LYFT vs. UBER

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LYFT

Ist LYFT einfach nur UBER in pink? Als Teil unserer Serie untersuchen wir, wie und ob sich die beiden Car-Sharing-Services unterscheiden.

App

Beide Apps ermöglichen es, den nächsten Fahrer in der Umgebung zu finden. Das wird natürlich auch visuell in beiden Apps sehr nutzerfreundlich dargestellt. UBER macht das ganze in schwarz, LYFT in pink. Die Apps gleichen sich inhaltlich sehr aber es scheint als gäbe die UBER App einen besseren Überblick über den Preis, der schlussendlich zu zahlen sei.

Ein Fahrer, der für beide Services unterwegs ist, schätzte aber, dass die LYFT App eine Funktion anbietet über die man dem Fahrer Trinkgeld geben kann. Das ist in den USA normal aber die UBER App fordert den Fahrgast weder dazu auf, noch bietet sie eine Option dafür an. Das ist einer der größten Kritikpunkte, die die Fahrer in den USA an dem Service äußern, da Trinkgeld hierzulande in vielen Berufen entscheidender Bestandteil des monatlichen Einkommens ist.

Preis

Die beiden Unternehmen unterbieten sich immer und immer weiter. Offensichtlich, denn der Kunde mag es möglichst günstig zu fahren und entscheidet sich entsprechend. Beide Unternehmen berechnen $1.00 um eine Fahrt zu beginnen und dann $1.50 pro Meile und .25 Cent pro Minute.

Beide Unternehmen greifen auf das sogenannte „Price Surging“ zurück. Mit erhöhtem Fahrgastaufkommen werden erhöhte Preise gerechtfertigt. Bei UBER kann eine Fahrt zur Rush-Hour dann auch mal das Achtfache des Originalpreises kosten, obwohl der Kunde vorgewarnt wird. Bei LYFT zahlt man nur in etwa das Doppelte. So oder so, für den Kunden ist es ärgerlich. Die Unternehmen können so ihren Service für mögliche Fahrer noch attraktiver machen.

Kundenfokus und Gebiete

UBER ist um einiges größer als LYFT und entsprechend auch in deutlich mehr Gebieten verfügbar. Genauer gesagt in 58 Ländern und 300 Städten. LYFT-Fahrzeuge kann man in 65-70 amerikanischen Städten ordern. Und die UBERs sind auch schneller da, vor allem wenn man sich außerhalb des Stadtkerns bewegt. Ich habe in Downtown Chicago aber generell nie länger als 3 Minuten auf beides gewartet.

Hotlines oder ähnliches gibt es bei beiden Services nicht. Nur FAQs durch die man sich bei einem Problem durchklicken muss. Auch die UBER-Fahrer haben keine Möglichkeit, ihren Arbeitgeber telefonisch zu kontaktieren. Außerdem heißt es, dass LYFT-Fahrer einfach netter seien. Beim diesem Thema kann ich aber wirklich keinen Unterschied zwischen den Fahrern der verschiedenen Services ausmachen.

Ganz offensichtlich, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, konzentriert sich die Vision von LYFT eher auf Gemeinschaft und Spaß, während das Bild von UBER, wie in den letzten Tagen erwähnt, auch ökonomische Ziele repräsentiert. Besonders angenehm bei UBER ist aber, dass der Kunde sich zwischen mehreren Fahrzeugtypen bzw. Transportmöglichkeiten entscheiden kann und die Fahrer möglichst professionell erscheinen möchten. Bei LYFT sind die Fahrer hingegen für verschiedene Themen bekannt. Unter #lyftcreative kriegt man davon einen besseren Eindruck.

Perspektive und Entwicklungschancen für LYFT und UBER

Wenn man die Entwicklung der Services ein bisschen betrachtet zeigt sich, dass sich beide Unternehmen jeweils nach dem anderen richten. LYFT etabliert freie Fahrten für neue Nutzer – UBER zieht nach. UBER investiert in autonomes Fahren – LYFT kündigt eine Kooperation mit General Motors an. LYFT belohnt seine Fahrer mit zusätzlichen Promotionsgeldern – UBER packt die Spendierhosen aus.

UBER hat definitiv mehr Investoren und ist dahingehend bekannt, dass es deutlich mehr Fahrzeuge zu seiner Flotte zählen kann. Interessant ist auch, dass UBER Fahrer von LYFT aktiv abwirbt. Was UBER wirklich gut macht ist, dass man den Service auch zu einem Geschäftstermin oder einem offiziellen Empfang nutzen kann und sichergehen kann dass man ein Auto bekommt, das Anlässen wie diesen entspricht. Außerdem ist die Bewertungsskala für sowohl Fahrer, als auch Nutzer eine große Hilfe um Sicherheit und Zufriedenheit auf beiden Seiten zu unterstützen.

Alles in allem habe ich aus meinem Umfeld in den USA erfahren, dass UBER viel von seinem Charme und seiner Unterstützung in der Gesellschaft durch die aktuellen und vergangenen Skandale verliert. Wir haben ja bereits über die Krise(n) berichtet, die sicherlich auch mit dem CEO Travis Kalanick zu tun haben, hier der Link zu dem Post dazu von Michael.

Und auch wenn man der Konkurrenz deutlich überlegen ist, sollte es dem Service zu denken geben, wenn die Nutzer aktiv ihre Konten löschen und zur Konkurrenz überwechseln.

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