Toyota macht Ernst und gründet Taskforce für den Bau von Elektroautos

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Bild: Toyota - Electric Vehicle Taskforce gegründet

Wer in der Vergangenheit auf die Hersteller schaute, die mit Elektroautos im Portfolio glänzten, der rieb sich verwundert die Augen. Ausgerechnet der weltweite Hybrid-König Toyota war nicht darunter. Sieht man mal von einigen wenigen rein elektrischen Kompakt-SUV RAV4 für den kalifornischen Markt ab, so war Toyota strikt gegen die Elektroautos. Man baut zwar seit geraumer Zeit mit dem sog. Mirai ein Brennstoffzellenfahrzeug, das rein elektrisch unterwegs ist. Dieses Fahrzeug ist jedoch eher für Nischenmärkte gedacht und wird wohl kaum dem Anspruch der Japaner gerecht, Fahrzeugmodelle stets massentauglich und global anbieten zu können.

Man glaubte bislang nicht recht an den Durchbruch von eAutosin der japanischen Zentrale. Zu teuer sei das Ganze und die möglichen Reichweiten seien zu unattraktiv. Nun, diese Einstellung scheint sich jetzt zu ändern. Es gibt viele Anzeichen, dass die Japaner es Ernst meinen mit dem Bau eines eigenen Elektrofahrzeugs.

Die Electric Vehicle Taskforce von Toyota

Erstes Indiz ist eine neue Organisationseinheit in der Führungsetage von Toyota. Die Japaner haben eine spezielle EV-Taskforce aufgesetzt. EV steht für ‚Electric Vehicle’ und intern wird diese neue Unit ‚virtual organisation’ bezeichnet.

Sie besteht aus vier Personen und die vielleicht wichtigste Besetzung ist der Kopf dieser EV-Einheit: Akio Toyoda. Er ist der Enkel des Toyota Gründers Kiichiro Toyoda und seines Zeichens Präsident und CEO der Toyota Motor Corporation seit 2009. Mit einer solchen Besetzung wird klar, wohin der Weg des größten weltweiten Fahrzeugherstellers geht. Man wolle die Möglichkeiten der Elektromobilität ernsthaft prüfen, so heißt es aus der Firmenzentrale.

Neben dem Gründerenkel sitzt ein Abgesandter von Denso in der Taskforce, also jenem Produzenten elektrischer Antriebskomponenten und elektronischer Bauteile. An Denso hält Toyota einen Anteil von 25 Prozent, das mag sich jetzt auszahlen.

Toyota macht Ernst und beruft den Prius Chef-Ingenieur in die neue Einheit

Und dann kommt der Chef-Ingenieur Koji Toyoshima aus der Prius Hybrid Einheit mit in das Electric Vehicle Team. Toyota macht Ernst und die Idee des virtuellen Teams ist, dass man ‚out of the box’ denken möchte. Im Sinne innovativer Disruption baut also Toyota sein kleines Startup Team. Der Präsident Akio Toyoda erklärt: „wir wollen das richtige Auto zum richtigen Zeitpunkt bringen. Wichtig ist für unser Unternehmen dabei auch die Umsetzung modernster Arbeitstechniken und die schnelle Umsetzung von Innovationen.“ So klingt sonst eher ein Startup Unternehmer.

Rechtzeitig zu den olympischen Spielen in Tokio 2020

Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge sollen die ersten reinen Elektromodelle 2020 auf den Markt kommen. Der Zeitpunkt wäre prima gewählt, denn in diesem Jahr finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Doch das wird wohl kaum der einzige Grund sein. Die Ankündigung aus China, einen Prozentsatz der importierten Fahrzeuge in elektrischer Form zur Pflicht zu machen, dürfte die Innovationsentscheidung von Toyota durchaus beeinflusst haben. Anstelle der befürchteten Strafzahlungen für nicht vorhandene Elektromodelle wird jetzt eben in Elektrofahrzeuge investiert. So kann’s gehen.

 

 

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