AIPARK – Vorausschauend Parken

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Team AIPARK
Das Team von AIPARK (Quelle: AIPARK)

Außerhalb von größeren Städten gibt es um sie weniger Streit: Parkplätze. Dort hat jeder seine Garage, seinen Carport oder zumindest mal einen Hof vor dem Haus, auf den das Auto bequem gestellt werden kann. Anders in der Stadt. Der Kampf um den Parkplatz beginnt jedes Mal auf’s Neue – sobald man auch nur mal kurz zum Getränkeeinkauf gefahren ist. Oder nach dem langen Arbeitstag nach Hause kommt. Dann will jeder möglichst nah am Haus oder der Wohnung parken – nachvollziehbar. Stattdessen ist eher Kreiseln Alltag – bis man dann irgendwo drei Blocks weiter einen gefunden hat und der Blutdruck auf 180 ist. Super Feierabend, oder?

Entspannte letzte Meter

Den Gründern von AIPARK gingen solche und ähnliche Situation wohl auch auf die Nerven. Das Startup ist eine Ausgründung der TU Braunschweig aus dem Jahr 2015. Gestartet sind sie mit einer App, die die Verfügbarkeit und Belegung von Parkplätzen anzeigt. Es ist die Grundlage, auf der die weiteren Entwicklungen aufbauen. Ziel ist es, den Autofahrern die letzten Meter angenehmer zu gestalten. Wer in Stauhauptstädten wie Stuttgart oder München wohnt, hat mit Sicherheit schon genug vom ständigen Stop-and-Go Verkehr. AIPARK zufolge verbringt dann aber jeder noch durchschnittlich 20 Minuten mit der Parkplatzsuche. Das wiederum verursache 30 Prozent des Stadtverkehrs. Die Feinstaub-Belastung wird dadurch alles andere als kleiner. 

Was also macht AIPARK?

In ihrer ParkingCloud sammelt AIPARK viele, viele Daten, die dort KI-basiert analysiert werden. Dazu zählen live feeds aus Parkhäusern und Smartphone-Daten via Crowdsensing. Verkehr, Orte, Wetter, Events, zeitliche/örtliche Parkeinschränkungen usw. fließen ebenfalls mit in die Auswertung. Mit diesen Daten wird nach der Auswertung eine Karte erstellt (MappingEngine). Deutschlandweit kann dann der User einerseits ablesen, wie sich die Parksituation über den Tag verändert (PredictionEngine) und andererseits in Echtzeit sehen, wie es gerade so mit Parkplätzen am Straßenrand oder in Parkhäusern aussieht. Angezeigt wird übrigens auch die Lage und Verfügbarkeit von Ladesäulen für E-Autos. 

Visionen und Sensoren 

Dazu hat sich AIPARK noch etwas einfallen lassen: ParkingVision. Entweder mit dem firmeneigenen ParkingSensor System oder mit verknüpften CCTV-Kameras werden freie Plätze erkannt. Ein praktisches Feature für Parkhausbetreiber oder vielleicht auch die Polizei: Falschparker erfasst das System damit auch. Wie die Konsequenzen aus der Weitergabe dieser Daten aussehen ist aber noch nicht ganz ausgehandelt.

ParkingVision (Quelle: AIPARK)

SAM – der Park-Experte für alle Fälle

Die hauseigene KI „SAM“ kombiniert all diese Infos plus die individuellen Anforderungen des Nutzer und navigiert ihn dann via App zum nächsten freien Parkplatz bzw. zu dem Parkbereich mit den besten Chancen, einen Parkplatz zu bekommen. Auch Partner wie die Deutsche Bahn oder die Gelben Seiten haben das Feature in ihre Angebote eingebunden. Erst kürzlich erreichte die ParkingCloud so über eine Million Nutzer. Das System besteht wohl auch die DSGVO-Überprüfung, da u.a. bei der bildlichen Aufzeichnung die Kennzeichen verpixelt werden.

Die App von AIPARK (Quelle: AIPARK)

Realitätsnaher Ansatz, keine grundsätzliche Lösung 

Wenn sich der Stadtverkehr mit diesem KI-basierten Parkexperten wirklich um 30 Prozent reduzieren ließe, wäre das für Städte wie Stuttgart schon eine deutliche Erleichterung. Auch wenn sich damit das Abgas- und Feinstaubproblem keineswegs in Luft auflöst, schont es mit Sicherheit die Nerven der Parkplatzsuchenden und derer, die hinterherfahren. Außerdem zeigen die Vorhersagen schon im Vorhinein, ob es überhaupt Sinn macht, zu einem Termin, einer Veranstaltung o.ä. mit dem Auto zu fahren, oder ob die Öffis nicht die bessere und entspanntere Wahl sind. Es ist ein Ansatz, der an der momentanen Situation direkt etwas ändern kann. Und einer, der am eigenen Auto ansetzt, was vor allem rund um Stuttgart sehr gut ankommen könnte. Ich bin gespannt, wie sich AIPARK und seine App weiterentwickeln werden. 

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