Ladesäulen: Kein Parkplatz – kein Aufladen

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Ladesäulen: Kein Parkplatz - kein Aufladen
Quelle: Michael Brecht

Ladesäulen: Kein Parkplatz – kein Aufladen. Man stelle sich vor, der Benzintank sei fast leer. Der nächste logische Schritt ist die Fahrt zur Tankstelle – wieder auftanken. Nun hat sich aber ein anderer Autofahrer gedacht, er stellt sein Auto vor der Zapfsäule ab und geht erst mal ins Restaurant neben an. Aufenthalt so knapp über eine Stunde. Alle anderen Zapfsäulen sind auch belegt, die nächste Tankstelle zu weit entfernt. Der eigene Blutdruck wäre ganz schnell weit über 180 oder?

Nicht-E-Autos als Konkurrenzparker

Zugegeben, dieses Szenario klingt etwas an den Haaren herbeigezogen – man darf an Tankstellen ja nicht parken. Aber übertragen auf E-Autos müsste das doch auch für E-Ladestationen gelten. Dem ist aber nicht so. Die Ladestationen sind meistens so auf den Gehwegen positioniert, dass die Autos vom seitlichen Parkstreife aus aufgetankt werden können. Das Problem: Ist der Parkplatz von Nicht-Elektrofahrzeugen belegt, hat der E-Autofahrer keine Chance. In München sind deshalb Fahrer von E-Fahrzeugen schon ziemlich genervt. Es ist wohl jedes Mal wie Roulette spielen, ob man den Platz an der Ladesäule bekommt oder nicht.

Lösung I –  Mehr öffentliche Ladesäulen

In Stuttgart gibt es derzeit 180 Ladestation der EnBW mit je zwei Ladepunkten. Macht insgesamt allein 360 öffentliche Ladepunkte. Aber auch in Stuttgart stehen die Ladesäulen oft auf dem Gehweg direkt neben der Straße. Und auch hier können die Parkplätze drumherum von ‚normalen‘ Autos benutzt werden. Der Ansatz, den München jetzt verfolgt, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Mehr Ladestationen bedeuten mehr Möglichkeiten zum Laden. Der Ansatz ist in der Tat richtig und wichtig. Hier könnte sich z.B. auch das Startup eluminocity mit ihren zu Ladesäulen umgebauten Straßenlaternen anbieten. Diese aber auch an den Seitenstreifen zu platzieren, würde das Problem nicht lösen, dass die Parkplätze fremdgenutzt werden. Irgendwo müssen die anderen ja auch parken. Sie fest zu reservieren, wie Behindertenparkplätze, würde auf der anderen Seite weiteren Frust schüren.

Lösung II – Extra Parkräume für E-Autos

Vielleicht sollte man daher darüber nachdenken, ganz gesonderte Plätze für Ladestationen einzurichten – ein ähnliches Konzept wie mit den jetzigen normalen Tankstellen ist. Plätze, auf denen es niemanden stört, dass die E-Autos mal vier bis fünf Stunden am Stück stehen und laden. Beispielsweise extra Bereiche auf Pendler-Parkplätzen oder in getrennten Bereichen von Parkhäusern. So kann sich auch keiner beschweren, dass Parkplätze am Straßenrand den E-Autos vorbehalten sind. Besonders in Städten mit sowieso vorhandener Parkplatznot könnte das eine sinnvolle Einrichtung sein. Wie solche Konzepte aussehen könnten, wäre zu überlegen. Schließlich muss die gesamte Parkplatzsituation im Auge behalten werden. Es ist ein Abwägen, das großes Fingerspitzengefühl bedarf.

2 KOMMENTARE

  1. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es in Zukunft beide Lösungsansätze geben.

    Lösung 1 für die Normalladesäule, wo man mehrere Stunden bis zu einer Nacht das Elektroauto lädt.

    Lösung 2 wird sich voraussichtlich bei Schnellladesäulen durchsetzen, wo man sich zum Laden nicht mehr als ca. 30 Minuten aufhält. Vergleichbare Benzintankstellen gibt es schon im Ausland. Das Benzin wird an der Zapfsäule per Karte bezahlt. Das Tankstellenpersonal sichert den zusätzlichen Service ab. Warum muss ich heute noch für bestimmte Dienstleistungen an die Tanke fahren?

  2. 3te Möglichkeit sind zielgerichteter Einsatz durch Kontrollen des Ordnungsamt. Die Stadt hat höhere Einnahmen durch Bußgelder, der Ladestation Betreiber höhere Einnahmen und der eMobilist freut sich das eine Ladestation die frei angezeigt wurde auch frei zum laden ist.

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