ams Kongress Mobilität der Zukunft 2018

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Zum ams Kongress Mobilität der Zukunft 2018 hatte die Motorpresse Stuttgart mit ihrem Flaggschiff Auto Motor und Sport geladen und alle kamen sie in das Internationale Congresscentrum Stuttgart bei der Messe Stuttgart.

Oliver Blume, CEO von Porsche eröffnete den Reigen hochkarätiger Referenten und stellte die Strategie 2025 des schwäbischen einst reinen Sportwagenherstellers vor. Angereichert war der kurzweilige Vortrag mit einer Reihe von Videos, u.a. vom Mission E Cross Turismo, der auf dem Genfer Autosalon vorgestellt worden war. Die Basisstrategie der Entwicklung von Innovationen auf der Rennstrecke für die Strasse wurde eindrucksvoll mit dem dritten LeMans Sieg in Folge filmisch unterstrichen.

Nach der Jahrespressekonferenz letzte Woche, wo sowohl Absatz- als auch Ergebnisrekorde berichtet worden waren, zeigte Blume eine Strategielandkarte mit 60 Feldern.

Für jedes Feld sind fünf Ziele p.a. definiert, was zu 300 strategischen Initiativen führt. Blume, der 2015 den Vorstandsvorsitz von Matthias Müller übernommen hatte, freut sich über die Klarheit dieses Systems: „Wir wissen so genau, in welchen Feldern wir wo stehen und wo wir beschleunigen müssen.“ So wolle Porsche Innovationskraft, Flexibilität, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit in allen Bereichen steigern, ergänzte der Niedersachse. Zum Thema Autonomes Fahren kam die klare Ansage, dass ein Porsche immer ein Lenkrad haben werde, im Falle, dass man selber fahren wolle. „Porsche bleibt Porsche! Wir bauen Sportwagen, von denen die Menschen träumen“, schloss Blume seinen Vortrag.

ams Kongress Mobilität der Zukunft 2018 – mehr Insights

Die erstmalig von der ams i-mobility Messe abgekoppelte Kongressveranstaltung bot eine Menge weiterer hochkarätiger Speaker, die offensichtlich gerne aus dem berühmten Nähkästchen plauderten und so Einblicke in ihre Sichtweisen und Strategien gaben, die bei offiziellen Presseterminen so nicht zu erfahren sind. Hier meine persönlichen Highlights.

Prof. Günther Schuh, CEO e.GO Mobile

Der charismatische 2-Meter-Mann von der RWTH Aachen machte neben seinen mit überzeugender Kompetenz vorgetragenen Informationen zu seinen Fahrzeugprojekten eine klare Aussage: “ 100 kWh Batterien werden nicht die Zukunft sein, weil sie nicht bezahlbar sind.“ Das humoristische Highlight von Schuh bei der kurzweiligen Frage-Antwort-Session mit ams-Chefredakteurin Birgit Priemer im Anschluss an den Vortrag: „Vier Automobil-Vorstände auf dem Fahrrad emittieren so viel CO2 wie ein viersitziger Kleinkraftwagen mit einem effizienten Dieselmotor.“

Dr. Xing Yuan von Baidu über Kooperation mit ZF

Beeindruckend die Ausführungen des chinesichen Pendants zu Google zu neuen Arten der Zusammenarbeit in disruptiven Zeiten. Zusammen mit dem Projektleiter von der ZF Group aus Friedrichshafen zeigte Xing, wie autonomes Fahren mit chinesischen eAutomobilmodellen schon sehr nah in der Gegenwart angekommen zu sein scheint.

Andreas Tschiesner, McKinsey über Künstliche Intelligenz

„200 Milliarden € zusätzliches Potenzial durch künstliche Intelligenz kann zum Renditeturbo für die Automobilindustire werden.“ Der Österreicher Tschiesner, Senior Partner bei McKinsey & Company in München mit vielen Projekten in der Schwabenmetropole zeigte auf, welche Kompetenzen dazu notwendig sind. Im Kern sind unterstützen den Chief Digital Officer eine ganze Reihe von Teammitgliedern mit unterschiedlichen Rollen, um im Zusammenspiel von Analyse und kreativer Geschäftsentwicklung das Maximale aus dem ‚Data Lake‘ herauszufischen.

Ola Källenius, Daimler AG über MBUX

Der smarte Schwede erklärte die Mercedes Benz User Experience anhand vieler auf ihn persönlich abgestimmter Beispiele (Musik-Präferenz: ABBA), um zu illustrieren, dass Individualisierung und Personalisierung für ihn an erster Stelle stehe – ob sinnvoll oder nicht, der Fahrer bestimmt alles. „Nur wenn das intuitiv funktioniert, wird es auch angenommen.“

Dabei werde alles in teils vierfacher Redundanz angeboten, die Ultima Ratio sei allerdings eindeutig die Sprachsteuerung, erklärte der als Kronprinz für den CEO-Posten bei Daimler gehandelte Vorstand für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Überraschend deutlich sein Statement zu kollaborativen Ansätzen: „Wir entwickeln einen Großteil selbst, die IP (Intellectual Property) für unsere Plattformen liegt eindeutig bei Daimler“. Auf die Frage, ob es denn nicht schön wäre, wenn man seine Basiseinstellungen vom Mercedes-Premiummodell in einen Golf mitnehmen könne, verwies Källenius charmant auf die Möglichkeit, in allen Fahrzeugsegmenten einen Mercedes kaufen zu können, incl. Smart – versteht sich 🙂

Timo Sillover, VP Product Management & Digital EnBW

Mit drei Statements sorgte der ehemalige Vodafone Deutschland Geschäftsführer für Klarheit in Feldern, die bisher eher mit Fragezeichen versehen waren.

  1. Das Henne-Ei Problem ist gelöst: „Das Ei ist längst gelegt, denn wir haben Schnellademöglichkeiten an rund 1/3 aller deutschen Tank-und-Rast Raststätten und bieten Zugang zu über 16.000 Ladepunkten in DACH.“

2. „Wir müssen UMDENKEN: Im Alltag kommen wir zum ‚always-charge-Zustand‘, das heißt eAutos werden zu Hause, im Office, beim Einkaufen und entlang der Fernstrecke bei Pausen immer an Ladestationen angeschlossen, die dann intelligent das optimale Timing für Charging anbieten.

3. „Statt bis 2022 wird EnBW bis Ende 2020 1.000 zusätzliche Ladestationen zur Verfügung stellen“, so die Vereinbarung mit EnBW-Chef Dr. Frank Mastiaux.

Fazit

Ein großartiges Programm beim ams Kongress Mobilität der Zukunft 2018 in Stuttgart – hochkarätige Speaker, kurzweilige Vorträge mit exklusiven Insights und ein bemerkenswertes Zeitmanagement durch die Kongressveranstalter der Motorpresse Stuttgart.

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