Im Juli diesen Jahres eröffnete in Berlin-Adlershof ein neues Porsche-Zentrum. Mit dem Mission E kommt ab 2019 das erste rein Elektroauto von Porsche auf den Markt. Passend dafür sind bereits Ladesäulen an diesem Zentrum installiert. Darunter befinden sich auch zwei, von Porsche entwickelte Schnellladesäulen (High Power Charging – HPC). Sie übertrumpfen die Leistung der Tesla-Supercharger.

350 kW bei 800 V

Das sind die Leistungsdaten der HPC’s. Sie sollen ein Elektrofahrzeug in nur 15 Minuten auf 80% der Kapazität des Akkus laden. Damit erreichen diese Ladestationen die derzeit höchste Leistung. Die HPC’s sind ab Herbst für alle Elektrofahrzeuge nutzbar, die über einen CCS-Stecker verfügen. Mit diesem Anschluss können auch niedrigere Ladeleistungen bedient werden. Doch es ist nicht ratsam, permanent an solchen Stationen zu laden, da die Akkus unter den hohen Spannungen leiden und ihre Nutzungsphase früher endet. Geringere Ladeströme bis ca. 22 kW (in Abhängigkeit von der Qualität des Akkus) wirken sich positiv auf die Lebensdauer aus. Daher sollten geringe Ladestärken für die Ladung über Nacht oder im Alltag bevorzugt genutzt werden.

Problematik des Betriebes von Schnellladesystemen

Je höher die Ladeleistung, desto dicker muss das Ladekabel sein um diese Stromstärken zu verarbeiten. Das führt irgendwann zu dem Problem, dass die Kabel überhitzen. Der Überhitzung können dickere Durchmesser entgegengesetzt werden. Allerdings führt das zum Verlust der Flexibilität und damit der Handhabung der Kabel. Daher arbeitete Porsche an einem Kühlsystem für die Stationen und die Kabel. Ein Glykol-Wasser-Gemisch kühlt oder heizt das gesamte System nach Bedarf.

Der größte Unterschied zu Tesla

Das Trafosystem ist so konstruiert, dass jede HPC an einer eigenen Wicklung angeschlossen ist. Das sichert die maximal mögliche Ladeleistung für jeden Ladepunkt, auch wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden. Bei den Superchargern von Tesla wird die Leistung beim gleichzeitigen Laden mehrerer Fahrzeuge aufgeteilt, da mehrere Ladestationen mit einer Wicklung verbunden sind. Weitere HPC sind deutschlandweit geplant. Sollte aufgrund des Netzes keine Ladeleistung von 350 kW möglich sein ist die Ladeleistung über Speichersysteme gesichert.

25 m hohe Säule mit Solarmodulen

An besagtem Zentrum errichtete Porsche eine 25 m hohe und 5,5 m breite Säule mit dem Emblem an der Spitze. Die Säule ist mit insgesamt 8.000 Solarzellen bedeckt. Sie liefert den neuen HPC ökologischen Strom. Die Höhe soll die Ladestationen auch für weit entfernte (E-)Fahrzeuge auf der Autobahn sichtbar machen. Pro Jahr sollen hier 30.000 kWh Strom erzeugt werden.

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