazität wurde seit der Markteinführung vor sechs Jahren verdoppelt. Beide Modelle weisen eine Reichweite von 260 Kilometern auf und finden sich in den Verkaufsstatistiken der Elektroautos in Deutschland, trotz der vergleichsweise hohen Preise, nach wie vor auf den vordersten Plätzen wieder. Interessant: Die Auslieferungen haben seit der Markteinführung in jedem Jahr zugelegt, im Jahr 2018 gab es ein Wachstum von 11%.

Welche neuen elektrifizierten Modelle bringt BMW in 2019?

BMW plant für das Jahr 2019 den Launch mehrerer Plug-in Hybride. Die neue Generation des BMW X5 Plug-in Hybrids und der neue BMW 3er Plug-in Hybrid kommen in diesem Jahr. Rein elektrisch können diese beiden Modelle mit einer Reichweite von bis zu 80 km (nach NEFZ) aufwarten. In diesem Jahr wird ebenfalls der MINI Electric vorgestellt. Seine Produktion im englischen BMW Werk in Oxford ist hoffentlich durch das Brexit Drama nicht allzu sehr gefährdet.

Was passiert seitens BMW in den kommenden Jahren in Sachen Elektromobilität?

Bis 2021 wird BMW fünf vollelektrische Modelle präsentieren, darunter neben dem schon als Klassiker zu bezeichnenden BMW i3, den MINI Electric (aus 2019), den BMW iX3, den BMW i4 und den BMW iNEXT. Vier Jahre später sollen es dann mindestens zwölf vollelektrische Modelle sein. Diese zwölf Elektroautos und die diversen Plug-in Hybride machen dann insgesamt ein Angebot mindestens 25 elektrifizierten Fahrzeugmodellen.

Was stört uns an der Elektro-Modellpolitik bei BMW der letzten Jahre

BMW stand in den letzten Jahrzehnten für das Zusammenspiel von drei Kernelementen. Beim Münchner Fahrzeughersteller nennt man das gerne die sogenannten ‘Bookends’:

  1. Dynamik und Sportlichkeit über BMW ‘M’
  2. Luxus und Premium und
  3. Mit Hilfe des seit zehn Jahren begonnenen Markenkerns ‘i’ in der Elektromobilität

Weltweit wird BMW nach wie vor als dynamische, sportliche und sicherlich auch als Premium-Marke wahrgenommen. Doch trotz des frühen Starts in die Elektromobilität mit seinem BMW i3 (und für wenige auch mit dem Hybriden BMW i8) hat es BMW in den vergangenen Jahren nicht verstanden, sich als E-Hersteller weltweit führend zu positionieren.

Zwar entwickelt die BMW Group heute bereits die fünfte Generation ihres E-Antriebs, doch werden gerade im Vergleich zu Renault, Nissan, Hyundai oder auch Tesla die BMW i3 eher als ‘ein erster Versuch auf dem Weg zur Massenproduktion von Elektroautos’ wahrgenommen. Die Vorschusslorbeeren aus den ersten Jahren sind bei BMW irgendwie aufgebraucht.

Unser Fazit zur Entwicklung der elektrifizierten Fahrzeuge bei BMW

Bei BMW wurden die Zeichen der Zeit erkannt. Die angestrebte Modelloffensive kommt dann hoffentlich noch nicht zu spät. Vielleicht ergibt sich ja auch ein ganz neues Elektroauto aus der Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz. Schließlich könnten beide Häuser einen kleinen, elektrischen Stadtflitzer mit 4-5 Sitzen in ihrem Portfolio gebrauchen. Doch genug der Spekulationen.

Besonders wichtig ist es zunächst, dass die BMW Group in diesem Jahr mit dem Mini Cooper E ihre vollelektrische Fahrzeugpalette (endlich) erweitert. Angetrieben von einem BMW i3 Motor in der Front und dank neuer Fahrdynamikregelung ARB wird der elektrische Mini endlich wieder ein Vorzeigemodell unter den Elektroautos. Fahrspass gepaart mit der kultigen Mini Optik werden helfen, BMW wieder in Sachen ‘E’ als dynamische und sportliche Marke wahrzunehmen. Letztlich sind mit dem Tesla Model 3 als Wettbewerb zu der BWM 3er Reihe und den diversen SUVs einige Wettbewerber wie Audi e-tron, Mercedes EQC, Jaguar I-Pace oder auch Hyundai Kona Elektro und die NIO Fahrzeuge bereits auf den Straßen unterwegs.