Die Model 3 Produktion lässt Tesla und seinen CEO in der Produktionshölle schmoren. Auf der einen Seite der Weltkarte wird Mitarbeitern überraschend gekündigt, in Deutschland erhalten die Arbeiter 30 Prozent mehr Gehalt. Und das Model 3 will nicht so ganz aus der Hölle raus kommen.

Tesla zahlt mehr Gehalt

Der Kampf zwischen der IG Metall und Tesla begann vor einigen Monaten. Nach der Übernahme Anfang November 2016 von dem deutschen Produktionsanlagenbauer Grohmann durch Tesla, hat man wohl vor kurzem eine Einigung im Tarifstreit erzielt. Zum Produktportfolio von Tesla Grohmann Automation gehören Maschinen zur Produktion von Mikroprozessoren und Speicherchips, und besonders die für Tesla interessante Lithium-Ionen-Batteriezellen und Batteriemodule.

Rückblick

Tesla übernahm im November 2016 das 1963 von Klaus  gegründete Unternehmen. Im April 2017 verließ der Gründer Klaus Grohmann die unter dem neuen Namen „Tesla Grohmann Automation“ benannte Firma überraschend. Der Gründer hatte nach einer Auseinandersetzung mit Elon Musk die Reißleine gezogen. Musk forderte die Produktion für Konkurrenten (BMW, Daimler..) einzustellen und sich auf das Model 3 zu fokussieren.

Tarifverhandlungen

Infolge des Ausscheidens von Klaus Grohmann wurde bekannt, dass die Gewerkschaft IG Metall mit Tesla Tarifverhandlungen aufnehmen wollte. Dies Geschah, nach Angabe der IG Metall aus dem Grund, dass das Lohnniveau 25-30 Prozent unter dem Tarifgehalt liegt. Streiks wurden geprüft. Da „Tesla Grohmann Automation“ alle anderen Geschäftsbeziehungen abbrechen musste, wollte man neben dem Anstiegs des Lohns auch einen Zukunftssicherungsvertrag vereinbaren.

Teslas Reaktion

Tesla bot allen Grohmann-Beschäftigten 150 Euro im Monat mehr, ein Sofort-Bonus von 1000€ bar und Aktienoptionen im Wert von 10.000 US-Dollar mit einer Ausschüttung über vier Jahre. Jedoch ohne den geforderten Tarifvertrag und ohne Zukunftssicherungsvertrag bis 2022. Grohmann-Betriebsrat Chef Uwe Herzig ist nicht gelungen, dass Tesla den IG-Metall-Tarifvertrag übernimmt, jedoch hat man die Kalifornier davon überzeugen können die Gehälter auf das Niveau eines Tarifvertrags anzuheben. Das entspricht einem Zuwachs von rund 30%.

Grund der  Zugeständnisse

Das Tesla sich momentan Tief in der Produktionshölle befindet, sieht man an den niedrigen Produktionszahlen. Deshalb hatte man auch eine starke Verhandlungsposition bei Grohmann, da Streiks, weitere Engpässe bedeutet hätten. Grohmann liefert unter anderm die Maschinen die bei der Produktion des neuesten Tesla zum Einsatz kommen.

Entlassungen in Amerika

Dass die  Produktionsschwierigkeiten auch andere Folgen haben können, haben die Mitarbeiter in Amerika zu spüren bekommen.
Die drastische Management Entscheidung war die Entlassung Hunderter Mitarbeiter (400 bis 700). Aktuell sucht man weltweit mehr als 2.000 neue Mitarbeiter, wahrscheinlich auch Ersatz für die entlassenen Kräfte.

Angeblich Grund

Angeblicher Grund für die Entlassungen sind mangelnde Leistungsbeurteilungen.  Unter den Entlassungen seien Ingenieure, Manager und Arbeiter. Sie sind nach der halbjährlich anstehenden Bewertung entlassen worden. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht. Nach jüngsten Angaben hat Tesla 33.000 Mitarbeiter.

Wahrer Grund?

Mitarbeiter nennen gegenüber der Presse mittlerweile die wahren Gründe. Gegenüber dem US-Sender CNBC wurde berichtet, dass der wahre Grund eine Kostenersparnis sei. Aktive und entlassene Kräfte berichteten dies als Hauptgrund der Entlassungen. Es handelte sich angeblich um hoch bezahlte Positionen. Die Entlassung erfolge ohne Vorwarnung per Telefon oder Email und galt umgehend.

Fazit

Tesla befindet sich momentan in einer schwierigen Phase und muss mit dem Model 3 zeigen, ob es ein Unternehmen sein kann, das Massenmarktfähig ist. Mitarbeiter von einem auf den anderen Tag zu entlassen, ist in Amerika nicht unüblich (hire & fire), ich finde jedoch diesen Schritt äußerst unsozial, da den Mitarbeitern damit auch die Chance zur Verbesserung der Leistung genommen wird. Ob man sich mit der Entlassung der  Ingenieure und Manager weiterhin einen Gefallen getan hat, wird man in den kommenden Monaten feststellen, in denen es noch mehr um die Erreichung der Produktionsziele geht, als bei Produktionsbeginn. Es gilt die Versprechung „20.000 im Dezember“ zu erreichen.

Dass man in Deutschland auf ein anderes Arbeitsrecht trifft, musste Tesla schmerzhaft spüren. 30 % mehr Gehalt ist eine merkbare Einbuße.

Kommentar verfassen