In dem ersten Teil meines Erfahrungsberichtes mit der Renault ZOE (französisch ‚la voiture‘, daher weibliche Version!) habe ich ja bereits über deren Markt, die Zielgruppe und den Erfolg in Europa berichtet. Da steckt eine Menge Erfahrung der französischen Ingenieure drin. Und das macht sich vom ersten Kilometer an bemerkbar.

Die ZOE fährt mit einem Brummen an

Die ZOE fährt mit einer Art Eisenbahngeräusch los, ab der Geschwindigkeit von ca. 30 km/h entfällt dann dieses Brummen. Man kann diese Geräuschkulisse abschalten, aber wer häufig in Spielstraßen, auf Messen oder Veranstaltungen unterwegs ist, der ist über das knurrige Anfahrgeräusch durchaus dankbar. Man fällt dann einfach auf.

Die Fahrweise der Renault ZOE ist solide, ein wenig unaufregend, fast schon ’normal‘. Denn wenn man bedenkt, dass dieser Wagen seinen Antrieb einem Akku verdankt, dann ist eine solide, normale Fahrweise ja schon etwas besonderes. Die Lenkung spricht direkt und problemlos an, überhaupt hat man das Gefühl, in einem erprobten Fahrzeug zu sitzen.

Das Laden der Renault ZOE ist ein Highlight

Zum Laden wird mit der Motorhaube in Richtung Ladesäule geparkt. Das Renault Zeichen klappt auf Knopfdruck auf und sobald der Ladeprozess startet, leuchtet das Licht blau auf. Zeitgleich überträgt das Display hinter dem Lenkrad den Ladeprozess und lässt auch von außen gut ersichtlich jederzeit den Ladestand ablesen.

Die Ladung erfolgt über einen Typ 2-Stecker. Dank der Ladeleistung von 22 kW ist die ZOE bereits nach ca. 1,5 Stunden voll aufgeladen. Das ist für alle der Fahrer interessant, die unterwegs beim Einkaufen oder Treffen in einem Café den Ladestand zügig wieder auf Vordermann bringen wollen. Man kann im Innenraum dem Anstieg des Ladestandes quasi zusehen. Das geht richtig fix und ist für mich eine tolle Erfahrung, gerade im Vergleich zu dem mühsamen Ladeprozess in anderen Elektro-Einstiegsmodellen.

Renault verspricht maximale Flexibilität bei den Batterietarifen

Die bereits gestern beschriebenen monatlichen Kosten für die Batterie lassen sich individuell anpassen. Es gibt zunächst ein Einsteiger-Angebot für jährliche Fahrleistungen bis 7.500 km. Alternativ kann man Tarife bei schwankender Fahrleistung abschließen. Hiermit meint Renault ein sogenanntes ‚Pay as you drive‘ Prinzip, quasi ein eingebauter Schutz vor Fehleinschätzungen der Laufleistung. Man kann sich im nächst höheren Batterie-Miettarif platzieren, bei weiterer Überschreitung der Gesamtkilometer kostet es dann weitere 0,05€ pro Kilometer. Für Vielfahrer gibt es den ‚Unlimited‘ Tarif, also für jene Renault ZOE Fahrer/innen, die jährlich 20.000 km oder mehr fahren. Wer es genau wissen möchte, der findet die aktuellen Infos hier.

Spannung verspricht die neueste Version der ZOE

Seit dem Januar 2017 ist nun die Renault ZOE mit einem 41-kWh-Akku verfügbar. Das verspricht eine Reichweite nach NEFZ von 400 Kilometer. Ich denke, dass die üblichen Faktoren wie Außentemperatur, Heizung, Licht, die Fahrt in die Berge etc. wohl eher dazu führen, dass 300 Kilometer realistisch erreichbar sind. Und das ist doch fantastisch. Für lediglich 2.800 Euro Aufpreis kauft man hier ein Elektroauto, das praxiserprobt und reichweiten-stark unterwegs ist. So geht Elektromobilität heute.

Neue digitale Dienste für den ZOE Kunden

Für neue und bestehende Kunden stellt Renault zwei weitere Dienste vor:

Mit der Z.E. Trip bringen die Franzosen ein europaweites Ladesäulenverzeichnis, das Auskunft über die Kompatibilität und die Verfügbarkeit eines Ladepunktes gibt. Ladestopps können vom Fahrer somit direkt im Routenplaner berücksichtigt werden.

Mit dem Z.E. Pass kommt eine universelle Zugangs- und Zahlungsmethode für Ladestationen in Europa. Diese Ladekarte ist als Smartphone-App oder alternativ als RFID-Karte verfügbar.

Mein Fazit nach einer Woche Probelauf in der Renault ZOE

Die Renault ZOE ist ein großartiges Elektroauto. Sie kommt ohne Firlefanz daher, sieht frisch aus und erledigt routiniert die Fahrten von A nach B. Am besten gefallen mir die erstklassigen Ladezeiten, denn in einer Stunde zu 80 Prozent geladen zu sein erscheint mir ein wesentliches Element der Sicherheit gegen die in Deutschland so verbreitete Reichweitenangst. Ganz gleich ob als Elektro Einsteiger, oder als Zweitwagen für Stadt und Land. Mit der 41 kWh Ausstattung ist die ZOE gut gerüstet und somit für mich eine klare Kaufempfehlung.

Den ersten Teil meines Erfahrungsberichtes verpasst. Kein Problem, hier geht’s zum ZOE Fahrbericht Teil 1.

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