Für die breite Masse noch gar nicht erhältlich, trotzdem nur „durchschnittlich verlässlich“. Diesen Vorwurf muss sich nun Tesla mit dem Model 3 gefallen lassen. Denn das US-Verbrauchermagazin Consumer Reports will bereits wissen, dass die Technik des Elektroautos nur „durchschnittlich verlässlich“ ist. Das gefällt Tesla gar nicht und provozierte eine direkte Gegenreaktion.

Reaktion von Tesla

„Unsere eigenen Daten zeigen, dass die Autoberichte von Consumer Reports regelmäßig falsch und irreführend für die Verbraucher sind“, so Tesla. Die Tester konnten das Model 3 noch nicht ausführlich erproben und haben ihre Einschätzung auf dem Model S aufgebaut. Es hat keine Befragung von Käufern des Models 3 gegeben und kein Mitarbeiter der Organisation sei das Fahrzeug gefahren, eine Beurteilung sei damit nicht möglich. Das beliebteste Model der Kalifornier hatte auch ähnliches erfahren. Es wurde zunächst hervorragend bewertet und später nur mit durchschnittlicher Verlässlichkeit bemängelt.

Stellungnahme Consumer Reports

Consumer Reports verteidigt seinen Bericht mit einer Pressemeldung. Auto Chef Tester Jake Fischer betonte, dass das Magazin keinem vom Kauf des Model 3 abraten würde, man jedoch prognostiziere, dass das Model 3 „durchschnittlich verlässlich“ sei. Eine „super tolle Note“ werde man im ersten Jahr von den Experten nicht erhalten. Die Einschätzung eines auf den Markt kommenden Modells sei oft „durchschnittlich verlässlich“.  Und weiter zu Tesla: „Sie scheinen misszuverstehen, was wir machen“, &  „unser jährlicher Zuverlässigkeits-Report und die Prognosen sind etwas anderes als die Autotests.“

Aussage belegen?

Ja, die Aussage soll sogar belegt werden. Consumer Reports kündigte an, sich bald möglichst ein Model 3 zuzulegen und ausführlich zu testen. „Wenn es bei unseren Tests OK abschneidet, dann könnte es sich um ein Fahrzeug handeln, das wir empfehlen“, so Fisher. Ob Tesla dem Warentest ein Model 3 schnellstmöglich bereitstellen will, ist nicht bekannt.

Prognose

„Wir bei Consumer Reports vertrauen unseren Daten, Methoden und Berichten.“ Und diese Daten, Methoden und Berichte ergeben die Prognose über die Zuverlässigkeit, die auf 2 Säulen aufgebaut ist. Man habe 2000 Kunden der Modelle Model S und Model X nach der Zuverlässigkeit befragt (Säule 1) und geschlussfolgert, dass das Model 3 einfacher konstruiert sei und deshalb weniger Pannen haben sollte (Säule 2). Aus diesen zwei Säulen ergibt sich die Beurteilung.

Fazit

Das amerikanische Pendant zur Stiftung Warentest greift Tesla wahrscheinlich unbewusst mit der Beurteilung des Model 3 an. Die Kalifornier, die oft von der Presse für ihre Fahrzeuge gelobt werden, reagierten äußerst gereizt. Fraglich ist bei der Meldung definitiv, ob sich von den vorherigen Modellen Rückschlüsse auf das Model 3 ziehen lassen, besonders da das neue Modell auf einer neuen Plattform aufgebaut und technisch deutlich einfacher gehalten wurde. Die bissige Reaktion von Tesla zeigt aber auch den Druck, den der innovative Autobauer sich mit der Massenmarktfähigkeit dieses Models auferlegt hat. Es gibt einige Start-Schwierigkeiten beim Model 3 und anscheinend will man bei der CR-Abteilung jede Kritik im Keim ersticken. Ob das so funktioniert hat? Naja.

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