Schauplatz Autobahn: Hohes Tempo und hohes Risiko

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Schauplatz Autobahn: Hohes Tempo und hohes Risiko
Quelle: Hessen Mobil

Die Straßenbauarbeiter auf deutschen Autobahnen arbeiten unter hohem Risiko. Immer wieder kommt es an Wanderbaustellen zu schweren Unfällen. Die Brummifahrer fahren oft zu weit rechts und kollidieren mit den Absicherungsfahrzeugen, die bei Baustellenarbeiten als Absicherung eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelt MAN mit sieben weiteren Partnern ein autonom fahrendes Absicherungsfahrzeug. Das Projekt aFAS ist ein Anwendungsfall par excellence für autonome Fahrzeuge.

Hohes Tempo und hohes Risiko auf deutschen Autobahnen

Schauplatz Autobahn: Hohes Tempo und hohes Risiko
Quelle: Landesbetrieb Straßenbau NRW

Autobahnbaustellen sind nicht allein für die Fahrer ein Ärgernis, sondern bergen auch für das Baustellenpersonal ein hohes Risiko. Beispiele hierfür sind Mäharbeiten, Kehrarbeiten und die Reinigung der Leitpfosten. Besonders gefährlich sind Arbeiten, die nahe der befahrenen Spuren stattfinden. Alle paar Sekunden rasen dort Autos und LKWs mit hohem Tempo vorbei. Da ist es nicht verwunderlich, dass es zu Unfällen kommt. Vor allem Absicherungsfahrzeuge von mobilen Baustellen – sogenannten Wanderbaustellen – sind oft in Unfälle verwickelt.

Forschungsprojekt mit Namen aFAS

Um die Sicherheit der Straßenarbeiter zu erhöhen und die Zahl an Auffahrunfällen auf Absicherungsfahrzeugen zu verringern, wurde das Projekt „aFAS“ ins Leben gerufen. Hinter der Abkürzung versteckt sich der Projektname „Automatisch fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Autobahnen.“ Ziel von aFAS ist, ein autonomes Absperrfahrzeugs für bewegliche Autobahnbaustellen zu entwickeln und im laufenden Straßenverkehr zu testen. Das Fahrzeug soll fahrerlos und vollautomatisiert einem Arbeitsfahrzeug auf dem Seitenstreifen folgen und den fließenden Verkehr absichern. Durch den fahrerlosen Betrieb des Fahrzeugs erhöht sich die Sicherheit des Baustellenpersonals entscheidend.

Forschungsprojekt mit Namen „aFAS“
Quelle: MAN Truck & Bus AG

Der Straßenbetriebsdienst als geschlossener Anwenderkreis sowie die in niedriger Geschwindigkeit durchgeführten Einsätze auf dem Seitenstreifen stellen ideale Bedingungen für die Erprobung eines fahrerlos automatisiert fahrenden Fahrzeugs dar. So sind besonders hohe Anforderungen an die funktionale Sicherheit des Fahrzeugs sowie an die Qualität der Fahrzeugtechnik zu erfüllen. Lenk- und Bremssystem, Sensorik, Umfeldwahrnehmung sowie steuernde Softwarekomponenten müssen strenge Kriterien für sicherheitsrelevante Systeme in Kraftfahrzeugen erfüllen.

Bei der Entwicklung des fahrerlosen Fahrzeugs ist vor allem die Kommunikation zwischen Führungsfahrzeug und automatischem Absperrfahrzeug (AFA) von großer Bedeutung. Über eine drahtlose Verbindung wird die Übertragung relevanter Informationen sichergestellt. Die Umgebung wird mithilfe von Kamera- und Radarsystemen erfasst, zu denen u.a. eine Objekt-, Fahrstreifen- und Freiflächenerkennung gehören.

Forschungsprojekt mit Namen „aFAS“
Quelle: https://www.afas-online.de

MAN als namhafter Entwicklungspartner

Als Demonstratorfahrzeug für das automatisch fahrerlos fahrende Absicherungsfahrzeug wird ein MAN TGM 18.340 4×2 mit Kipperaufbau eingesetzt. Dieser Prototyp ist zusätzlich mit einem größeren Fahrerhaus (Typ L) und einem zusätzlichen dritten Sitz ausgestattet. Neben MAN sind am Projekt aFAS folgende acht Unternehmen und Institutionen beteiligt:

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit insgesamt ca. 3,4 Mio. € geförderte Projekt ist auf vier Jahre Projektlaufzeit angesetzt. Der Kick-off war im August 2014. Wir bleiben an diesem Projekt dran und versorgen Sie Mitte 2018 mit den Ergebnissen.

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