Hell – und schon wieder wird eine ethisch eher fragwürdige Strategie von UBER bekannt. Die aktuellen Informationen belegen, dass UBER die Fahrer des Mitbewerbers LYFT mit einer geheimen Software ausspioniert haben soll. So wollte sich das Unternehmen Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

Über die Unterschiede und die Konkurrenz zwischen den beiden Ride-Sharing-Anbietern UBER und LYFT haben wir bereits berichtet. Auch, dass die beiden Unternehmen sich in der Entwicklung ihres Leistungsspektrums stark aneinander orientieren, haben wir bereits angesprochen. Jetzt sind Informationen ans Licht gekommen, die das Wetteifern um Angebot und Kunden auf ein neues Niveau bringt.

Welche Informationen hat Hell gesammelt?

Betroffen waren insbesondere die Fahrer, die für die Unternehmen UBER und LYFT parallel unterwegs sind und je nach Angebot unterscheiden, für wen sie fahren möchten. Im Ride-Sharing ist Verfügbarkeit einer der Punkte, der am stärksten auf die Kundenzufriedenheit einzahlt. Klar, denn ich möchte ja, dass mein Fahrer möglichst zeitnah bei mir ist.

UBER kann über seine Spionagesoftware sowohl Informationen darüber einsehen, wie viele Fahrer verfügbar sind, als auch was deren Preise sind. So konnte UBER den Fahrern, die für beide Anbieter unterwegs waren also immer bessere Angebote machen und sie so davon überzeugen die Fahrten der LYFT-Kunden nicht anzunehmen und sie sogar ganz abwerben.

Hell sei wohl entstanden, da UBER vorgetäuschte Fahrer-Profile angelegt hatte und so dem LYFT-System den Standort der acht realen LYFT-Fahrer in der unmittelbaren Umgebung zu entlocken. Da LYFT seinen Fahrern Identifikationsnummern zuteilt konnte UBER die Fahrer dauerhaft überwachen und so auch herausfinden, welche ebenso für UBER fuhren. Wenn sich UBER-Fahrer bei LYFT einloggen wollte, überzeugte UBER diese durch Boni und lukrative Fahrten, dies nicht zu tun.

Seit Anfang 2016 ist die Software nicht mehr aktiv. Sie soll 2 Jahre im Umlauf gewesen sein. Nur wenige Mitarbeiter, darunter Travis Kalanick waren anscheinend darüber informiert.

Heaven, Hell and Greyball

God View oder Heaven nennt UBER die Software mit der es Fahrer und Kunden zusammenführt. Daher soll der Name Hell abgeleitet sein. Aber UBER hat in der Vergangenheit bereits durch eine andere Software von sich hören lassen. Denn durch Greyball hat das Unternehmen aktiv verhindert, dass die Fahrer von Behörden überwacht würden, indem Fahrten für mögliche Kontrolleure einfach nicht erreichbar waren.

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