Der Wahlkampf in Deutschland hat Einzug in die Medienwelt erhalten und natürlich muss auch der Diesel Skandal und die eMobilität abgearbeitet werden. So kommen nun sehr verschiedenen Aussagen der Politiker an die Öffentlichkeit. Wie die Politik mit der Elektromobilität umgehen will und welche Einschätzungen gemacht werden, lesen sie hier:

Politik – Pro eMobilität

Hier werden die Aussagen von Politkern gelistet, die Änderungen forcieren wollen, die sich positiv auf die Elektromobilität auswirken.

Peter Altmaier Kanzleramtschef CDU

„Wann wird unsere Autoindustrie, die gut ist, endlich ein Auto auf den Markt bringen, das 50 Kilometer weiter als ein Tesla fährt und 10.000 Euro weniger kostet?“ Mit dieser Frage spricht Altmaier gezielt die deutsche Automobilindustrie an. Er fordert, dass deutsche Autobauer mehr in die eMobilität investieren. Ziel ist es, gegneüber dem führenden Innovator Tesla konkurrenzfähig zu bleiben. Der Politiker ist von den dt. Managern der Automobilbranche „durch und durch enttäuscht“ und sorgt sich um die Arbeitsplätze der Branche. Immerhin 600.000 Stück in Deutschland.

„Wenn die Autoindustrie nicht realisiert, dass sie mehr in Elektrofahrzeuge, speziell in Städten, investieren muss, dann wird es sehr hart sein, Verbrennungsmotoren – Benziner und Diesel – langfristig zu verteidigen“. Fordernde Worte die auch den Rückhalt der deutschen Politik zeitlich begrenzen.

Martin Schulz SPD-Kanzlerkandidat

Kanzlerkandidat Schulz ist für eine verbindliche Quote für Elektroautos und dies europaweit. „Die deutsche Autoindustrie muss beim Thema Elektroautos deutlich besser werden“ und ihre „Hochnäsigkeit“ verlieren. Die SPD will „der Industrie deutlich mehr Druck machen“.

Der Süddeutschen Zeitung liegt ein Fünf-Punkte-Plan der SPD vor, der von der gesamten Automobilindustrie (Hersteller und Zulieferer) mehr Investitionen fordert, auch in die eigene Batterieproduktion. Zum Diesel Skandal sagt Schulz, dass falls die Updates nichts bringen, „technische Umrüstungen her“ müssen und das „natürlich auf Kosten der Hersteller“.

Anton Hofreiter Grünen-Fraktionschef

Die Grünen sind der Meinung, dass umweltfreundlichere Automobilität „umfangreiche politische Begleitung“ benötigt.

„Die Ladeinfrastruktur muss ausgebaut, die Forschung unterstützt werden. Zwischenziele über ambitionierte CO2-Grenzwerte auf europäischer Ebene bereiten den Umstieg vor. Und mit neuen Kaufanreizen muss die Nachfrage in Gang gebracht werden“

„Ein E-Auto, das mit Kohlestrom fährt, ist ökologisch keine gute Idee. Eines, das mit Sonne und Wind betankt wurde, schon. Entscheidend ist deshalb, dass Energie- und Verkehrswende Hand in Hand gehen.“

„Der Umstieg zu E-Autos muss begleitet werden durch eine andere Mobilitätspolitik. Elektroautos mit hoher Speicherkapazität und eher geringen Einsätzen sind ökologisch fragwürdig. Deswegen ist es sinnvoll, E-Autos etwa als Taxis, Lieferwagen und Carsharing-Fahrzeuge besonders zu fördern. Und parallel den öffentlichen Personennahverkehr, die Bahn und den Radverkehr als Alternativen zum Auto massiv auszubauen.“

Politik – Contra eMobilität

Hier werden die Aussagen von Politkern gelistet, die Änderungen erst in den nächsten Jahren & Jahrzenten forcieren wollen. Diese Aussagen wirken sich eher positiv auf den Diesel & Verbrenner allgemein aus und führen keinen schnellen Wandel herbei.

Christian Lindner FDP Parteichef

Christian Lindner sprach sich in einem Interview gegenüber Deutschlandfunk gegen ein Fahrverbot von Diesel Fahrzeugen aus. Er ist der Meinung, dass ein schneller Umstieg auf reine elektrische Automobile der Umwelt mehr Schaden als Nutzen zufügen würde.

„Denn reine Elektromobilität ist angesichts von so viel Braunkohle, die für die Batterien benötigt werden würde, um sie zu laden, ökologisch schlechter als moderne Verbrennungsmotoren“.

Er ist der Meinung, dass der Diesel „auf Dauer auch für die Kunden ein sicheres Fortbewegungsmittel mit Blick auf die Innenstadt“ ist. In die Kaufentscheidung der Deutschen will Lindner auf keinen Fall eingreifen, diese achtet er als „sensiblen Bereich“.

Sein Vorschlag, den hohen Belastung der Innenstädte und den drohenden Verboten entgegenzuwirken ist, dass „alle möglichen Maßnahmen jetzt schnell umgesetzt werden, von der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs, also Busse oder auch die Müllabfuhr, über die Sanierung von Heizungen, die Modernisierung von Heizungen in den Großstädten, intelligente Verkehrsführung, damit es überhaupt gar nicht zu Stauungen kommt.“

Horst Seehofer CSU Parteichef

Dass der CSU Chef kein Fan von der Abschaffung des Diesels ist, hatten wir schon gemerkt, als er vorschlug Elektromobilitätsfördergelder für Diesel Modernisierungen einzusetzen. Er hat versprochen, dass seine Partei sich gegen ein Verbrenner-Verbot einsetzen wird, falls die CSU an der Bundesregierung beteiligt ist.

„Ein Verbot des Verbrennungsmotors legt die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands“ so Seehofer gegenüber der Funke Mediengruppe. Und ein Verbot ist für die CSU nicht verhandelbar. „Das ist in Koalitionsgesprächen für die CSU genauso wenig verhandelbar, wie Steuererhöhungen (…)“. Verbote würden „zu einer Planwirtschaft und nicht zu einer Marktwirtschaft“ passen. Die feste Quote für die eMobilität hält Seehofer für „Blödsinn“.

Angela Merkel Bundeskanzlerin CDU

Die Kanzlerin hält ein schnelles Ende des Verbrennungsmotors für nicht möglich. Bei „Berlin direkt“ stellte sich gegen die Forderungen der Grünen. „Den Diesel wird es noch viele, viele Jahre geben, genauso wie den Verbrennungsmotor“. Merkel spricht in diesem Zusammenhang von „Jahrzehnten“.

Der Dieselmotor wird heutzutage benötigt, um die Klimaschutzziele einzuhalten. Dies geht ein Hand mit modernen und umweltfreundlichen Dieselmotoren und kann nicht mit einer Jahreszahl betitelt werden. Der Umstieg auf die die moderne Elektro- oder Wasserstoffmobilität muss trotzdem parallel geschafft werden, so Merkel.

Fazit

Der Wahlkampf erfasst als Thema natürlich auch die deutsche Automobilindustrie. 600.000 Beschäftigen haben einen hohen Einfluss auf die Politik und die Aussagen der Politiker müssen vorsichtig getroffen werden. Die im Fokus stehenden Personen haben zu diesem Thema jedoch ungewöhnlich eindeutige Aussagen getroffen, wie oft diese im Wahlkampf noch revidiert werden, bleibt abzuwarten. Was ist ihre Meinung zu den Aussagen unserer Politiker? Wem stimmen Sie zu?

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