Geht’s in den Urlaub, so nutzen wir Deutschen das eigene Auto. Unser Fahrzeug bleibt mit Abstand das Verkehrsmittel, das wir auf Reisen am meisten nutzen: 68 Prozent von uns nutzen bei Reisen das eigene Auto. Danach folgt abgeschlagen der Zug mit 17 Prozent, Fernbusse, Ride-Sharing oder das Flugzeug laufen alle unter ferner liefen. Das ist im Sommer wie auch jetzt im Winter so, im Tourismus stehen wir auf das Auto.

Dominanz des Automobils im Tourismus

Bei dieser Dominanz des Automobils für die Reisestrecke bleibt beim Blick auf die sich entwickelnde Elektromobilität die Frage, ob denn unsere Reiseziele über die entsprechende Lade-Infrastruktur verfügen. Sind die Hotels, Ferienhäuser oder Campingplätze für unsere Elektroautos gerüstet? Ist die Tourismus Industrie überhaupt in der Lage, für den Elektro-Reisenden Lösungen anzubieten?

Meinen Erfahrungsbericht zur Nutzung eines (gemieteten) Elektroautos auf der Mittelmeerinsel Mallorca habe ich ja bereits im Sommer 2017 niedergeschrieben. Dort geben sich die Sixt, Europcar und Co. richtig Mühe durch den Einsatz mit Elektroautos in ihrer Flotte. Leider waren meine Laderversuche in der Finca von Bekannten nicht sonderlich erfolgreich. Die Sicherungen im gesamten Haus herausgeflogen, das Bier warm und die Batterie des Mietwagens leider ungeladen, das war das Ergebnis meiner Ladeversuche in der mallorcinischen Pampa. Doch das muss so ja nicht bleiben. Alle Mietwagenanbieter haben angekündigt, den Ausbau weiterer Ladestationen auf der Mittelmeerinsel zu unterstützen.

Welche innovativen Möglichkeiten werden heute ausgeschöpft, um den Elektrofahrern Lademöglichkeiten für ihre Reisen zu ermöglichen? Wir haben nachgeschaut und beginnen unsere Serie zunächst im Ausland.

Tesla baut konsequent sein proprietäres Ladenetzwerk aus

Führend in der Ausrichtung auf reisende Elektromobilisten ist wieder einmal Tesla. Mit ihrem sogenannten „Destination Charging Network“ bieten die Kalifornier ihren Partnern eine Ladeumgebung, die fokussiert auf Tesla Fahrzeuge das Schnellladen egal an welchem Ort ermöglicht. Ich habe die Erfahrung selbst gemacht. Am Irschenberg in Bayern, auf dem Weg nach Österreich, stehen gerade in diesen Wintermonaten nicht selten mehrere Teslas aus dem In- und Ausland und laden Strom. Das ist Elektro Tourismus pur. Fast ebenso beliebt, vor allem unter den Schweizer Teslafahrern, ist der Rastplatz Aichstetten zwischen dem Bodensee und Memmingen.

Für alle Skiverrückten warten dann vor Kitzbühel in Österreich eine ganze Reihe an Tesla Chargern am Ortseingang. Keine Frage, die Kalifornier haben ihre Hausaufgaben gemacht, wenn es um die Standortanalyse geht.

Tesla arbeitet mit Kooperationspartnern in der Hotelbranche

Doch wer Tesla und vor allem Elon Musk kennt, der weiss, dass vor allem strategische Partner helfen, die Positionierung der Tesla Ladestationen konsequent durchzusetzen.

Bereits im Jahr 2015 haben sich die Partner Tesla, General Electric und die Hilton Hotelgruppe zusammengetan, um möglichst flächendeckend in den USA in Hotels und Restaurants DC Schnelllader aufzubauen. Der Tesla Wall Connector erlaubt es den Reisenden, die mit einem Tesla unterwegs sind, während der eignen Mahlzeit oder während des Aufenthaltes im Hotel die Elektrowagen wieder aufzuladen. Mehr als 195 Hilton Hotels in den USA sind inzwischen dabei. Und weitere 86 Hotels planen in 2018 hinzuzukommen. Das ist Kundenbindung pur und stärker als jede Kundenkarte für das Sammeln irgendwelcher Punkte oder Meilen.

Zusätzlich zeigt ein Blick auf die Tesla Webseite, dass neben den Hilton Hotels auch die Holiday Inn und die Best Western Hotelgruppen sowie eine Vielzahl kleinerer, meist gehobener Hotels die Tesla Ladeplätze mit Wall Chargern installiert haben. Mein jüngster Besuch im Züricher Prestigehaus Dolder oberhalb des Zürisees bestätigte diesen Tesla Fokus. Hier wurden sogar die besten Standplätze direkt am Ausgang gewählt. Elektroladestationen direkt am Ausgang – so sieht visionäre Kundenbehandlung aus.

Wir werden in diesem Monat weitere Berichte zum Thema Tourismus, Reisen und Elektromobilität bringen. Habt auch ihr eigene Erfahrungen bei der Reise mit eurem Elektrofahrzeug gemacht, so schreibt uns einfach. Wir freuen uns über eure Erfahrungsberichte.

Hier findet ihr weitere Posts zum Thema Reisen mit dem Elektroauto:

E-Carsharing auf Reisen

Ladestation an der Skipiste

Ferienhaus mit Ladestation

 

1 KOMMENTAR

  1. natürlich ist das aufladen bei langen strecken immer noch ein Haupt Problem beim e auto.sogar bei tesla mit ihren grössten Reichweiten.wenn es auch immer wieder um die einfach zu hohen kaufspreise geht. aber Achtung tesla hat die beste ladetechnik standardmässig und auch bereits ein ordentliches ladenetz.auch dies ist im vk preis eingerechnet.bspl chevi bolt auch 60 kw, kann man zu hause gar nicht 3 phasig laden.

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