Wir haben am Wochenende mit Marie Günther von urbanmates ein Gespräch führen können. Sehr spannend, was sich da in Tübingen tut. Und so ganz nebenbei eine echte Erfolgsgeschichte unter den Gründern der Mobility Szene in Deutschland.

Ihr seid die Gründer, stellt euch doch bitte einmal unseren Lesern vor?

Gründer des Start-ups urbanmates waren im März 2016 Marc Zimmermann und Alexander Buddrick. Als Zweierteam starteten sie auf der Robert Bosch Start-up Plattform, dem Inkubator von Bosch.

Marc brachte bereits jahrelange Erfahrung aus der Mobilitätsforschung mit und brachte vor allem die technische Komponente mit ins Spiel. Alex war Gründungsmitglied der Robert Bosch Start-up Plattform und traf durch einen Zufall auf Marc und das Thema. Gemeinsam gründeten sie urbanmates. Etwas später kam ich dann dazu, die die Marketingseite abbildet. Seitdem ist wahnsinnig viel passiert und das Team ist gewachsen. Wenn wir zurück blicken können wir es manchmal selbst nicht glauben.

Wie habt ihr zusammengefunden?

Wie bereits erwähnt haben Marc und Alex, die vorher bei Bosch andere Jobs hatten, durch Zufall zusammen gefunden. Marc kam mit der Idee aus der Forschung, hatte aber keinen Teampartner, mit dem er gründen konnte. Alex hingegen war bereits Mitglied der Robert Bosch Start-up Plattform, allerdings nicht in einem eigenen Start-up. Nach einem beidseitigen Beschnuppern gründeten die beiden gemeinsam und wenig später kam Marie ins Team dazu. Marie hatte vorher keinen Hintergrund bei Bosch sondern hat sich stinknormal auf eine ausgeschriebene Stelle des Start-ups beworben.

Heute sind wir bereits deutlich mehr Leute. Etwa ein Jahr nach der Gründung von urbanmates gab es bei Bosch keine weitere Finanzierung für das Thema mehr. Wir konnten uns also entscheiden, ob wir unserer Wege ziehen oder weiterhin hinter unserem elektrischen Kickscooter Flynn stehen. Hier kam die BrakeForceOne, eine Innovationsschmiede aus der Fahrradindustrie mit Sitz in Tübingen ins Spiel. BrakeForceOne war bereits unser Entwicklungspartner und meldete rechtzeitig Interesse an uns und Flynn an und so konnte ein Übergang ausgehandelt werden.

Seid ihr (finanziell) noch beteiligt an eurem Unternehmen/eurer Idee?

Wir haben immer noch so gut wie alle Freiheiten, Flynn weiter zu entwickeln und Markt und Produkt voran zu treiben. Formal sind wir nun Angestellte der BrakeForceOne. Eine kleinere Firma bedeutet meist auch, dass die Budgets enger geschnürt sind und man anders wirtschaften muss. Vorher waren wir zwar auch Angestellte der Robert Bosch Start-up Plattform, waren aber eigentlich unsere eigenen Chefs und mussten über ein jährliches Budget „haushalten“. Das ist nun anders. Wir haben nun Vorgesetzte, jedoch tun auch die alles dafür, das Produkt voranzutreiben und glauben an uns und die Idee. Besonders gut tut uns und Flynn jetzt die technische Kompetenz, die durch die BrakeForceOne dazu gekommen ist. Es macht riesigen Spaß zu sehen, dass unsere neuen Kollegen zu 100% an das Produkt glauben und Freude an der Weiterentwicklung haben.

Wann kommt er der erste Flynn?

Wir bringen Flynn 2018 auf den Markt. Einen genaueren Lieferzeitpunkt können wir momentan noch nicht nennen. Bis wir diesen haben, können auf unserer Website auch unverbindlich, also ohne Geldfluss, Reservierungen getroffen werden. Da auch im nächsten Jahr das Go zum legalen Fahren in Deutschland kommen soll, passt das für uns sehr gut.

Wie sieht euer Vertriebsmodell aus?

So genau können wir das noch gar nicht sagen. Wir haben viele Anfragen und Möglichkeiten und sind grade dabei, diese für uns zu sortieren bzw. den für uns besten Weg überlegen.

Ihr habt viele spannende Features in eurem Produkt, wie etwa einen Diebstahlschutz, Regenschutz etc. – klappt das alles und kommt das alles direkt im 1. Wurf?

Grundsätzlich JA. Da wir noch in der Prototypen-Phase sind, gibt es natürlich noch den ein oder anderen Kniff, der manchmal nicht funktioniert und dementsprechend noch verbessert werden muss. Aber genau dazu ist die Phase ja auch da. Was vorher nur am PC stattgefunden hat oder auf dem Papier war, steht nun real vor uns und kann im Alltag getestet werden. Dazu fahren wir mit Flynn beispielsweise auch einfach mal in der Mittagspause ins Städtle um zu schauen, wo was noch hakt.

Der Flynn kommt ja 2018 auf den Markt und wir können uns gut vorstellen, verschiedene Versionen zu unterschiedlichen Preisen und dementsprechend dann mit unterschiedlicher Ausstattung anzubieten.

Marie, wir danken Dir für das Gespräch und freuen uns auf die nächsten Neuigkeiten aus Tübingen. Viel Erfolg weiterhin 🙂 Hier schon einmal ein Video mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Flynn Elektrorollers.

 

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