„Was passiert denn mit den alten Batterien?“ Das ist nicht selten eine der Fragen, die Kritiker der eMobilität anbringen wenn über pro und contra der Elektrofahrzeuge diskutiert wird. Wiederverwertung ist die klare Antwort. Und im schwedischen Göteborg kann man sich nun anschauen, wie so etwas funktioniert.

Austausch der Batterien für die Linie 55 in Göteborg

Die Busse der Linie 55 in der Metropole erhalten neue, leistungsstärkere Powerpakete. Den alten Lithium-Ionen-Eisenphosphat Batterien wird in diesem Zuge eine zweite Chance gegeben. Möglich wird das durch ein Forschungsprojekt der Volvo Bus Corporation, der Göteborg Energi und des Riksbyggen und Johanneberg Science Parks.

Die ausgetauschten Batterien werden zur stationären Speicherung von Sonnenenergie in der neu erstellten Wohnanlage Viva in Göteborg eingesetzt. Das innovative Wohnprojekt hat sich das „Wohnen mit positiver Energie- und Umweltbilanz“ zum Ziel gesetzt. Die alten Batterien der Volvo-Busse helfen dabei, indem sie Energie von den Sonnenkollektoren auf den Dächern der Wohnanlage speichern. Dieser stationäre Energiespeicher dient dazu, sowohl die Stromverbrauchsspitzen des Gebäudekomplexes zu kappen als auch die überschüssige erzeugte Solarenergie zu speichern oder zu verkaufen. Außerdem kann umweltfreundlich produzierter Strom aus dem Netz kostengünstig eingekauft und gespeichert werden.

Ein neues Speichersystem mit jeweils 200 kWh Paketen

14 gebrauchte Batterien der Linie 55 machen das Speichersystem komplett. Sie sind jeweils zu einem 200 kWh Paket verbunden. Zur Information: mit einer Kilowattstunde kann man ca. 7 Stunden lang fernsehen oder aber 2.500 Männer können sich mit einer kWh rasieren.

„Die Verwendung in einem stationären Energiespeichersystem verhilft den Batterien nach Ende ihrer Verwendung im ÖPNV zu einer verlängerten Lebensdauer, also einem „zweiten Leben“. Dies wiederum führt zu einer besseren und Ressourcen schonenderen Nutzung sowie zu einer geringeren Umweltbelastung“,  sagt die Projektkoordinatorin bei Volvo, Ylva Olofsson.

Forschungsprojekt für die Weiterverwendung von Batterien

Das Forschungsprojekt , unterstützt durch das EU Projekt IRIS Smart Cities, untersucht die Qualität und Effizienz der weiteren Verwendungsmöglichkeiten „ausgedienter“ Stromspeicher.  Die Linie 55 im schedischen Göteborg macht es möglich.