Diese Woche hatte ich die Gelegenheit, ein kleines elektrisches Motorrad ganz kurz zu testen. Es handelte sich um das Super SOCO von HORWIN Europe aus dem österreichischen Kammersdorf. Für mich stellt es eine Alternative zum elektrischen Fahrrad dar.

Klein, leicht, günstig

Es gibt zwei Varianten. Eine entspricht 50 ccm³, eine 125 ccm³ Leistung. Letztere ist 1.000€ teurer, aber mit einem Preis von 3.900€ auch noch eher günstig. Der Rahmen besteht aus einer Mischung aus Aluminium und Stahl. Das spart Gewicht und sorgt für Flexibilität. Flexibel kam sie mir bei meiner kurzen Runde auch vor. Sie lässt sich sehr gut steuern und durch das geringe Gewicht von etwa 80 kg sind enge Kurven kein Problem, selbst wenn man nicht geübt ist. Über den Federweg und die Fußrasten kann die Größe an den eigenen Körper angepasst werden. Mit meinen zwei Metern war sie sehr angenehm zu fahren. Sie verfügt über drei Fahrmodi. „Eco“, „Normal“ und „Sport“. In allen drei ist ausreichend Beschleunigung vorhanden. Die Reichweite variiert entsprechend. Die Anzeige bei 96% gespeicherter Energie reichte von 96 km über 79 km bis zu 57 km. Das war die 50 cmm³-Variante. Mit einem zusätzlichen Akku-Pack erhöht sich die Reichweite auf maximal 160 km. Ist nur ein Akku-Pack dabei, gibt es genügend Stauraum für eine mittelgroße Handtasche, oder einen halb zusammengelegten Rucksack. Eine Ladung von 2 Stunden am Schuko-Stecker genügt für 20-30 km. Für die tägliche Pendelstrecke und spontane kürzere Fahrten also sehr flexibel einsetzbar. Die Geschwindigkeit liegt laut dem zuständige Berater mit 50 ccm³ bei 60 km/h und mit 125 ccm³ um die 120 km/h. Gedrosselt fährt sie 45 km/h. Die Kraft dafür kommt von einem Elektromotor von Bosch mit 120 nm Drehmoment. Natürlich ist auch die Rekuperation und LED-Leuchten an Bord.

Kleine Besonderheiten

Via Bluetooth lässt sie sich mit dem Smartphone und einer App verbinden. Darüber können die Informationen des Bordcomputers abgerufen werden und sie dient dem Diebstahlschutz. Eine Besonderheit dürfte die schlüssellose Bedienung sein, wie man sie von vielen PKW bereits kennt. Daher gibt es auch einen Startknopf. Davon bin ich allerdings kein Fan, da das Fahrzeug (zumindest von einigen Verbrennern weiß ich das) mit einem Signalverstärker und entsprechender Software auf einem Tablet leicht entführt werden kann, ohne den Schlüssel jemals in der Hand zu halten.

Eine Alternative zum E-Fahrrad?

Auch wenn die Super SOCO auf 45 km/h gedrosselt ist, so stellt sie für mich eine Alternative zum E-Bike und sowieso zu normalen Rollern oder Mopeds dar. Denn sie sieht aus wie ein normales Motorrad. Sie ist zwar etwas kleiner, aber das fällt auf den ersten Blick nicht auf. Das gemeinsame Problem bei Fahrrädern, Mopeds und Rollern ist, dass sie von vielen Autofahrern nicht ernst genommen und abgedrängt werden, während große Motorräder akzeptiert sind. Immerhin sind die normalerweise schnell. Daher dürfte man auf der Super SOCO sicherer unterwegs sein. Einen normalen Tankrucksack kann man auf jeden Fall befestigen und Satteltaschen oder eine Box am Heck könnten auch möglich sein.

 

 

Bilder: 1000ps.de und http://www.supersoco.at

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