In unserer Serie zu UBER wollen wir heute der Frage nachgehen, woran es liegt, dass in Europa und besonders in Deutschland UBER unter Druck ist. Aus der vor wenigen Jahren begonnenen Initiative in mehreren Städten Deutschlands ist ja heute ein erfolgreicher Service in München und eine Pflichtveranstaltung in Berlin geworden. Da hat selbst die Schweiz mehr Städte für UBER Fahrten im Angebot.

‚No more UBER in Denmark‘

Doch woran liegt das, dass wir in Europa so große Schwierigkeiten mit dem Transportservices von UBER haben? Seit gestern ist jedenfalls in Dänemark komplett Schluss. Die Dänen haben eine Verschärfung ihrer Gesetze beschlossen. Dort müssen alle Fahrzeuge, die gewerblich Gäste aufnehmen, über Kameras, Sitzsensoren und Taxameter verfügen.

Ein Affront, initiiert durch das Taxigewerbe und Rückzugsgrund für UBER mit ca. 2.000 Fahrern in Dänemark. Die 300.000 Nutzer der UBER App in Dänemark werden sich wohl andere Transportdienste suchen müssen. Heise Online berichtet, dass zumindest ein App-Entwicklungszentrum in Dänemark verbleiben soll und so ganz hat UBER nicht aufgegeben, denn man wolle weiterhin versuchen, die Politik zu überzeugen, das neue Gesetz noch abzuändern.

UBER Pop in Deutschland seit 2015 eingestellt

Auch in Deutschland wurde Uber Pop bereits in 2015 eingestellt. Das Landgericht Frankfurt und Oberlandesgericht Frankfurt erklärten UBER Pop als gesetzeswidrig. UBER launchte seinen UBERX Service daraufhin in München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und der Hauptstadt Berlin. Tja und davon ist lediglich ernstzunehmend die Stadt München übrig geblieben. Denn in Berlin fehlt die UBER typische zahlungsbereite Kundschaft, da ist der größte Wettbewerber wahrscheinlich eher die BVG.

Woran liegt es, dass UBER in Deutschland keinen Erfolg hat?

Vielleicht ist es der gute Zustand deutscher Taxen, der UBER den Erfolg verwehrt. Vielleicht sind es die App MyTaxi und andere, die uns in Deutschland den Zugang zur Fahrt bereits eröffnen. Vielleicht sind es sogar die Sorgen der deutschen App-User zum Thema Datenschutz. Gerade mit dem Wissen, dass mein Daten auf amerikanischen Servern ruhen, haben viele Deutsche Probleme. Oder es sind gar die besseren Konditionen für die Taxifahrer, die dafür sorgen, dass zunächst der Call von MyTaxi oder ähnlichen Services angenommen wird. Keine Frage – in keinem anderen Land ist UBER unter Druck, wie in Deutschland. Ein Blick zurück:

In Deutschland basieren die Rahmenbedingungen auf Gesetzen aus den 80er Jahren

Einen wesentlichen Anteil an den unvorteilhaften Rahmenbedingungen in Deutschland trägt die Lobbyarbeit des Taxiverbandes in den 80er Jahren. Und wenn man so will, so ist das der ursprüngliche Grund, weshalb UBER unter Druck ist. Unter dem Vorwand, man benötige Sonderrechte wegen seiner „öffentlichen Aufgaben“ wurden dem damaligen Wettbewerb in Form von privaten Mietwagen-Unternehmen serienweise Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Da wurden Gesetze geschaffen, die es den Mietwagen Betreibern verboten, Fahrgäste am Straßenrand aufzulesen. Nach jeder Kundenfahrt mussten die Mietwagen zum Betriebssitz zurückkehren, der aus Kostengründen oftmals am Rande der Großstädte lag. Erst dann durfte ein neuer Auftrag, damals noch per Funk, aufgenommen werden. Bussgeld damals gegen einen Verstoß gegen die „gesetzliche Rückkehrpflicht“ war bis 1.000 Deutsche Mark, die Anzeigen erstatteten meist die Taxiunternehmen, die ihre Konkurrenten argwöhnisch belauerten. Was für ein kompletter Humbug.

Den wahren Gipfel stellte die Einführung der Mehrwertsteuer dar. Für Taxen, und das ist heute (im Jahr 2017!) noch so, gilt da die Hälfte, seit 1968 zahlen die Mietwagen den vollen Mehrwertsteuersatz. Da wird es an der Zeit, dass Bundesregierung und einzelne Parteien sich aufmachen, um endlich die deutschen Gesetze zur Personenförderung in das neue Jahrtausend zu führen. Das sogenannte Personenbeförderungsrecht gehört dringend überholt. Das gilt sowohl für den kompletten Unsinn wie etwa die Rückkehrpflichten für Mietwagen, als auch für technologische Regelungen, die privaten Mitfahrdiensten die Transportservices erschweren.Und genau deshalb ist UBER unter Druck in Deutschland.

Angebot und Nachfrage sollen sich frei finden

Und dann wird der Markt die Nachfrage mit dem Angebot regeln. Viele der Taxifahrer, die ich in Berlin oder München kennengelernt habe, nutzen im Laufe ihrer Schicht zwei oder gar drei verschiedene Apps für die Kunden-‚akquise‘. Möge doch die Auswahl anhand der besten jeweiligen Fahrgebühr getroffen werden können. Da können Trinkgelder oder auch Aufschläge zu Zeiten besonders hoher Nachfrage ein Incentive sein, oder eben abschreckend wirken.

Liebe Taxidienste: weckt endlich auf und kommt an im 21. Jahrhundert. Uns Kunden geht es um die Qualität des Transportes von A nach B. Und da ist der Preis nur ein Bestandteil meiner Betrachtung. Denn generell hat Wettbewerb dem Servicegedanken noch nie geschadet.

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