Roadmap E: VW macht bei Elektromobilität ernst

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VW investiert massiv in E-Mobilität
Quelle: Volkswagen Media Services

Der VW Konzern stellt seine Weichen für die Zukunft und plant massive Investitionen in neue Technologien.

Der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller teilte mit, dass der Automobilhersteller plant, bis zum Jahr 2025 weltweiter Marktführer für E-Mobilität zu werden. Der Aufsichtsrat beschloss hierfür am Freitag Investitionen in Milliardenhöhe.

34 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren 

Damit setzen die Wolfsburger die im September vorgestellte E-Strategie „Roadmap E“ um. „Das Auto wird gerade neu erfunden. Dafür investieren wir gezielt und aus eigener Kraft die nötigen Mittel“, betonte Konzernchef Müller. Konkret investiert VW in den kommenden vier Jahren mehr als 34 Milliarden Euro in die Entwicklung von E-Mobilität. Hierdurch sollen bis zum Jahr 2025 für 80 verschiedene Modelle Elektro- oder Hybridvarianten angeboten werden. Die gesamte Modellpalette wird planmäßig bis zum Jahr 2030 jeweils in einer E-Version produziert.

Auch international verkündet der zweitgrößte Autohersteller der Welt eine E-Offensive: In China investiert VW weitere zehn Milliarden Euro bis 2025 für alternative Antriebe. Hierdurch werden auf dem chinesischen Markt insgesamt bis zu 40 Fahrzeugmodelle elektrifiziert.

Zwickau wird zum E-Werk

Der VW-Aufsichtsrat einigte sich auch auf eine Neustrukturierung der Werkbelegung. Das heißt, dass ab der nächsten Generation die gesamte Golf-Familie in Wolfsburg produziert wird. Die Passat-Produktion wird bereits ab Ende 2018 ausschließlich nach Emden verlegt. Damit gelingt dem deutschen Automobilhersteller die Umgestaltung des Standorts Zwickau zum ausschließlichen E-Mobilitäts-Werk und ermöglicht dort die Serienproduktion von Elektrofahrzeugen auf dem selbstentwickelten Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). Damit sichert der Konzern auch langfristig Arbeitsplätze in Deutschland.

Strategie überzeugt die VW-Aktionäre

Die massiven Investitionen überzeugen auch die Aktionäre an der Börse. Der Aktienkurs des Traditionsherstellers nähert sich langsam wieder dem Vorkrisen-Niveau an. Finanzvorstand Frank Witter zeigte sich zuversichtlich, trotz der Dieselkrise das Minimalziel von 20 Milliarden Euro verfügbarer Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile zu erreichen.

Man darf nicht vergessen, dass die Investitionssummen für den größten deutschen Automobilhersteller aufgrund der Abgaskrise einen enormen Kraftakt darstellen. Die Strategie verdeutlicht aber auch, dass VW nicht mit neuen überraschenden Kosten in Sachen Abgas-Affäre rechnet. Man geht davon aus, das Schlimmste bereits überstanden zu haben.

Kann VW mit den Investitionen die Konkurrenz auf dem e-Markt – vor allem Tesla – abschütteln? Zumindest mischt VW endlich mit…

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