StreetScooter der Post erobern Stuttgart

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StreetScooter erobern Stuttgart
Quelle: StreetScooter.eu

Ein kleines Update: Die StreetScooter der Post erobern Stuttgart. 20 dieser elektrisch betriebenen Zustellautos der Deutsche Post DHL Group sind jetzt auch in der schwäbischen Landeshauptstadt Stuttgart unterwegs. 2014 kam das kleine gelbe Auto erstmals bei der Paketauslieferung zum Einsatz – vornehmlich in Zustellstützpunkten in Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile sind in ganz Deutschland 2.500 StreetScooter der Post im Einsatz.

Mit E-Antrieb durch die Feinstaub-Hauptstadt Stuttgart

Im Herbst 2016 wagte die Deutsche Post DHL Group den Schritt aus NRW heraus: In der feinstaub-geplagten Stuttgarter Innenstadt werden Pakete und Briefe künftig auch mit E-Autos zugestellt. Stuttgart war damit die erste Stadt außerhalb NRWs, in der die StreetScooter zum Einsatz kamen. Taktisch nicht unklug, denn so werden in der Innenstadt auch bei Feinstaub-Alarm oder zukünftigen Fahrverboten alle Pakete trotzdem ankommen. Davon ist auch Stuttgarts Grüner Oberbürgermeister Fritz Kuhn angetan: „Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Post DHL die Belieferung in der Stuttgarter City vollständig auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellt […] Dies ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Schadstoffsituation in unserer Stadt.“

Kleiner, gelber Flitzer: Der StreetScooter „Work“

In Stuttgart sollen in diesem Jahr weitere StreetScooter der Post in die Flotte aufgenommen werden. Die Ladestationen dafür stehen auch schon bereit: Über Nacht werden die Lithium-Ionen-Batterien der StreetScooter in der Zustellbasis Ehmannstraße wieder aufgeladen. Zusammen mit einem Asynchronmotor kommt der kleine gelbe Flitzer so auf eine Leistung von 30kW (40PS) und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 80 km/h. In Stuttgarts staureichen und radar-gespickten Straßen völlig ausreichend. Die Reichweite ist mit 80 Kilometern angegeben – für kurze Zustellwege ebenfalls weit genug.

Außerdem ist der StreetScooter „Work“ ist kurz und wendig. Das hat in Stuttgart und anderen Großstädten auch seine Vorteile. Die Parkplatzsuche und Wendemanöver gehören bei den Paketzustellern zum Alltag. Vielleicht kommt auch daher der Name: Das Fahrgefühl erinnert tatsächlich an einen Autoscooter, wie ich nach meiner ‚Probefahrt‘ in Stuttgart Mitte nur bestätigen kann.

Kleiner, gelber Flitzer: Der StreetScooter „Work“
Quelle: StreetScooter.eu

Dass die Post DHL Group die Entwicklung ihres Zustellfahrzeuges mit Elektromotor selbst in die Hand genommen hat, wurde in der restliche Automobilwelt nicht überall mit Begeisterung aufgenommen. Vor allem Volkswagen-Konzern-Chef Michael Müller zeigte sich im letzten Herbst schwer enttäuscht.

Spartanisch, aber kurz und wendig

Noch ein Blick ins Auto: Die Innenausstattung ist sehr spartanisch. Kein technischer Schnickschnack, nur das Notwendigste ist eingebaut. Die meistens Autos sind sogar nur Einsitzer, sodass auf der Beifahrerseite noch Platz für die Päckchen ist, die als nächstes ausgeliefert werden. Ein Feature haben die Zusteller allerdings doch durchgesetzt: die Sitzheizung für nasskalte Tage.

Think Big: der StreetScooter „Work L“ und Work „XL“

Der bisherige Street Scooter Work ist etwas mehr als viereinhalb Meter lang und ca. zwei Meter breit. Mit vier Kubikmetern Stauraum im Kastenaufbau für manche Zustellrunden vielleicht doch zu wenig Platz. Deshalb stehen beim post-eigenen Autobauer, der StreetScooter GmbH, schon die nächsten Modelle bereit: der StreetScooter „Work L“ und „Work XL“. Ersterer wurde im letzen Jahr auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover vorgestellt. Mit einem Volumen von acht Kubikmetern fasst der neue Transporter bis zu 150 Pakete und hat dank seiner neuen Batterie und einem leistungsstärkeren Motor eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Der „Work XL“ soll Anfang 2018 mit einem Laderaum von 20 Kubikmetern auf den Markt kommen.

Think Big: der Street Scooter "Work L"
Quelle: Deutsche Post DHL

Ob klein oder groß, Uwe Brinks, Produktionschef für das Brief-und Paketgeschäft der Deutschen Post DHL, sieht im StreetScooter der Post die beste Zusammenführung von Umweltschutz und: „Mit unserem elektrischen Zustellfahrzeug StreetScooter setzen wir schon heute erfolgreich auf die Mobilität von morgen und zeigen, dass steigende Paketmengen und Verantwortung für den Umweltschutz keine Gegensätze sind.“

Post baut neues Werk in NRW

Der StreetScooter Work hat wohl eingeschlagen wie eine Bombe. Denn jetzt hat die Post DHL Group beschlossen, den kleinen gelben Flitzer auch an externe Kunden zu verkaufen. Im Sinn hat der Konzern vorrangig Kommunen, strategische Partner und auch große Flottenkunden. Beschränkt wird sich dabei nicht nur auf Deutschland, auch auf dem europäischen Markt sollen die StreetScooter ausgeliefert werden. „Die große Nachfrage nach dem StreetScooter und unsere eigenen ehrgeizigen Klimaschutzziele haben uns darin bestärkt, unser Engagement im Bereich der Elektromobilität weiter auszubauen und unser Know-how auch Anderen zur Verfügung zu stellen.“

Deshalb sollen auch, anstatt der geplanten 10.000 Fahrzeuge, in diesem Jahr 20.000 vom Band rollen. Die Post DHL Group gab bekannt, dass sie dafür auch einen neuen Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen in Betrieb nehmen wird.Neben den Autos können mittlerweile auch die E-Bikes und E-Trikes von Dritten gekauft werden. Dabei handelt es sich um die Modelle „Work S“ und „Work M“.Gerdes betont: „Damit untermauern wir unseren Anspruch, Motor der Elektromobilität zu bleiben und Marktführer in der grünen Logistik zu werden.“

1 KOMMENTAR

  1. Danke für den Bericht!

    Die Kritik der deutschen Autobauer ist nicht gerechtfertigt, da die Post m. E. zuvor ein vergleichbares Auto kaufen wollte. Kein deutscher Autobauer hat sich für das Thema interessiert. Da für die Post das Thema Elektromobilität nicht nur eine Alibiveranstaltung ist, blieb nur der eingeschlagene Weg.

    Was man so hört, soll die Post auch bei der Umstellung vor Ort z. T. eher behindert als gefördert worden sein. Stuttgart ist sicherlich eine positive Ausnahme.

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