Was bedeutet Sharing?

Das in der digitalen Welt verwendete Wort Sharing stammt ursprünglich aus dem Englischen. Es steht für ‚teilen‘ oder ‚verteilen‘. Es findet heute vielfältige Verwendung, neben den klassischen File- oder Book-Sharing finden wir in der modernen Sprache die Begriffe für das Teilen in digitaler, quasi virtueller Form.

Die Sharing Veränderung erfasst alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens

Die sogenannte Sharing Economy ist demnach ein Sammelbegriff für Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen, Online- und Offline-Communities und Praktiken, die eine geteilte Nutzung von ganz oder teilweise ungenutzten Ressourcen ermöglichen. In letzter Zeit ist diese Art des digitalen Teilens populär geworden, da wir in Zeiten von Social Media und elektronischen Marktplätzen gemeinsam an Ereignissen, Produkten oder generell an Dingen teilhaben. Es findet eine Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen statt – beziehungsweise der gemeinsamen Nutzung, wie sie etwa in Car-Sharing-Modellen zum Ausdruck kommt.

Die Bundesregierung hat im Dezember 2016 ein Gesetz zum Thema Car-Sharing verabschiedet

Im Entwurf gibt es jetzt verschiedene Varianten der Privilegierung von Car-Sharing. Die Anbieter, welche ihre Fahrzeuge an festen Stationen zur Verfügung stellen, können nun fest reservierte Abstellplätze im öffentlichen Straßenraum einrichten. Damit werden diese Plätze den jeweiligen Anbietern konkret zugewiesen.

Sogenannte ‚free-floating’, d.h. stationsunabhängige Anbieter, können zusätzlich allgemein zugängliche Parklätze zugewiesen werden. Diese Parkplätze stehen allen als berechtigt gekennzeichneten Fahrzeugen des Car-Sharing zu. Zusätzlich können die Kommunen Ermäßigungen oder Befreiungen von Parkgebühren für gekennzeichnete Fahrzeuge frei entscheiden.

Car-Sharing als neue Form der Mobilität

So steht Car-Sharing für das Teilen des Fahrzeuges. Ride-Sharing ist dem sehr verwandt, es steht für das gemeinsame Reisen, die gemeinsame Fahrt. In beiden Fällen können mehrere potenzielle Nutzer durch gemeinsame Nutzung kostengünstiger und umweltfreundlicher von A nach B kommen.

Somit fallen lediglich Kosten für eine zeitlich begrenzte Nutzung des Fahrzeuges an. Während klassische Autovermieter wie Sixt, Europcar, Hertz oder Avis ihre Dienstleistungen auf einen Mindestzeitraum von einem Tag anbieten, lassen sich heute Autos anmieten, die auf Minutentakt genau abgerechnet werden. Die Kosten für den Unterhalt entfallen, Parkplatzgebühren entfallen ebenso. Somit ist dieses Modell die kostengünstigere und umweltfreundlichere Alternative im Vergleich zum Eigentum eines eigenen Fahrzeugs.

Ride-Sharing – die digitale Mitfahrzentrale

Ride-Sharing Anbieter werden in deutscher Sprache als Mitfahrzentralen bezeichnet. Herkömmliche Mitfahrzentralen waren in der Vergangenheit stationäre Anbieter und verlangten Vermittlungsgebühren. Die neuere, digitale Version dieser Sharing Variante erfolgt über das Smartphone. Die Vermittlung erfolgt in der Regel kostenfrei. Ride-Sharing bezieht sich in der Regel auf die Nutzung von PKW.

Car-Sharing hilft der Entwicklung von E-Mobilität

Einer Studie von Car2Go zufolge werden bis zu elf private Autos von den flexiblen Wagen der Sharing-Flotten ersetzt. Das bedeutet weniger CO2 Ausstoß, mehr Parkplätze für alle und eben für den Kunden kein Invest in ein eigenes Fahrzeug.

