Was für die Einen eine Verlockung ist für die Anderen eine echte Herausforderung. Nach den Prognosen der UN werden in 2050 mehr als 80 Prozent der Europäer in Städten leben. Das ist ein mächtiger Sprung von 73 Prozent im Jahr 2011.

Dafür benötigen wir innovative und vor allem kurzfristig-effiziente Mobilitätskonzepte für diese urbanen Räume. Denn heute bereits sind Verschmutzung, Lärm und Staus, rapide steigende CO2 Emissionen und Unfallzahlen ungünstige Begleiter dieser Urbanisierung. Wie wird es uns gelingen, diese negativen Nebenwirkungen zu bekämpfen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dank neuer Mobilitätskonzepte die Lebensqualität weiter zu steigern?

Zu allem Überfluss kommt in den Großstädten der wachsende Strom an Pendlern hinzu. Rund 355.000 Menschen pendeln täglich allein nach München, 348.000 nach Frankfurt – beide Städte mit einem deutlichen zweistelligen Plus im Vergleich zu dem Jahr 2000.

Die kurzfristige Antwort der Verantwortlichen werden Fahrverbote sein, vor allem für Dieselfahrzeuge. Stuttgart mit seinem grünen Bürgermeister und Landesvater drohen diese Verbote wohl zuerst. Wäre ja auch komisch, wenn ausgerechnet eine CDU oder SPD regierte Stadt den Grünen Stadtvätern zuvorkommen würde.

Greenpeace Studie bewertet Aktivitäten in 14 Großstädten

In Düsseldorf droht wegen der hohen Luftverschmutzung ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge aus anderen Gründen. So setzt zum Beispiel die dortige Rheinbahn nach wie vor auf Diesel-Busse und auch sonst sind die Rheinländer nicht sonderlich kreativ in Sachen Mobilitätskonzepte. Düsseldorf landet in einer neuen Studie von Greenpeace auf dem letzten Platz unter 14 deutschen Großstädten.

Greenpeace hat in dieser Studie verglichen, wie sich diese Kommunen mit ihrer bislang stark auto-fixierten Verkehrspolitik verhalten. Gibt es Carsharing Fahrzeuge, wie hoch ist der Anteil am öffentlichen Nahverkehr und wie ist es um den Einsatz von Fahrrädern im Verkehrsmix bestellt? Und da liegt Düsseldorf eben abgeschlagen auf dem letzten Platz. Jetzt steht sogar das Düsseldorfer Verwaltungsgericht auf dem Plan und mahnt die Behörden zur Vorlage eines Planes gegen die Luftverschmutzung.

Dass es anders geht, zeigt die Stadt Augsburg. Ausgezeichnet mit dem „Internationalen Busplaner Nachhaltigkeitspreis 2017“ wird hier seit 2011 die gesamte Busflotte der Stadtwerke mit Bio-Erdgas aus agrarischen Abfällen angetrieben. So wird das gemacht.

Doch wo gibt es sie, die Mobilitätskonzepte für die Städte?

Die Stadtoberen sind also unter Druck. Und da der Verkehr in unserem Land heute rund ein Fünftel der Treibhausgase verursacht, ist eine nachhaltige Verkehrswende auch klimapolitisch notwendig.

Wie das funktionieren könnte zeigen uns die Niederländer. In Amsterdam fahren die Taxen zum Flughafen ausschließlich elektrisch. Die drei großen privaten Taxiunternehmen Electric, TCA und Connexxion fahren mit mehr als 200 elektrischen Taxen den Weg von und zum Airport. Hierbei werden Tesla Modell S und Nissan Leaf Fahrzeuge eingesetzt. In Amsterdam selbst sollen bis zum Jahr 2025 alle städtischen Busse im Netz ausschließlich elektrisch fahren.

Zusätzlich gibt es zwei frische Meldungen aus Spanien. Ab Anfang 2019 werden in vierzig Kommunen im Raum Barcelona an Werktagen Fahrzeuge ausgegrenzt, die älter als 20 Jahre als sind. Und ganz ähnliche Ideen werden in Madrid geplant. Ab dem Jahr 2025 sollen dort ins Stadtzentrum nur noch Elektrofahrzeuge dürfen.

Wir werden weiter berichten.

1 KOMMENTAR

  1. Tolle Neuigkeiten, es bewegt sich wirklich was. Nur leider nicht in meiner Region – da mauern die Politiker und regionalen ÖPNV-Betreiber immer noch.

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