Parksensoren von ParkHere in München im Einsatz

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Jeder Fahrer eines Elektrofahrzeuges kennt die Situation. Das Elektroauto benötigt eine Aufladung. Stets fährt die Unsicherheit mit, dass an der angepeilten Ladestation der notwendige Parkplatz besetzt sein könnte. Oder das Fahrzeug beim CarSharing muss zurückgegeben werden. Doch wie sieht es mit dem freien Platz an der Mobilitätsstation aus?

Parksensoren liefern wertvolle Informationen

Diese Fragen sollen Nutzer künftig schon online klären können, bevor sie die Station erreichen und vor Ort suchen müssen. Die Lösung bilden sogenannte Parksensoren, die jetzt in einem neuen Pilotprojekt in München zum Einsatz kommen.

Die Stadtwerke München (SWM), die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und das Münchner Startup ParkHere GmbH realisieren gemeinsam einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu smarter städtischer Infrastruktur. Elektronische Parksensoren zeigen an der Mobilitätsstation Münchner Freiheit nahezu in Echtzeit freie CarSharing-Stellplätze, darunter Lade-Parkplätze für Elektroautos, an.

ParkHere aus München setzt auf diese Technologie

Die Technik dafür liefert ParkHere, wir hatten das Münchner Startup ja bereits im vergangenen November vorgestellt. Das im Jahr 2015 gegründete Startup ist eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) und wurde von Anfang an durch das Innovations- und Gründerzentrum UnternehmerTUM unterstützt.

Das umweltfreundliche System von ParkHere basiert auf energieautarken Parksensoren, welche im Asphalt auf dem jeweiligen Parkplatz installiert werden. Es handelt sich um die ersten energieautarken Sensoren für Parkraum-Management, die weder Batterien noch einen Stromanschluss benötigen.

Mit diesem Pilotprojekt wollen SWM/MVG und ParkHere gemeinsam unter Realbedingungen lernen und die smarte Infrastruktur für E-Mobilität weiterentwickeln. Im Rahmen des Pilotprojekts lässt sich der Belegungsstatus der sechs CarSharing-Parkplätze an der Münchner Freiheit zunächst nur auf MVG multimobil ablesen. Künftig wird dies jedoch auch in der App MVG more der Fall sein. Dort können Nutzer dann neben dem Belegungsstatus der Elektro-Ladesäule auch den Belegungsstatus des zugehörigen Parkplatzes erkennen.

Die drei Mobilitätsoptimierer SWM/MVG und ParkHere wollen mit Hilfe dieses Pilotprojektes helfen, die Elektromobilität in München attraktiv zu gestalten. Denn mit der vereinfachten und zielgenauen Suche nach freien Ladestationen steigt auch der Anreiz, Elektroautos zu nutzen. Die Datenübertragung erfolgt via Mobilfunk.

Car-Sharing Anbieter können diesen Service adaptieren

Weitere praktische Anwendungsfälle sind denkbar: Car-Sharing-Anbieter könnten ihren Nutzern etwa freie Parkplätze an der Mobilitätsstation via Bordcomputer anbieten und so die Verfügbarkeit von Fahrzeugen an der Station für nächste Kunden erhöhen. Solche Szenarien werden auch im Forschungsprojekt City2Share auf Basis von radargestützter Sensorik in der Ludwigs-/Isarvorstadt untersucht. Felix Harteneck, CEO von ParkHere, erläutert: „Die ParkHere Sensoren sind eine für mindestens 25 Jahre wartungsfreie und zuverlässige Lösung, um auch bereits angelegte Parkflächen mit intelligenten und kosteneffizienten Sensoren einfach und schnell nachzurüsten. Sie ermöglichen eine genaue Fahrzeugerkennung auf öffentlichen und halböffentlichen Parkflächen. Die Sensortechnik ist umweltfreundlich und nachhaltig: Der Sensor nutzt das ‚Energy Harvesting‘-Prinzip und generiert seine benötigte Energie durch das Gewicht der überfahrenden Autos beim Ein- oder Ausparken. Es wird weder eine externe Stromversorgung noch werden wartungsintensive Batterien benötigt.“

Ingo Wortmann, MVG-Chef und SWM Geschäftsführer Verkehr: „Wir bauen die MVG zu Münchens Mobilitätsdienstleister aus und stellen damit die Weichen für den richtigen Verkehrsmix der Zukunft. Die Zielrichtung ist dabei klar: Alles, was grün und platzeffizient ist, muss Vorfahrt haben! Wir reichern den klassischen ÖPNV daher um neue Angebote für die individuelle Mobilität an, etwa durch den Ausbau von MVG Rad und unsere Kooperationen mit CarSharing-Anbietern.

Die Kooperation mit Startups funktioniert also in München. Hier werden ganz pragmatisch neue Produkte erdacht, in der Realität getestet und dann schrittweise optimiert. So funktioniert Innovation in Stadt und Land heute.

 

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