Doch inwieweit ist der Kunde offen für Neues, zum Beispiel für die Nutzung von Elektroautos bei den CarSharing Anbietern? Die großen, überregionalen Anbieter dieser Mobility Services in Deutschland sind DriveNow Car2Go Flinkster greenwheels und stadtmobil. Ende 2016 haben dann die beiden großen Anbieter DriveNow und Car2Go ihre Fusionsabsichten bekannt gegeben.

Alle sind dabei, ihre Flotte sukzessive mit Elektrofahrzeugen auszustatten. Das gibt für die Fahrten in den bislang fokussierten Großstädten auch durchaus Sinn. Derzeit werden ca. 10% und 20% der Wagen der Anbieter mit Strom eingesetzt, je nach Standort unterschiedlich. In Kopenhagen sind es gar 100%, nur so kam DriveNow dort an eine Lizenz.

Sharing Modelle im Einsatz

Car-Sharing und Ride-Sharing finden bislang in der großen Mehrzahl hier in Deutschland mit dem Automobil statt. Die Zielgruppe dieses Car-Sharings ist generell sehr offen für die Nutzung von Elektrofahrzeugen. Das ist sicherlich ein Grund dafür, dass die Car-Sharing Anbieter verstärkt in ihren Fuhrparks auf Elektroautos setzen.

Doch Mieten wird in allen Bereichen der Mobilität anwendbar. Die Sharing Economy ist weltweit auf dem Vormarsch. Neu ist zum Beispiel die Vermietung der eScooter in Großstädten. In Berlin ist das Startup eMio mit 150 knall-roten Elektrorollern gestartet. Anfang 2017 wurde das Startup in Emmy umbenannt. Mit Hilfe einer zweiten Finanzierungsrunde sollen von Emmy ab April 200 weitere Elektroroller auf den Berliner Straßen unterwegs sein.

Anfang 2017 wird mit einer Tochterfirma von Bosch und BCG ein zweiter eScooter Anbieter Elektroroller unter dem Namen Coup in Berlin anbieten. Die kapitalstarken Mütter sorgen dafür, dass der Newcomer in Berlin direkt mit 1.000 Rollern am Start ist. Weitere Städte sollen folgen.

Klassisch mutet da geradezu die Vermietung von Fahrrädern an. Hier werden weltweit drei von vier Fahrrädern in China per Bike Sharing untergebracht. Die Nutzerzahlen sind gigantisch, bei derzeit ca. 15 Cent pro Stunde profitieren vor allem die Mieter der Fahrräder in China. Die beiden Großanbieter für das Teilen der Fahrräder sind Mobike und ofo. Beide sind milliardenschwer und mit internationalen Investments ausgestattet.

Um bei all den verschiedenen Services den Überblick nicht zu verlieren, gibt es inzwischen mehrere Aggregatoren für die Sharing Dienste. Die App urbi fasst die größten Player zusammen und hilft das günstigste und nächst-verfügbare Angebot zu finden. Coole Sache, denn es sind neben den Autos auch Roller und Fahrräder mit verzeichnet, die per Sharing in den jeweiligen Städten verfügbar sind.

Auch das Jahr 2017 hält bereits wieder einige Neuigkeiten aus dem Sharing Bereich parat. Leider mussten in den vergangenen Wochen zwei Anbieter von Sharing-Services aufgeben. In Hamburg erwischte es das Scooter Startup Janoo, in Seattle gab das von der Stadt geführte Pronto Bike Share auf. Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig.

Großen Erfolg feiert seit dem Jahr 2011 in der Schweiz die Migros Tochter sharoo. Im innovativsten Land der Welt kommen deren Services gut an, der Anbieter aus Zürich konzentriert sich auf Firmenkunden. Und auch in Deutschland begeistert die Bahn Tochter CleverShuttle mit ihrem 100% Elektrofahrzeug Ansatz. Unser Startup der Woche verbindet Fahrgäste mit ähnlichen Routen und bezeichnet sich selbst als der günstigste Fahrdienst Deutschlands.