Mein Blick auf das Jahr 2017 – Shared Services…

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…irgendwo zwischen Europa und den USA. Denn das nun schon fast vergangene Jahr 2017 hat mich dann doch das eine oder andere Mal überrascht. Und das nicht nur mit einem Umzug über den Großen Teich, sondern auch mit vielen Einblicken in die Startup-Welt der Connected Devices, Urban Mobility und Shared Services. Und wo das Buzzword-Bingo aufhört, konnten wir dieses Jahr in spannende Geschäftsmodelle der Zukunft eintauchen und verstehen, wie diese die traditionellen Mobilitätskonzepte aufbrechen und unser Verständnis von Fortbewegung in eine neue Richtung lenken.

Mein persönliches eMobilitätsjahr 2017

Bewegend war das Jahr definitiv! Denn so wie das Thema eMobilität immer wieder die vermeintlichen Grenzen herkömmlicher Technologien durchbricht und den Kunden mit maßgeschneiderten Lösungen begeistert, so steht das Thema auch immer im Spannungsfeld gesetzlicher Regularien und einem vielleicht doch nur kurz anhaltenden Trend. Der erhoffte Durchbruch blieb aus, oder?

Genau deshalb ist diese Serie zum Ende des Jahres so interessant. Denn als Autoren vertreten wir unterschiedliche Sichtweisen auf Elektromobilität, beobachten Entwicklung aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund. Highlight für mich ist, dass wir so eine breite Auswahl von Themengebieten abdecken und uns so auf unsere Lieblingsthemen spezialisieren konnten.

Mein persönliches Interessengebiet lag dieses Jahr insbesondere auf eMobilität Startups und auf Entwicklungen zu Shared Services wie sie Uber, Lyft oder Via anbieten. Da ich derzeit in Chicago lebe, konnte ich diese Dienste tagtäglich austesten und mitunter lustige Erfahrungen sammeln.

Startups

Die Startups waren ursprünglich der Grund warum ich unbedingt für diesen Blog schreiben wollte. Es ist beeindruckend, welche kundenorientierten Lösungskonzepte Startups und Unternehmer im Bereich eMobilität im Jahr 2017 entwickelt haben. In diesem Jahr gab es so viele spannende neue Konzepte, so viele Wendepunkte und auch Geschäftsaufgaben, dass es mich immer wieder begeistert hat, die Startups etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

eRoller-Sharing

Meine Highlights im vergangenen Jahr waren aber insbesondere die Startups, die sich Shared Services gewidmet haben. Ganz vorne mit dabei das Roller-Sharing Startup Emmy. Wir haben die Gründer auf dem Weg vom kleinen Berliner Startup eMio zum deutschlandweit verfügbaren eRoller Sharing Service Emmy begleitet. Besonders interessant war die Entwicklung des Startups, als Bosch den Markt mit seinem eigenen Sharing Service Coup erschlossen hat. Unsere Autorin Sabrina hat die eRoller von Emmy, Stella und Coup ganz genau angeschaut.

Heute sind deutschlandweit über 2.500 eSchwalben von Sharing-Anbietern wie Emmy oder Coup im Einsatz. Im kommenden Jahr sollen Hunderte weitere Roller hinzukommen. Sich keine eigenen Roller mehr anschaffen zu müssen kann auch für Restaurants oder Dienstleister interessant werden. Wir dürfen uns nächstes Jahr also auf viele spannende neue Geschäftsmodelle freuen.

Car-Sharing

Aber innovative Geschäftsideen kommen nicht nur aus Deutschland. Auch unsere Nachbarn aus der Schweiz haben dieses Jahr im Bereich Sharing interessante Fortschritte gemacht. So beispielsweise das Startup Sharoo, über das Michael im Februar berichtet hat. Denn mit Sharoo können Unternehmen ihren eigenen Fuhrpark abschaffen und das schlüssellose Carsharing Modell nutzen. Das Spinn-off der Migros-Tochter m-way hat rund 1.400 Anbieter und 50.000 Nutzern, Tendenz steigend. Im Sommer übernahm AMAG die Aktienmehrheit der Schweizer Carsharing-Plattform. Ein „lange geplanter, strategischer Schritt“, der dem Startup ganz neue Möglichkeiten in der Mobilitätsbranche bringen dürfte. 2018 wird aufregend!

