Es gibt erfreuliche Neuigkeiten aus dem Heimatland der elektrisch betriebenen Fahrzeuge. Das Land mit dem weltweit größten Anteil von Elektrofahrzeugen hat einen weiteren Rekord geschafft. Im Juni diesen Jahres überstieg die Zahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen mit einem Elektromotor erstmals die der reinen Verbrennungsmotoren.

Knapp 30 Prozent reine Elektrofahrzeuge

53 Prozent der Neuzulassungen hatten im Juni einen Elektromotor an Bord. Diese unterteilten sich auf 27 Prozent reine Elektrofahrzeuge, ca. 15 Prozent Plugin-Hybride und ca. 10 Prozent Vollhybride. Unter den Top drei der meistverkauften Fahrzeuge befinden sich zwei deutsche Hersteller. Der e-Golf fand die meisten Käufer. Der BMW i3 erreichte den dritten Platz. Der Opel Ampera-e liegt in diesem Ranking auf Platz fünf. Umso mehr verwundert es, dass die in Deutschland heimischen und sehr beliebten Marken so wenig für den Erfolg der Elektromobilität im eigenen Land tun. Auch GM könnte den hierzulande heiß begehrten Ampera-e sicherlich sehr erfolgreich vermarkten.

Der Erfolg hat Gründe

Wer in Norwegen ein Elektrofahrzeug kauft erhält beträchtliche, finanzielle Nachlässe. So entfallen die Mehrwert-, Import- und Kfz-Steuer. Zudem müssen Käufer auf neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis zu 85% Luxussteuer auf den Neupreis drauflegen. Die Fahrt mit einem Elektroauto birgt ebenfalls viele Vorteile. Elektrisch betriebene Fahrzeuge dürfen auf öffentlichen Parkplätzen kostenlos stehen. Die Ladung mit Strom an öffentlichen Ladesäulen ist ebenfalls kostenlos. Busspuren wurden für Elektrofahrzeuge geöffnet, sodass man im Berufsverkehr relativ zügig am Stau vorbeifahren kann. Das war allerdings etwas zu erfolgreich und diese Regelung wurde abgeändert. Denn es fuhren in einigen Städten schlagartig so viele Elektrofahrzeuge auf den Busspuren, dass es auch dort zu Staus kam und die Busse erhebliche Verspätungen hatten. Nun müssen mindestens zwei Personen in einem Elektrofahrzeug sitzen um die Busspur nutzen zu dürfen. Der ÖPNV kommt wieder gut voran.

Die elektrische Zukunft in Norwegen

Es hat nun den Anschein, dass bald ein Gesetz erlassen wird, welches den Verkauf von reinen Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2025 stoppt. Das würde den Kauf von Elektrofahrzeugen weiter ansteigen lassen. Andererseits sollen die staatlichen Förderungen mittelfristig reduziert werden, was den Rekord im Juni teilweise erklären könnte. Wie auch immer, die Strategie der finanziellen Anreize in Norwegen hat einen guten Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Welt weiß nun: Elektromobilität funktioniert und ist alltagstauglich. Es sollte eine Frage sehr kurzer Zeit sein, bis andere Länder diesem Beispiel folgen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. In diesem Zusammenhang kann man sich über den Vorstoß von Tesla, von Anfang an eigene Ladesäulen zu errichten, wirklich freuen. Denn die Lobbypolitik mancher Länder richtet besonders in Sachen Klimaschutz häufig großen Schaden an.

 

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