„An der Elektromobilität messe ich unseren Erfolg“ erklärte BMW Chef Harald Krüger bei einer Rede (Pressemitteilung) und somit steht auch das Jahr 2018 im Fokus der Elektromobilität. BMW hat früher als die meisten deutschen Hersteller in die Elektromobilität investiert und einen gewissen Vorsprung aufgebaut. Doch wie weit ist man der Konkurrenz noch voraus? Insgesamt hat man 200.000 elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht, davon mehr als 90.000 vollelektrische BMW i3. Welche Ziele verfolgen die Bayern 2018 und wann kommen weitere Modelle?

Heutiger Stand und Modelle

„Wir sind bei der Elektrifizierung bereits in die Breite gegangen – haben acht Modelle im Markt, und sind mit 21 Prozent Marktanteil in Europa weiter als alle anderen. Und wir haben noch viel mehr vor“ so Robert Irlinger, Leiter von BMW i, selbstbewusst gegenüber Autogazette.

Die Bayerischen Motoren Werke sind also laut eigener Aussage gut aufgestellt und das mit lediglich einem reinem Stromer. Die sieben weiteren Modelle sind alle Plug-In Hybride. Der BMW i3 fängt momentan ab 34.950 € an und ist damit vergleichbar mit dem Einstiegspreis eines BMW 3er Gran Turismo. Unter den Plug-In-Hybriden ist der BMW 225xe Active Tourer äußerst erfolgreich, fast jeder 6. Active Tourer ist eine Elektrovariante. Ab 39.150 € ist dieses Modell erhältlich. (BMW)

Modell Strategie

„Die Elektromobilität ist ein essentieller Bestandteil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT, mit der die BMW Group ihre Position als führender Anbieter von individueller Premiummobilität und Mobilitätsservices weiter ausbaut. Das Unternehmen wird bis 2025 weltweit 25 voll- oder teilelektrische Modelle anbieten und erwartet dann einen Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen am globalen Absatz zwischen 15 und 25 Prozent“, so Krüger.

„Im kommenden Jahr bringen wir den i8 Roadster, in 2019 den vollelektrischen Mini. In 2020 kommt der vollelektrische X3.“ „Der nächste große Innovationssprung“ wird der iNext, der 2021 erscheinen soll und dann kommt in den kommenden Jahren auch noch der i Vision Dynamics, der sich als elektrische Mittelklasse-Limousine positionieren wird. (Robert Irlinger, Leiter von BMW i, Autogazette) Nach seinem Debüt 2010 feiert auch der MINI E 2019 sein Comeback.

BMW i im Mittelpunkt

Zum Jahresende hat der BMW Chef noch einmal zusammengefasst, wie die Strategie für die eMobilitäts-Sparte aussieht – im Mittelpunkt steht dabei die eigens dafür ins Leben gerufene Elektro-Submarke BMW i. „Wir kündigen nicht nur an, wir liefern auch“  und damit meint man  „Die BMW Group liefert 2017 wie angekündigt mehr als 100.000 elektrifizierte Automobile weltweit aus und untermauert damit ihren Führungsanspruch in der Elektromobilität.“ (Pressemitteilung)

Seit der Markteinführung der elektrischen Modelle hat man über 200.000 elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht und davon rund 90.000 rein elektrische i3. In Skandinavien ist bereits jeder vierte verkaufte BMW elektrifiziert. In Deutschland und Europa hält man laut eigener Aussage bereits Platz 1, mit einem Zulassungsanteil am Elektro-Fahrzeugmarkt von 21 Prozent. Weltweit teilt sich der Konzern den ersten Platz mit einem amerikanischen  Hersteller und erreichte einen Marktanteil von 10 Prozent.

„In der Liste der Hersteller mit dem größten Elektroauto-Absatz stehen wir 2017 auf Platz zwei, und unter den etablierten Herstellern sind wir Nummer eins. Wir waren früh dran und sind heute weit vorn“ so der Vorstandvorsitzende.

Halbe Million elektrifizierte Fahrzeuge

In den nächsten zwei Jahren will der Konzern die Zahl der verkauften Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridmotor mehr als verdoppeln. „Bis Ende 2019 werden wir eine halbe Million elektrifizierte Fahrzeuge auf der Straße haben“, sagte Krüger der WirtschaftsWoche.

