Schottland und die Emobilität

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Schottland und die Emobilität
Quelle: Sabrina Pfeifer

Schottland und die Emobilität. Ob nun Tesla, Renault Zoë oder BMW i3. Im Autoland Deutschland bekommt man die reinen Elektroautos ebenso wie die E-Varianten bekannter Modelle – wie dem E-Golf – immer häufiger zu Gesicht. Etwas völlig anderes scheint das im geheimen Erfinderland der Elektromobilität zu sein. Ein kleiner Blick nach Schottland.

Das Erfinderland des Elektrofahrzeugs

Im Jahre 1837 bekam der Amerikaner Thomas Davenport das Patent auf den ersten Elektromotor weltweit. Eher weniger bekannt ist, dass ebenfalls in den 1830er Jahren der Schotte Robert Anderson eines der ersten Elektrofahrzeug erfunden haben soll. Und zwar an der nördlichen Ostküste des Vereinigten Königreichs – in Aberdeen. Das wäre damit über 40 Jahre vor der Erfindung und Patentierung von Carl Benz’ „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ (1886). Mit diesem Patent verschwanden allerdings auch die Elektrofahrzeuge von der Bildfläche.

Nur wenig E zu sehen

Mittlerweile sind die Elektroautos wieder auf dem Vormarsch. Allerdings ist davon in Schottland nur wenig zu spüren. Ich bin inzwischen seit drei Wochen im oberen Teil der großen grünen Insel und habe noch nicht sehr viele Elektroautos gesehen. Vereinzelte Teslas sind mir auf der Fahrt von Edinburgh via den Loch Lomond & The Trossachs Nationalpark nach Glasgow und Ayrshire über den Weg gelaufen. Auch in den Städten ist meiner Ansicht nach eher wenig von E-Mobilität zu sehen. Beispielsweise die weiß-blaue E-Smartflotte von car2go sucht man vergeblich. Und auch BMW DriveNow ist nur in London vertreten.

Switch Scotland – Roadmap to Emobility

Das schottische Parlament hat sich allerdings bereits im September 2013 einen Plan erdacht, um hier gegenzusteuern. Mit der „Switch Scotland: A Roadmap to widespread adoption of plug-in vehicles“ haben sich die Schotten zum Ziel gesetzt, bis 2050 nur noch mit emissionsfreien Fahrzeugen durch ihre Städte und Gemeinden zu fahren. Damit einher geht auch das Ziel des Umweltschutzes und des Einsatzes erneuerbarer Energien, vor allem die Umstellung auf Windkraft. Das stellt sich für mich momentan als ein sehr ambitioniertes Vorhaben dar. Denn bereits 2020 sollen mehr Plug-in Fahrzeuge verkauft werden, bis 2030 soll gar die Hälfte aller Verbrennungsmotoren aus urbanen Gegenden verbannt sein. Ziel in zehn Jahre ist es, vornehmlich nur noch Fahrzeuge zu verkaufen, die nicht mehr mit Benzin oder Diesel angetrieben werden.

Die Ladeinfrastruktur wächst

Der letzte Punkt der Roadmap ist natürlich das Ladenetzwerk. Das wurde schon ab 2015 weiter ausgebaut. Und in der Tat ist das das Projekt, das in meinen Augen wohl am besten voranschreitet. Ich habe bisher mehr Ladestationen gesehen als E-Autos. Vorwiegend dort, wo man sie am wenigsten erwartet: Irgendwo im Nirgendwo, auf einem Wanderparkplatz direkt am Loch Lomond sind zwei Parkplätze rein für E-Autos reserviert mit Recharging-Stationen. Leider nicht in Benutzung als ich vorbeilaufe – vorerst jedenfalls. Als ich von meiner Wanderung zurückkomme, steht doch ein i3 (den ersten, den ich hier zu sehe!) auf dem Parkplatz und belegte die Ladestation. Geht doch!

Schottland – Mein erster Eindruck

Auch wenn die schottische Regierung bereits zinsfreie Kredite zur Anschaffung von E-Fahrzeugen bereitgestellt hat – die mittlerweile auch für den Kauf von E-Zweiräder und E-LKWs eingesetzt werden können – ist es im allgemeinen wohl noch kein großes Thema, wie mir Studenten an der UWS erzählt haben. Das kann es aber noch werden, wie mir gesagt wurde, wenn die Regierung in Schottland wirklich ihre Pläne umsetzt und bis 2030 die Verbrenner stufenweise abschafft. Bis dahin gilt es dann aber noch einiges zu tun.

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