In der französischen Sprache ist das Auto weiblich: ‚la voiture’ heißt es so schön. Deshalb werde ich für meinen Fahrbericht der Renault ZOE auch die weibliche Form zur Bezeichnung des Elektroautos wählen. Die ZOE, das klingt zum Einstieg doch bereits charmant.

Renault ZOE ist das meistverkaufte Elektroauto in Europa

Sie ist das meistverkaufte Elektroauto Europas und hielt jahrelang in Deutschland die Spitzenstellung. Erst ein Endspurt des BMW i3 in den letzten Wochen des vergangenen Jahres verhinderte einen erneuten Platz 1 unter den Zulassungen der Elektroautos in Deutschland.

Und die ZOE ist mehr als nur ein Verkaufsschlager. Es gibt ZOE Clubs, so zum Beispiel den offiziellen ZOE Club Austria mit mehr als 200 Mitgliedern, viele private Treffen der ZOE Fahrer und sogar Blogger, die sich (fast) ausschließlich mit der ZOE beschäftigen. Hieran merkt man, dass Renault nunmehr seit März 2013 dieses Elektrofahrzeug ausliefert und eine starke Fan-Base angesammelt hat. Und so ganz nebenbei eben auch viel Erfahrung mit diesen Antrieben aufweisen kann. Die Fans schätzen diese Erfahrung, ich selbst bin daher sehr gespannt, wie sich das im heutigen Fahrzeug widerspiegelt.

Der ideale Zweitwagen für die halbtags arbeitende Mutter

Fragt man nach dem typischen Fahrer eines ZOE Elektroautos, so erhält man folgendes Profil. Weiblich, zwischen 25 und 40 Jahre alt, in vielen Fällen Mutter und eher aus der Stadt kommend. So werden die Mehrzahl der angeschafften ZOE Fahrzeuge bei den Augsburger Lechwerken eben von genau dieser Zielgruppe gefahren.

Die LEW hat mir netterweise das Fahrzeug für eine Woche zur Verfügung gestellt. Viele der dortigen Kolleginnen kehren nach der Babypause wieder in den Job zurück und nutzen den recht günstigen Einstiegspreis für den Renault. Mein Modell mit 22 Kilowattstunden ist zwar nicht der neueste Stand an Akkuleistung für den Kleinwagen. Aber bei einem Preis von 18.000 Euro super attraktiv für Elektro-Einsteiger. Der Elektrobonus von Renault enthält 2.000 Euro staatlichen Umweltbonus sowie 3.000 Euro Bonus von Renault gemäß den Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Auch wenn man die monatlichen Kosten für die Batterie hinzurechnen muss, so bleibt unter dem Strich ein wirklich attraktiver Preis.

Mein erster Eindruck

Zugegeben, nach einer Woche im Tesla Model S ist der erste Eindruck beim Einstieg in die ZOE doch eher spartanisch. Wer Renault kennt, der weiß, dass die Franzosen in Plastikausstattung verliebt sind. Der Blick auf das Armaturenbrett fällt eher spartanisch aus. Ein recht kleiner Screen mit überschaubaren Funktionalitäten enttäuscht auf den ersten Blick. In der Mittelkonsole finden sich diverse Getränkehalterungen. Die sind allerdings eher für Espresso Tassen, als für ausgewachsene Kaffeebecher gedacht, sie sind schlicht viel zu klein.

Doch wer mit Plastik leben kann und sich streng auf die Funktionalitäten konzentriert, der ist hier genau richtig. Ohne viel Schnickschnack findet man intuitiv die einzelnen Schalter. Selbst die für Nicht-Renault-Kenner gewöhnungsbedürftigen Schalter rund um und hinter dem Lenkrad hat man nach kurzer Zeit im Griff.

Positiv überrascht bin ich auch von der erstklassigen Übersicht, gerade im Vergleich zu den bereits von mir getesteten BMW i3 oder Golf electric. Einen Sportwagen sollte man allerdings nicht erwarten. Die ZOE fährt lautlos und spricht sofort auf das Gaspedal an, allerdings weit entfernt von den Beschleunigungs-Glücksgefühlen im BMW i3 oder gar Tesla. Durch einen Druck auf den ECO Knopf kann man deutlich schonender fahren, allerdings ist dann die Geschwindigkeit auf höchstens 90 km/h begrenzt.

Mein Fazit für diesen ersten Teil

Die ZOE ist ein klasse Einstiegsfahrzeug in die Elektromobilität. Ganz gleich ob als Erstwagen für Studenten und Berufseinsteiger, oder als Zweitwagen für Familien mit jungem Nachwuchs. Meine Erfahrungen beim Fahren, mit der Reichweite oder zum Thema Laden, sowie die digitalen Erweiterungen lest ihr dann am morgigen Samstag hier auf dem EMobiliätBlog.

 

2 KOMMENTARE

  1. M. E. beruhen die hohen Zulassungszahlen des BMW i3 auf größeren Flottenkäufen, was ja in den Herstellerländern nicht unüblich ist. Im privaten Bereich sollte immer noch die ZOE in Deutschland das führende Elektroauto sein. Als Zweitwagen in ländlichen Gebieten sehe ich keinen Konkurrenten. Auch als Einsteigerfahrzeug ist sie sicherlich eine echte Empfehlung.

    • Stimmt, aber wir haben da einmal ganz neutral die reinen Zulassungszahlen für 2016 zu Hilfe genommen. Mir jedenfalls hat die ZOE richtig Spaß gemacht und morgen berichten wir dann vom 2. Teil. Schönen Gruß Michael B.

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