Zwei Räder, Zero Emission – das E-Motorrad

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Zwei Räder, Zero Emissionen - das E-Motorrad
Quelle: Sabrina Pfeifer

Zwei Räder, Zero Emissionen – das E-Motorrad. Die ams-i-mobility Messe in Stuttgart lässt die Herzen aller Elektro-Fans höher schlagen. Aber nicht nur die E-Auto-Fans, sondern auch diejenigen, die lieber auf zwei Rädern unterwegs sind, kommen voll auf ihre Kosten. Am Stand von Electrify BW e.V. steht das Modell ‚Zero S‘ des Hersteller Zero Motorcycles.

Gemütlich bis zu 200 Kilometer

Mit ihrer schwarz-gelben Lackierung hebt sich die Zero S schön von dem blauen Teppich ab – und sieht aus wie ein ganz normales Motorrad. Mit einem Unterschied: Sie hat keinen Auspuff. Denn die Zero S ist mit einem von Zero selbst entwickelten Elektromotor und einer Batterie ausgestattet, die sie laut Herstellerangaben bis zu 325 Kilometer weit bringen. „Also, wenn man gemütlich fährt, kommt man so um die 200 Kilometer weit“, meint dagegen Christian Jog, Mitglied bei Electrify BW e.V. und begeisterter E-Motorrad-Tourenfahrer. Das kommt auch eher an die Angaben der neuen EU-Verordnung heran, bei der das Modell mit 193 Kilometer angegeben ist. Nebenverbraucher wie z.B. das Licht hätten nicht so einen großen Einfluss, so Jog.

Das E-Motorrad: Kein Schalten, kein Abwürgen

Einig sind sich Hersteller und Fahrer beim Anfahren: „Aus dem Stillstand heraus mit einem sofortigen Drehmoment und voller Kraft […] beschleunigen“, so steht es auf der Webseite. Das kann auch ich bestätigen, als ich später, zwar nicht mit diesem, aber mit einem anderen E-Modell fahren darf. Kein Schalten, keine Kuppeln, kein Abwürgen – für mich als Automatikfahrerin ziemlich perfekt. Aber wer nicht aufpasst, der ist in weniger als fünf Sekunden von null auf 100 km/h.

Zielgruppe Pendler

Die Zero S ist speziell für Pendler konzipiert worden. Man sitzt ziemlich aufrecht und kann in der 11-kW-Version sogar mit dem A1- oder dem B-Führerschein (Herstellerangabe) gefahren werden. Wer täglich damit zur Arbeit fährt, muss sich auch um das Laden wenig Sorgen machen. Ob Schnellladestation oder herkömmliche Steckdose – der Akku nimmt den Strom aus beiden Varianten und lädt in zweieinhalb bis acht Stunden wieder voll auf. Preislich ist die Zero S mit 11 kW ab 12.500 € zu haben.

Stille macht erfinderisch

Bei meiner Frage nach dem Sound und wie sich die Fahrweise ändert, lacht Christian Jog kurz auf. Die Frage hört er mit Sicherheit nicht zum ersten Mal. Bis 30 km/h sollte der Fahrer schon auf Fußgänger aufpassen, weil einfach die Fahrgeräusche kaum hörbar sind. Da muss man eben ein bisschen erfinderisch sein, man will ja auch nicht die ganze Zeit hupen: „Ich klappe ab und an mein Helmvisier hoch und pfeife einfach vor mich hin“, so Jog. Wenn man schneller fahre, sei das Abrollgeräusch der Reifen und das Summen des Motors aber dann doch laut genug.

(Noch) Keine Soundpflicht in der EU

Der Grund, warum E-Autos wie E-Motorräder in Deutschland noch nicht hörbar sind, ist schnell erklärt. In der Europäischen Union herrscht für E-Fahrzeuge noch keine Soundpflicht. Die muss noch in nationales Recht umgesetzt werden. Wer es also demnächst hinter sich pfeifen, aber nicht brummeln hört, sollte einen Schritt zur Seite gehen. Es könnte auch der Fahrer eines E-Motorrades sein, der sich bemerkbar machen möchte.

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