Bike-Sharing

Die Entwicklungen im eBike Sharing waren dieses Jahr herausfordernd. Insbesondere, wenn man sich Konzepte wie die des Startups LimeBike ansieht. Hier kann man sich schnell und unkompliziert ein Rad leihen. Und dafür muss man keine zentralen Dockingstations suchen, sondern kann einfach das Fahrrad in der App via GPS lokalisieren und losdüsen. LimeBikes gibt es derzeit ausschließlich im US-Amerikanischen Bereich. Meine persönliche Hoffnung an 2018 ist, dass es das auch bald in Deutschland gibt.

Corporate Sharing Konzepte

Aber auch Großkonzerne haben ihre Sharing-Modelle dieses Jahr weiterentwickelt. Nach Daimer mit car2go und BMW mit DriveNow hat auch Volvo mit seinem schwedischen Geschäftsbereich Sunfleet den Schritt in Richtung international gewagt.

Die genannten Shared Service Angebote sind meist über Apps verfügbar. Ein weiteres, vielversprechendes Startup aus 2017 ist Urbi. Die App bietet keinen eigenen Sharing Service an, vereint aber unterschiedlichen Anbieter in einer App. So können Kunden, die verschiedene Sharing-Dienste nutzen, wie beispielsweise car2Go, DriveNow oder Multicity, alle verfügbaren Fahrzeuge und Abholorte in einer App einsehen. Urbi ist heute in Großteilen Europas verfügbar und hat hoffentlich 2018 noch mehr Sharing-Dienste im Angebot.

UBER & Shared Services in Deutschland

Nicht alle Sharing Modelle funktionieren auf allen Märkten. Und die durchaus kritische Betrachtung der Angebote durch die Kunden hat das eine oder andere Startup zum Einlenken oder gar Aufgeben gezwungen.

Die Entwicklungen von Car-Sharing Services wie Uber oder Lyft haben dieses Jahr in einer sehr besonderen Art und Weise geprägt. Für mich als Kunden ist es unverzichtbar geworden mal eben ein Lyft bestellen zu können. Ob ich spät dran bin oder einfach abends auf öffentlich Verkehrsmittel verzichten möchte, das Konzept von Car-Sharing erfüllt einfach mein Bedürfnis als Kunde. Und es verändert die Art von Fortbewegung, schafft Transparenz und Flexibilität.

Ich persönlich bin aus verschiedenen Gründen von Uber auf Lyft umgestiegen. Auch wenn die App von Uber eine deutlich bessere User Experience bietet, ist das Unternehmen in den vergangenen Monaten doch immer häufiger negativ aufgefallen. Und besonders in Chicago habe ich immer häufiger gehört, dass Kunden lieber Lyft oder Via nutzen als Uber.

In der eMobilitätblog-Serie zu Uber haben wir diskutiert, wie ein solcher Service auch in Deutschland funktionieren könnte. Könnte, denn bis heute haben wir in Deutschland Regularien, die das Transportieren von Passagieren á la Uber eingrenzen. Generell wird uns die Betrachtung der Zukunftschancen für Carsharing als Geschäftsmodell 2018 weiterhin begleiten.

Wie geht es 2018 weiter?

An den Sharing Modellen sieht man, dass Interesse an flexibler sowie nachhaltiger Fortbewegung ist hoch. So entwickelt sich Lyft beispielsweise immer weiter in Richtung autonomes Fahren und Uber bietet Mitfahrern an, einen kleinen Umweg hinzunehmen um noch schneller ans Ziel zu kommen. Und auch von dem Neuling Via werden wir im kommenden Jahr einiges hören. Denn das Uber-Prinzip nur in günstiger und mit „Sammelstellen“ für Mitfahrer spricht ein ganz neues Kundensegment an.

Die technologische Innovation wird nicht stillstehen und die kreativen Geister unter uns werden uns auch im neuen Jahr mit spannenden neuen Startups und Fortbewegungskonzepten begeistern. Was Elektromobilität angeht werden die kommenden Jahre entscheidend. Denn der erhoffte Durchbruch ist auch mit Regularien oder Subventionen ausgeblieben. Die Tendenz ist aber klar. Umweltschonende und unkomplizierte Fortbewegung wird gerade in Städten immer mehr gefordert.

Ich bin gespannt auf ein neues eMobilitätsjahr 2018 und kann kaum erwarten, weiter von Startups oder alten Hasen, neuen Technologien und innovativen Geschäftsmodellen zu berichten.

In diesem Sinne, Happy Holidays! Und jetzt bitte einmal alle auf die nächste Uber-Fahrt einstimmen!

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