Audi nimmt den Kampf gegen Tesla auf und wird ab August 2018 mit den E-Tron Quattro ein erstes rein elektrisch betriebenes Modell auf den Markt bringen. Der deutsche Autohersteller hat jetzt mit der Produktion von Elektromotoren für den neuen SUV in Ungarn begonnen. Das Unternehmen teilte mich, dass “eine neue Ära bei Audi Ungarn beginnt”, da die Serienproduktion von Elektromotoren offiziell in Győr begonnen hat.

Plattform des E-Tron Quattro

Der E-Tron Quattro, der einem elektrischen Q5 gleicht, wird auf der Premium Variante des EMB basieren. Damit sind Audi und Porsche zukünftig für die hochwertigen und leistungsstarken Elektroautos zuständig. Beide investieren Milliarden in die gemeinsame Plattform.

„Es ist richtig, dass wir zu Partnern werden“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler der Stuttgarter Zeitung. Für die Entwicklung der Architektur kommt bis 2025 ein niedriger einstelliger Milliardenbetrag auf uns zu“, erklärte Stadler. „Wenn jeder eigenständig unterwegs wäre, würden 30 Prozent höhere Kosten anfallen“, ergänzte der Porsche-Chef.

Motorenproduktion

Audi investierte “zweistellige Millionenbeträge in den Aufbau der Motorenproduktion”, die auf einer Grundfläche von 8.500 Quadratmetern mit einem modularen Montagefertigungskonzept die neuen Motoren herstellen wird.

Peter Kössler, Vorstand für Produktion und Logistik der AUDI AG, sagte auf der Veranstaltung zum Start der Produktion:

“Audi Ungran schreibt seit 25 Jahren die Wachstumsstory der Vier Ringe mit. Unsere ungarische Tochtergesellschaft geht nun mit der Produktion von Elektromotoren in ein völlig neues Kompetenzfeld. Dieses exklusive Know-how macht Győr zu unserem Hauptwerk für Elektromotoren und verkörpert unsere strategische Transformation zu einem Anbieter nachhaltiger Mobilität. ” (electrek)

Der Autohersteller gab an, dass man ungefähr 100 Arbeiter an der Linie beschäftigt wolle und man plant, die Belegschaft bis zum Ende des Jahres auf 130 Leute zu erhöhen. Damit läge die  “derzeitige Produktionskapazität bei ungefähr 400 elektrischen Antrieben pro Tag und kann stufenweise erhöht werden”.

Elektromotor aus Győr

Der Elektromotor aus Győr bietet zahlreiche neue Funktionen. Mit dem Stator – einer der Kernkomponenten des Motors – ist es das Ziel, möglichst viel des dünnen emaillierten Kupferdrahtes in das Gehäuse einzubringen: Je dichter die Wicklung, desto effizienter die Energieabgabe. Ein neues Wicklungs- und Kuvertierzentrum bei Audi Ungarn ermöglicht es, die optimale Menge an emailliertem Kupferdraht besonders kompakt aufzuwickeln und anschließend in das Gehäuse einzusetzen. Die elektrische Achse besteht aus anderen großen Komponenten wie der Leistungselektronik, die sich in einem eigenen Gehäuse befindet, dem Getriebe und zwei Flanschwellen, die die Kraft auf die Räder übertragen wird.”

E-Tron Quattro

Das Audi SUV wird vermutlich über zwei Tonnen  wiegen und die Abmessungen des Concept-Cars übernehmen. Damit wäre das Fahrzeug 4,88m lang, 1,93 Meter breit und 1,54m hoch. Als Batteriekapazität gibt Audi 95 kWh und eine Reichweite von 400 Kilometer nach dem WLTP-Zyklus. Die Instrumententafel zieht sich von Tür zur Tür und umschließt die Frontpassagiere.

Die Leistung der Audi E-Tron Quattro Studie wurde mit 435 PS angegeben und der Wagen erhielt einen eMotor an der Vorderachse und zwei am Heck. Das Marktreife Modell wird mit 2 Elektromotoren ausgestattet.

“Die Mitarbeiter produzieren für jeden Audi e-tron zwei elektrische Achsantriebe, denn sowohl die Vorder- als auch die Hinterachse werden angetrieben – in guter quattro-Tradition. “

Der Startpreis wird in Deutschland wahrscheinlich bei 80.000 €liegen.

Mit Plug & Charge leichter laden

Über einen von Audi angebotenen Ladedienst wird das Unternehmen den e-tron-Kunden zum Marktstart einen vereinfachten Zugang zu einem Großteil der Ladestationen eröffnen. Egal ob AC- oder DC-Laden, ob 11 oder 150 kW, eine einzige Karte genügt, um das Laden zu starten. Dafür muss sich der Kunde einmalig im myAudi Portal registrieren und einen individuellen Ladevertrag abschließen. Die Abrechnung erfolgt automatisiert und ohne physisches Zahlungsmittel. Die Funktion Plug & Charge soll den Ablauf in einer weiteren Ausbaustufe 2019 dann noch einfacher machen. Das Auto autorisiert sich selbstständig an der Ladesäule und schaltet sie frei, ohne dass eine Karte benötigt wird.

Mit der myAudi App erfolgt eine Überwachung vom Sofa aus

Für eine entspannte Bedienung vom Sofa aus sorgt die myAudi App. Mit ihr lassen sich Ladevorgänge und die Vorklimatisierung des Elektro-SUV planen, fernsteuern und überwachen. So kann der Kunde einen Timer für die Abfahrtszeit anlegen, so dass der Audi e-tron- Prototyp zum gewünschten Zeitpunkt geladen ist. Zusätzlich zeigt die App Lade- und Fahrdaten an.