Wenn man an Elektroauto-Hersteller denkt, kommt den meisten Menschen eine Marke direkt in den Sinn: Tesla! Die deutschen Automobilhersteller, die eigentliche Herstellerelite, verpennt vieles und hat mit den Fehlern der Vergangenheit zu kämpfen. Der Dieselskandal ist das Thema der Tage und stimmt die Besitzer, eines solchen Fahrzeugs, in banger Angst. Verbot in Innenstädten? Teure Nachrüstung? Fahrverbot?

Die deutsche Automobilindustrie kennt ihren Feind

Alle großen Hersteller haben in den letzten Wochen bekannt gegeben, dass sie zukünftig viele Millionen in die eMobilität investieren wollen. Neue Modelle sollen den Markt bereichern und aus der Diesel Affäre führen. Doch haben viele den Start gehörig verpennt. Bis die geplanten Elektro Pkw auf den Markt kommen und mit der Reichweite und dem Preis eines Teslas mithalten können, wird es wohl noch dauern. Die meisten Hersteller eilen auf das Jahr 2020 zu und geben heute schon eindeutige Statements ab:

„In der alten Welt waren es Toyota, Hyundai und die französischen Autohersteller. In der neuen Welt ist es Tesla.“ so VW-Markenchef Herbert Diess gegenüber Inside und weiter „Tesla gehört zu den Wettbewerbern, über deren Fähigkeiten wir im Augenblick nicht verfügen.“

Eine Aussage die mich im Hinblick auf die sonst führende deutsche Autoindustrie traurig stimmt. Können wir nicht mehr, als einen mäßig schönen BMW i3 oder einen eGolf mit 300 km Reichweite in der 2017er Version? Wie so oft, bleibt es abzuwarten, was der dt. Automarkt an weiteren Produkten bereitstellt, man kann sich jedoch auf jeden Fall den fast übermächtige erscheinenden Elektroauto-Pionier aus Kalifornien und seinen CEO genauer angucken und eventuell etwas ableiten.

2003 gegründet von Elon Musk, wurde das Unternehmen schnell bekannt für seine Elektroautos. Das Model S gilt als der Pionier der Szene, nicht nur was elektrische Reichweite angeht, sondern auch beim Thema autonomes Fahren. Nun kommt das Model 3, dass das Unternehmen mit seinen Fahrzeugen massenmarktfähig machen soll. 450.000 Vorbestellungen gab es bereits und die ersten Fahrzeuge wurden bereits auf die Straßen entlassen.

Die Person hinter allem – Elon Musk

  • Elon Reeve Musk am 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika geboren
  • Co-Gründer des Onlinebezahlsystems PayPal
  • Gründer des privates Raumfahrtunternehmens SpaceX
  • Vermögen Stand April 2017: 14,8 Milliarden US-Dollar
  • Ein Meister der großen Worte.

Wenn Elon Musk auf seinem favorisierten SocialMedia Kanal Twitter loslegt, so kommen außergewöhnliche Versprechen und markige Sprüche. Der Tesla Chef hat Visionen, an die sich die meisten Visionäre nie herantrauen würden. Er will mit seinem Projekt Hyperloop Metropolen verbinden und den Mars kolonialisieren. Sein eigenes Raumfahrtunternehmen wurde mit dem Ziel gegründet, das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten.

Teslas neuestes Projekt

Sein neuestes Projekt bei Tesla ist das Model 3. Weitgehend mit autonomen Funktionen ausgerüstet und in der Standardversion erstaunlich günstig (Grundpreis: 35.000 US-Dollar). Weiterhin mit einer Reichweite von 354 km, Beschleunigungswerten von 0-100 km/h in ca. 5,6 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h. Ein Auto, welches das Potenzial hat, den Massenmarkt zu erobern.

Oft belächelt

Die Pläne von Tesla und seinem CEO wurden von Branchengrößen oft belächelt. Wie sollte ein Neuling der Autoindustrie diese revolutionieren? 2006 war der Diesel im Trend, die Hälfte der Neuwagen wurden mit solch einem Motor verkauft. Der Diesel war der Antrieb der Zukunft, Elektroautos konnten noch Keinen überzeugen. Jetzt, gerade einmal 11 Jahre später, sieht die Situation nun deutlich anders aus.

Und dahinter steckt eine nachhaltige Strategie. Etwa die Hälfte aller Tesla-Mitarbeiter sind laut dem VW-Markenchef Software-Experten. Tesla hat bewährte Elektromotoren und leistungsfähige Batterien, vertraut nicht auf die Regierungen in Sachen Netzausbau, sondern baut ein eigenes Schnellladenetz und ist weit bei der Entwicklung von autonomen Fahrstufen.

Finanzierung?

Ein negativer Punkt, den man Tesla tatsächlich vorwerfen darf; die Zahlen stimmen gar nicht. 750 Millionen Dollar Verlust im letzten Jahr bei einem Umsatz von 7 Milliarden Dollar. Doch auch in diesem Bereich bessert Tesla nach, der Verlust fiel dieses Quartal nicht so hoch aus, wie zuvor erwartet. Der Aktienkurs ist um 67 Prozent gestiegen und Tesla ist an der Börse inzwischen mehr wert als Ford oder GM.

Und was machen die deutschen Autobauer?

Als das Tesla Model 3 auf youtube weltweit vorgestellt wird, sitzen am anderen Ende der Welt die deutschen Autobosse von BMW, VW, Daimler & Co an einem Tisch und versuchen den Autofahrern die Dieselaffäre zu erklären. Der Kontrast ist deutlich. In Deutschland soll es nun ein Software-Update richten, die Probleme mit der eMobilität sind dadurch nicht aus der Welt.

Politisches Mysterium

Wie weit die deutsche Politik und Wirtschaft die eMobilität blockiert, weiß man nicht. Aussagen wie von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, dass bei der Nachbesserung der Diesel Fahrzeuge die Kunden sich motivieren sollten „..auf abgasarme moderne Diesel umzusteigen – und zwar auf ihre Kosten“, geben ein Bild zu der aktuellen Lage. Der Netzausbau von Schnellladestationen wurde von der Politik komplett verschlafen, anscheinend ist es nicht das Aufgabengebiet der Bundesregierung und besonders die Arbeitsplätze galt es zu schützen. Die Arbeitsplätze in der Autoindustrie sind wichtig, die eMobilität könnte einen zu großen Wandel bedeuten. Arbeiter müssten von der Herstellung von Verbrennern auf Elektromotoren umgeschult werden, falls dies überhaupt möglich ist. Es würde eine komplette Umschichtung stattfinden müssen.

Fazit

Viele Probleme existieren derzeit in der Autoindustrie, die es den Kaliforniern erst ermöglichen, die Autowelt in Atem zuhalten. Viele Faktoren wirken auf den Erfolg von Tesla ein und beeinflussen den Misserfolg der deutschen Hersteller mit. Es müssen jetzt klare Statements kommen und die Signale müssen mit vielen Millionen in der Förderung umgesetzt werden. Wir beobachten weiter und werden berichten.

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