In der vergangenen Woche hatte ich in Berlin die Möglichkeit, aus erster Hand von dem angekündigten Zusammenschluss der Startup Förderung von Axel Springer Plug and Play und Porsche Digital zu erfahren. Der Zusammenschluss der so erfolgreichen Startup Förderung bei Axel Springer Plug & Play in Berlin unter der Führung von CEO Jörg Rheinboldt mit dem schwäbischen Porsche Digital Team kam für viele Branchenexperten reichlich überraschend. Was machen ein Medienhaus und ein Sportwagenhersteller in einer gemeinsamen Startup Förderung? Und was wird nun aus Axel Springer Plug & Play? Welchen Fokus werden die beiden Häuser einschlagen? Und welche Auswirkungen hat das wiederum auf das sich so dramatisch verändernde Mobility Segment?

Auf in das Axel Springer Hochhaus in Berlin

Fragen über Fragen. Und so machte ich mich auf zum ehrwürdigen Axel Springer Hochhaus zu einem Demo Day, oder besser Evening. Die Veranstaltung bei Axel Springer Plug and Play im 19. Stock war gut besucht. An die 150 Investoren, Co-Founders und Mentoren waren gekommen, um den Pitches der sechs Startups aus dem 13. Durchlauf des Acceleratoren-Programms zu lauschen.

Spannend ist dieser gemeinsame Ansatz ja ohnehin: Porsche und Axel Springer sind jeweils börsennotiert, beide haben ihre Wurzeln als Familienunternehmen. Da scheinen bislang gleiche Werte und eine ähnliche Denke zu bestehen. Und das gilt wohl auch für die Zukunft. Allerdings, und das wurde mehrfach an dem Abend betont, ist dieser geplante, gemeinsame Accelerator noch zur Vorlage bei den Kartellbehörden.

Eine marktbeherrschende Rolle kann ich allerdings beim besten Willen nicht erkennen, so dass ich davon ausgehe, dass Deutschlands größtes Medienhaus und der Sportwagenhersteller tatsächlich ab 2018 gemeinsame Sache bei der Startup Förderung machen werden.

Fokus – nein ganz bewusst nicht

Das Portfolio von AS Plug and Play heute ist keineswegs nur auf Medien Startups begrenzt. Das wurde dem Betrachter spätestens bei den Pitches der Startups im Laufe des Abends klar. Das neue, gemeinsame Portfolio soll, so der Plan, den Deep Tech und Mobility Ansatz von Porsche berücksichtigen, aber eben gleichzeitig nicht vertikal, sonder horizontal ausgerichtet sein. „Wir wollen neue Companies überall in Europa finden,“ so Jörg Rheinboldt ‚on stage‘.

Startups präsentieren ihre Geschäftsideen auf der Bühne von AS Plug and Play

Die sechs Startups ‚on stage‘ stammen aus dem 13. Lauf von AS Plug and Play. Hier im Kurzüberblick die Geschäftsideen:

  • Talentspace: verbindet Jobseekers mit mit ihren Traumjobs – eine personalisierte Recruitment-Erfahrung.
  • ROOMAR: Innovation in der Möbelwelt, hier geht es um augmented reality für die Möbelindustrie.
  • Studysmarter: eine E-Learning Platform mit dem Schwerpunkt auf Studenten in DACH.
  • MYO: eine Messenger App zur verbesserten Kommunikation zwischen Altersheimen und den Verwandten der dort lebenden älteren Bürger.
  • Purish: ein E-Commerce Anbieter im Beauty Segment, der Produkte, vor allem aus den USA, den europäischen Fans und Followern anbietet.
  • Chatchamp: eine Plattform mit automatisiertem Messenger Marketing für E-commerce Firmen.

Wir werden sehen, wie das Medienhaus und der Sportwagenhersteller sich im nächsten Jahr aufstellen. Aus Sicht von Smart Mobility Innovationen ergibt dieses gemeinsame Vorgehen sehr viel Sinn. Axel Springer hat mit dem Plug and Play Team bereits Erfahrung aus nunmehr 104 Startups die den Accelerator durchlaufen haben. Porsche Digital bringt mit den Schwerpunkten Mobility und einem auf Deep Tech ausgerichteten Ansatz neue Elemente in die Partnerschaft. Und durch eine horizontale Investitionsausrichtung bleiben diese Gründungshilfen eben nicht nur auf die originären Branchen beschränkt. Vorausgesetzt, die Kartellbehörde genehmigt diesen neuen, gemeinsamen Player.

1 KOMMENTAR

  1. […] Die große Ausnahme ist der Berlin-Stuttgarter Innovations-Zusammenschluss von Axel Springer Plug & Play und Porsche Digital. Hier hatte ich letzte Woche die Möglichkeit vor Ort die Hintergünde zu recherchieren. Axel Springer hat in den letzten Jahren mit seinem Plug & Play Accelerator bereits Erfahrungen mit über 100 Startup Teams gesammelt. Der 13. (!) Durchlauf fand gerade seinen Abschluss mit den Präsentationen der sechs erfolgversprechenden Gründungen. […]

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