Mit E-Kennzeichen kostenlos parken

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Mit E-Kennzeichen kostenlos parken
Quelle: BMW Group

Mit E-Kennzeichen kostenlos parken. Das geht in einigen deutschen Städten mittlerweile tatsächlich. Immer wieder sieht man Autos mit Nummernschildern, bei denen hinter der Nummer noch ein ‚E‘ steht. Was das bedeutet? Das Auto ist ein Elektroauto – und der Fahrer bekommt damit einige Vergünstigungen. Beispiele sind Stuttgart, Hamburg oder auch Landsberg. Grund für die Ermöglichung dieser Ausnahmen ist das Emobilitätsgesetz (EmoG). Es trat bereits im Juni 2015 in Kraft und erlaubt Städten und Gemeinden, Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb Sondergenehmigungen auszustellen.

Welche Vorteile sind das?

Seit September 2015 können diese Kennzeichen für rein elektrische betriebene Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellen-Autos auch in Stuttgart beantragt werden. Bei den speziellen Rechten, die man mit den Kennzeichen erhält, kann es sich zum Beispiel um kostenloses Parken oder die Mitbenutzung von Busspuren handeln. Das funktioniert allerdings nur, wenn das Elektroauto auch entsprechend gekennzeichnet ist. Wer das E-Kennzeichen in der Form ‚MK-GG-23E‘ besitzt oder eine E-Plakette auf der Windschutzscheibe kleben hat, kann mit seinem E-Auto auf den gebührenpflichtigen Flächen kostenlos parken – oder bekommt eine Stunde geschenkt.

In Landsberg bekommt man eine Stunde geschenkt
Quelle: Sabrina Pfeifer

E-Kennzeichen in Stuttgart

Stuttgart hat bereits 2012, also drei Jahre vor dem Inkrafttreten des EmoG einen Sonderparkausweis für E-Fahrzeuge eingeführt, mit dem Besitzer von solchen Autos kostenfrei auf gebührenpflichtigen Parkplätzen fahren konnten. Wer allerdings auch 2017 weiterhin ohne Parkgebühren parken will, der muss das neue Kennzeichen für sein Elektrofahrzeug beantragen. Die letzten Ausweise liefen Ende September 2016 aus.

Für Stuttgarter, die mit dem Auto in die Stadt fahren und ständig auf Parkplatzsuche sind, ist das natürlich eine ziemlich Erleichterung. Wer holt sich schon gerne einen Strafzettel, weil er nur eine zehn Minuten am Straßenrand kurz geparkt hat, um noch in den Supermarkt zu sprinten?

Der Haken am Emobilitätsgesetz

Die 50. Verordnung zur Änderung von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften im EmoG, die es ermöglicht E-Fahrzeugen Sonderrechten zu erteilen, muss von jeder Stadt oder Gemeinde selbst umgesetzt werden. Das bedeutet jede Kommune kann selbst entscheiden, ob E-Fahrer Vergünstigungen in Anspruch nehmen können.

Was wäre, wenn…?

Und es gibt noch ein Problem, das in etwas fernerer Zukunft auftauchen könnte: Deutschlandweit waren laut Kraftfahrtbundesamt am 1. Januar 2017 199.427 PKWs mit E- oder Hybridantrieb zugelassen. Das sind 0,4% der Pkw-Gesamtzulassungen von 45.803.560 Fahrzeugen – aber bei den rein elektrisch betriebenen PKWs bedeutet das eine Steigerung um knapp 33% gegenüber dem Vorjahr. Daher stellt sich mit Sicherheit irgendwann die Frage, wie lang diese Sonderregelungen noch Bestand haben werden. Wenn wirklich vollständig auf Elektromobilität umgestellt würde, sollten diese Ausnahmeregelungen wieder zurückgenommen werden. Sonst dürften ja alle E-Autobesitzer kostenlos parken und Busspuren befahren – da wären vor allem die großen Städte sicher nicht sehr erfreut. Als Anreiz ist es bis dahin aber natürlich eine tolle Sache.

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