Langfristige Lieferverträge

Die Rohstoffe für die Herstellung von Elektroautos, besonders für die Batterien, will man sich bei BMW langfristig sichern.  Man ist sich sicher, dass man im Jahr 2025 „bis zu zehnmal so viele Rohstoffe für die Batterien brauchen“ wird, wie gegenüber dem heutigen Zeitpunkt, so Markus Duesmann im Gespräch mit dpa-AFX. Dabei will man nun auf Lieferverträge von fünf bis zehn Jahren setzen.

Die Batterien Produktion erfordert auch den Bedarf von Konfliktrohstoffen. Konfliktrohstoffe sind Rohstoffe die in Konflikt oder Hochrisikogebieten gefördert werden. Der Abbau findet oft illegal oder außerhalb staatlicher Kontrolle statt. Für die Gewinnung werden des Öfteren Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen in Kauf genommen. Besonders betroffen sind Rohstoffe wie Kassiterit, Coltan, Gold und Wolframit.

„60 Prozent des global benötigten Kobalts kommen aus dem Kongo, 70 Prozent des Grafits aus China“, lässt die Dera verlauten. Vier Anbieter fördern Lithium in drei Ländern Südamerikas. Lediglich 12 von 53 von der Dera untersuchte Rohstoffe hat die Agentur als Rohstoff mit „geringem Beschaffungsrisiko“ bezeichnet. Besonders heikel sei die Situation bei Kobalt und Grafit – den Treibern für die Batterien von Elektrofahrzeugen.

„Unsere Einschätzung ist, dass die Rohstoffversorgung mit Kobalt im Kongo relativ stabil sein wird. Der Kongo lebt von seinen Rohstoffen, insofern ist das auch in instabilen Gesellschaften oft ein geschützter Bereich“. Markus Duesmann.

2018 oder doch eher 2019?

Bis 2018 will BMW 40 neue und überarbeitete Modelle auf den Markt bringen, jedoch liegt der Fokus noch nicht auf der Marke i. Erst für 2019 visieren die Bayern den Start einer Elektro-Offensive an, mit neuen Namen, die bereits gesichert wurden: „Wir haben uns nicht nur die Namensrechte bei BMW i gesichert – von i1 bis i9. Wir besitzen auch die Rechte für BMW X – von iX1 bis iX9“, so der BMW-Chef. (Pressemitteilung). 2019 kommt dann auch die Elektroauto-Ausführung des Kompakt-SUV X3.

„Künftig werden alle elektrifizierten BMW Modelle unter BMW i geführt“, so Krüger

„Elektrifizierung und autonomes Fahren.“ Steht jedoch trotzdem im Fokus. 2017 hat man das 100.000 elektrifizierte Fahrzeug ausgeliefert – 2018 sollen es noch mehr werden: „Für 2018 nehmen wir uns ein neues Ziel vor. An E-Mobilität lassen wir uns messen. Dafür stehe ich“, erklärte Krüger und weiter „Es darf sich nicht nur um Showcars handeln, wir müssen die Profitabilität erhöhen und die Preise auf einem akzeptablen Niveau halten, indem wir sehr, sehr tief in unsere Kostenstruktur eingreifen.“

Fazit

BMW gestaltet aktiver als andere deutsche Hersteller die Elektromobile- Zukunft, hat jedoch noch viele Hürden vor sich. BMW ist laut eigener Aussage im Plan und hat bereits 200.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkauft, ist damit nahe an den 250.000 verkaufen Tesla. Aufholjagd auf Tesla? Betrachtet man die Zahlen im Detail wurden „nur“ 90.000 reine Stromer verkauft. Tesla verkaufte also deutlich mehr reine Stromer. In diesem Bereich hat man also noch Aufholdbedarf.

Die konkurrenzfähigen Automobile kommen bei BMW jedoch erst 2019 (MINI) und 2020 (x3) auf den Markt. Andere Hersteller sind noch weiter im Hintertreffen und bringen 2020 die ersten rein elektrischen Fahrzeuge.

2018 ist das erklärte Ziel mehr i3 zu verkaufen und die Modelle in dem Bereich „Luxus“ zu verbessern. Erst 2019 können wir einen wirklichen Sprung erwarten. Der eMINI wird eine neue Zielgruppe ansprechen und auch der x3 könnte den Bayern zum Durchbruch verhelfen. Parallel behalten wir natürlich auch Tesla im Auge, da 2018 die Produktion von 100.000 Modellen plus auf dem Plan steht.

1 KOMMENTAR

  1. Gebt dem i 3 noch etwas mehr design vom Tesla 3 und auf Wunsch einen stärkeren REX , dann macht er auch Stückzahlen in den USA.

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