Share & Charge – geteiltes Laden ist doppelter Fahrspaß

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Share & Charge - geteiltes Laden, doppelter Fahrspaß
Quelle: Share & Charge

Share & Charge – geteiltes Laden ist doppelter Fahrspaß. Man stelle sich vor, man ist schon den ganzen Tag mit seinem E-Auto unterwegs und auf einmal meldet die Batterie, dass sie fast leer ist. Was nun? Mitten in der Stadt und keine Ladestation in Sicht. Zur nächsten bekannten oder gar zur eigenen zuhause reicht die Ladung definitiv nicht mehr aus.

Die aktuelle Ladesituation ist viel diskutiert und für Verfechter von Verbrennern immer noch eines der Totschlagargumente. In etwa so: „Dann stehst du irgendwo in der Pampa, hast keine Ladestation und wenn doch, ist sie besetzt, kaputt oder du wartest ewig bis das Auto wieder auf geladen ist.“ Berechtigter Ansatz – aber mit solchen Aussagen ist der Umwelt eben auch nicht geholfen.

Das Netzwerk Share & Charge

Share & Charge dagegen hat sich etwas einfallen lassen, was die flächendeckende Versorgung mit Ladestationen deutlich verbessern könnte: Ein Online-Netzwerk für die Einbindung von privaten und öffentlichen Ladestationen. Das Konzept soll dazu beitragen, dass sich die E-Community mehr untereinander austauschen kann. Seit dem 28.04.2017 ist ihre App im AppStore und im Google PlayStore erhältlich. Über sie kann man ganz einfach Ladestationen finden und auch anbieten.

Es geht nämlich nicht nur ums Aufladen, sondern auch ums Teilen der privaten Ladestationen. Sehr wichtig: Die Stationen werden „geteilt“ und nicht (kommerziell) „vermietet“. Jeder kann dabei seinen eigenen Tarif festlegen – appelliert wird natürlich an ein akkurates und faires Abrechnen. Auf der anderen Seite ist der große Vorteil für Elektroauto-Fahrer die wachsende Netzdichte.

Ladestationen via App finden

Der Ladestation-Finder
Quelle: Share & Charge

Registrieren kann man sich sowohl als Ladestation-Besitzer wie auch als E-Fahrzeughalter. Das erste was mir positiv auffällt an der neuen App: Sie ist kostenlos. Das nächste: die Registrierung ist super easy. Einfach Email und Passwort eingeben und schon kann man Ladestationen nutzen. Allerdings nur, wenn vorher das eigenen E-Auto registriert und das Konto mit Geld aufgeladen wurde – das macht natürlich Sinn. Aber auch wenn man sich nicht registriert oder nicht angemeldet hat, kann die Ladestationen-Karte durchforstet werden. Zu jeder markierten Station findet man Orts- und Betreiberangabe, sowie die Kilowatt-Anzahl, ein Bild und den Tarif.

Intuitiv und benutzerfreundlich

Das Interface ist benutzerfreundlich gestaltet und völlig intuitiv. Die Ladezeit wird über einen Drehregler eingestellt. Dann nur noch die AGBs bestätigen und kostenpflichtig laden. Die Abrechnungen haben einen eigenen Reiter, sodass man immer den Überblick über seine Zahlungen behält. Bezahlt werden kann via Paypal oder Sofortüberweisung und bald auch mit Kreditkarte.

Ladestation finden, Zeit einstellen und aufladen
Quelle: Share & Charge

Ladestation-Besitzer bekommen für das Teilen der eigenen Ladestation mit der Community Geld gut geschrieben. Sie können selbst festlegen, wer ihre Station benutzen darf und wer wie viel bezahlen soll. So gibt es die Möglichkeit einen Familie & Freunde-Tarif einzustellen. Die betreffenden Personen werden mit ihrer registrierten Email zu dieser Tarifgruppe hinzugefügt. Wer sich ein „Share & Charge“-Modul in seine Ladestation einbauen lässt, kann seine Strommenge sogar kWh-genau freischalten und abrechnen.

Das einzige was jetzt noch fehlt, sind detailliertere Beschreibungen der Ladestationen. Aber das ganze ist ja noch im Aufbau – also heißt es jetzt erstmal abwarten und aufladen. Auf Facebook kann man sich derweil auch mit Videos über die Testphase die Zeit vertreiben.

 

3 KOMMENTARE

  1. Teilen von privaten Ladestationen geht seit Jahren viel einfacher und ohne Zusatz-Kosten für den Anbieter von privaten Ladestationen und zwar über Ladestationsverzeichnisse von Goingelectric Lemnet, OpenChargeMap und einige andere. Bezahlen geht ebenfalls einfach direkt zwischen demjenigen der seine Private Ladestation anbietet und dem Nutzer.
    Der Mehrwert von Share&Charge erschliesst sich mir nicht, wenn Share&Charge sogar noch 15% der Zahlung zwischen Anbieter und Nutzer verlangt.

  2. In der Tat bieten Goingelectric LEMnet und OpenChargeMap ebenfalls ein Verzeichnis von privaten und öffentlichen Ladestation an. LEMnet ist sogar schon recht lange dabei und hat deshalb schon eine große Community und ein großes Netzwerk.
    Solche Services sind ja auch ähnlich aufgebaut. Ich denke aber auch, dass die einfache und sehr übersichtliche Nutzung der App von Share&Charge ein großer Vorteil ist. Der Ladevorgang sowie die Kosten können einfach via App abgerufen werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit der kWh-genauen Abrechnung sowie, dass Freunde und Familie einen eigenen Tarif zugeschrieben bekommen können. Vor allem in dieser Hinsicht kann Share&Charge mehr mit der Community in Kontakt treten und helfen, die Infrastruktur und das Teilen von Ladestationen noch zu verbessern und vertrauenswürdiger zu machen.

    • Jawohl eine passende App dazu macht Sinn damit auf die privaten und öffentlichen zugegriffen und genutzt werden können. Die Share&Charge App zeigt NUR private und RWE – Innogy Ladestation. Dagegen gibt es verschiedene Apps die VIELE öffentliche und private Ladestationen anzeigen und das OHNE Registrierung und Kosten. Warum also Share&Charge?

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