Spannende Formel E Rennen in Berlin

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Spannende Formel E Rennen in Berlin
Quelle: www.eformel.de

Spannende Formel E Rennen in Berlin mit hohem Zuschauerinteresse. Das tolle Wetter am Wochenende hat viele Menschen an die Rennstrecke in Berlin Tempelhof gelockt. Dort auf dem ehemaligen Flughafengelände fanden am 10. und 11. Juni die Saisonrennen sieben und acht in der Formel E statt. Die so genannten ePrix Rennen sind die einzigen ihrer Art aktuell in Deutschland. Die Formel E wird als Plattform gesehen, um Werbung für Elektromobilität zu machen. Bislang ist es so, dass nur wenige in Deutschland ein E-Auto besitzen. Und es sind auch nur sehr umweltbewusste Menschen, die sich für das Thema interessieren und mit dem Gedanken spielen, ein solches Fahrzeug zu kaufen.

Neue Zielgruppe für E-Autos

Die Formel E möchte hier ansetzen. Mit ihr wird eine ganz neue Zielgruppe angesprochen. Auf einmal sind es Motorsportfans, die sich über die Formel E mit dem Thema Elektromobilität auseinandersetzen. Dazu tragen auch die Prominenten bei, die sich bei den Rennen blicken lassen. Am Wochenende waren in Berlin unter anderem der Schauspieler Jürgen Vogel und auch Ex-Skispringer Sven Hannawald zu Gast. Hannawald hat selbst einmal als Fahrer ein paar Formel E Rennen bestritten. Dennoch gibt es viele Punkte, bei denen der Rennsportfan sich umgewöhnen muss – kein lautes Röhren von Motoren wie in anderen Rennserien. Ganz geräuschlos ist die Formel E aber doch auch nicht. Man hört das Quietschen der Reifen und ein Surren beim Beschleunigen der Fahrzeuge. Ein Sound, der im im ersten Moment schon gewöhnungsbedürftig ist.

Formel E Rennen am Samstag

Der Fokus bei diesen Formel E Rennen lag vor allem auf dem Gesamtführenden der Rennserie, dem Schweizer Sebastién Buemi (Renault). Dieser erwischte am Samstag einen schlechten Tag. Zuerst musste er von Platz 14 starten. Und dann wurde er nach einer tollen Aufholjagd, bei der er bis auf Platz 5 raste, wegen eines Reifenfehlers disqualifiziert. Somit büßte er am ersten Tag mächtig Punkte auf seinen Hauptkonkurrenten ein, den Brasilianer Lukas de Grassi. Der wurde Zweiter im Rennen. Den perfekten Tag dagegen hatte das indische Team von Mahindra Racing. Zum einen, weil der Schwede Felix Rosenqvist seinen allerersten Sieg einfuhr und das Rennen gewann. Zum anderen, weil der Deutsche Nick Heidfeld auch noch auf Platz drei kam. Somit sorgte Heidfeld auch für einen deutschen Podestplatz beim Heimrennen. Es war für ihn bereits der vierte Podestplatz im siebten Rennen der Saison. Allerdings wartet der ehemalige Formel 1-Pilot immer noch auf seinen ersten Sieg in der Formel E.

Das fast perfekte Wochenende für Felix Rosenqvist

Bei der Formel E hört man nur Reifenquietschen und ein lautes Sirren
Quelle: www.eformel.de

Am Sonntag hatte Heidfeld nicht so viel Glück und musste nach einem technischen Defektals Letzter ins Rennen starten. Er konnte sich nach einer tollen Aufholjagd aber noch über Platz zehn freuen. Für die Szene des Sonntags sorgte er gemeinsam mit seinem Mahindra Teamkollegen Felix Rosenqvist. Dieser war wie am Tag zuvor der beherrschende Fahrer und hätte wohl einen Doppelsieg in Berlin davongetragen, wenn er nicht eine Zeitstrafe von zehn Sekunden bekommen hätte. Beim in der Formel E üblichen Fahrzeugwechsel kam Nick Heidfeld in die Box gefahren, obwohl Rosenqvist noch nicht weg war. Beide behinderten sich gegenseitig und der Schwede bekam dadurch die Zeitstrafe. Somit fuhr er zwar als Erster über die Ziellinie, wurde aber durch die Zeitstrafe am Ende nur Zweiter. Den Sieg am Sonntag holte sich der Schweizer Sebastién Buemi, der somit das Pech vom Samstag vergessen ließ. Es war für Buemi der sechste Sieg im achten Rennen der Saison und damit dürfte ihm der Gesamtsieg fast nicht mehr zu nehmen sein. Zum Ende der Saison 2016/17 macht die Formel E noch Station in New York und Montreal. Hier werden genau wie in Berlin doppelte Rennwochenenden ausgetragen. Es folgen also noch vier spannende Rennen.

Unsichere Zukunft für Berlin

Der Formel E legt viel Wert darauf, ihre Rennkurse in der Innenstadt zu haben, um besser Werbung machen zu können. Dass die Berliner Runde wieder nach Tempelhof gezogen ist und man nicht mehr wie im Vorjahr die Wagen über die Karl-Marx-Allee rasen lassen konnte, kam bei den Verantwortlichen des Weltverbandes nicht so gut an. Die Entscheidung wurde deshalb getroffen, weil sich 2016 angeblich Anwohnern über die tagelangen Straßensperrungen beschwert hatten. Dass diese Proteste aber nur in Deutschland laut wurden, es in anderen Großstädten der Welt aber kein Problem zu geben scheint, ist sehr verwunderlich – irgendwie aber auch typisch deutsch.

Deutsche Autobauer warten noch ab

Auch die Hersteller in Deutschland sind noch zögerlich, was den Einstieg in die Formel E angeht. Zwar ist mit Audi mittlerweile ein deutscher Autohersteller am Start und Mercedes hat sich eine Option für 2018 gesichert, aber dennoch ist man in anderen Ländern bereits weiter. Selbst Indien hat mit Mahindra Racing einen Rennstall, der jetzt in Berlin sehr erfolgreich war. Wie es mit der deutschen Station im Rennkalender aussieht, bleibt abzuwarten. Überlegungen gehen auch dahin, nach München umzuziehen. Dort könnte das Rennen auf dem Oktoberfestgelände, der Theresienwiese, stattfinden. Bisher sind dies allerdings nur Gedankenspiele. Wenn es aber keinen ePrix mehr auf deutschem Boden geben würde, wäre das doch schade. Vor allem weil die Rennserie sich gerade immer weiter entwickelt und Deutschland hier nicht zurückstecken sollte.

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