Das Jahr 2017 war ein sehr bewegtes Jahr im Sinne der Elektromobilität und deshalb hat sich das Gründerteam des eMobilitätblogs einen ganz besonderen Jahresrückblick ausgedacht. Jeder unser Autoren darf einen persönlichen Beitrag schreiben, indem der Autor seine Erkenntnisse aus dem Elektromobilitätsjahr 2017 beschreibt, seine Highlights auflistet und Ihnen zeigt, welche Erwartungen sie/er an das Jahr 2018 hat. Eine Serie zum Thema „Mein persönliches eMobilitätsjahr 2017“:

Alle unseren Autoren haben an verschiedenen Orten der Welt ihren Teil zu diesem Blog beigetragen und oft ihre persönlichen Erfahrungen in die Beiträge einfließen lassen. Wir sind sehr glücklich über unsere Leser und die Entwicklung des Blogs und wollen diesen Erfolg im Jahr 2018 weiterführen.

Auch ich persönlich habe dieses Jahr viel gelernt und durfte mein Jahr 2017 mit dem Titel „Top Voices: Die 25 besten LinkedIn-Autoren 2017“ krönen. Und damit läute ich auch meinen Jahresrückblick ein; mit den Kommentaren der Leser, den erfolgreichsten Beiträgen von mir und LinkedIn, ein Netzwerk von Menschen, welche ein hohes Interesse an der Elektromobilität zeigen.

Mein erfolgreichster Beitrag

Erfolg ist „die Tatsache, dass eine Anstrengung zu einem guten Ergebnis führt und Anerkennung findet.“ Und das haben Sie. Die Anstrengungen der Recherche, der Konsolidierung der Fakten und Meinungen haben sich in meinen LinkedIn Beiträgen wieder gespiegelt und sind glücklicherweise auf eine breite Leserschaft getroffen.  Über 18.000 Personen haben meinen Beitrag: „Ist die Zukunft der Elektromobilität gefährdet? Müssen wir auf Tesla aufpassen?“ gelesen. 110 Kommentare zeigten mir die Relevanz des Themas und das Diskussionspotenzial. Knapp 200 Likes und 38 Shares waren tolle Erfolge für mich.

Voran gegangen war der Artikel „Wie Tesla die Autowelt in Atem hält“, der bereits einiges an Diskussionspotenzial offen hielt und die Basis für meinen erfolgreichsten Beitrag gebildet hat. Vielen Dank an dieser Stelle an alle die mitgelesen und diskutiert haben.

Welche Themen haben mich im Jahr 2017 hauptsächlich bewegt. Eindeutig Tesla und die deutsche Automobilindustrie, die ihren innovativen Geist in der Elektromobilität ein wenig verlor.

Tesla – ein Innovator auf dem Weg zum Massenmarkt

Der Automobilhersteller Tesla hat mich in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht beschäftigt. Ich habe mit Spannung die Entwicklung dieses Innovators verfolgt und viele Berichte rund um die Automobile von Elon Musk geschrieben. Und es ist viel passiert. Tesla Fans stellten neue Hypermiling Rekorde auf und fuhren ein Tesla Model S über 1.000 km weit. Das Model X wurde vom NHTSA, der National Highway Traffic Safety Administration, zum derzeit sichersten SUV erklärt. Die Tests mit dem Elektroauto zeigen, dass in diesem Fahrzeug die Insassen eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, bei einem schweren Unfall ohne ernsthafte Verletzungen auszusteigen. Und dann kam das Model 3. (Quelle NHTSA)

Model 3

Besonders das Model 3 bewegte uns seit Mitte des Jahres im immer größer werdenden Ausmaß. Wir erfuhren immer mehr Details über das neue bahnbrechende Modell, das Tesla in den Massenmarkt katapultieren sollte. Individuell sieht anders aus und trotzdem bestellten knapp eine halbe Millionen Menschen dieses Automobil vor und zahlten 1.000 Dollar an, auf einen Wagen, den sie noch nicht einmal gesehen hatten. Ein faszinierender  Schritt von Tesla Gründer Elon Musk und seinen „Anhängern“ und Neukunden.

Börsenliebling oder Blase

Diese Frage stellten wir uns so oft. Auch im Gründer Team gab es unterschiedliche Meinungen. Wer sich größter Autobauer der USA nennen darf, der muss mit Gegenwind rechnen. Und so  wurde Tesla immer öfter in der Presse kritisch beäugt. Bei Tesla kann man mittlerweile von einer Tradition sprechen, in der Analysten den Untergang des eMobilitäts-Giganten voraussagen. Tesla hat es dieses Jahr vollbracht, Ford im Ranking der wertvollsten Automarken zu überholen und zeitweise musste sogar General Motors (im Gesamtwert) dran glauben.

Die Tesla Aktie hat sich doch trotz kleinerer Rückschläge kontinuierlich nach oben entwickelt. Das Unternehmen ist heute mit 56 Milliarden Dollar fast genauso so viel wert, wie General Motors. Die Aktie hat dieses Jahr um ca. 80€ dazu gewonnen. Doch woran erkennt man die stabile Marke Tesla?

  • Die Massenproduktion steht bei Tesla bald auf der Tagesordnung. Der Ausbau stockt aber fährt zum Ende des Jahres hoch. Taiwanesische Medien berichten, dass die Zulieferer aufgefordert wurden, wieder mehr Fahrzeugteile zu liefern. Die reduzierte Menge sah 3.000 Fahrzeugteile vor, angefordert wurden nun wieder 5.000.
  • Das Tesla Model 3 erfährt gute Bestellwerte und scheint eine hohe Beliebtheit zu genießen. Dabei bleibt abzuwarten, wie sich die ersten Modelle des brandneuen Tesla Model 3 in der Realität bewähren. Die „Detroit News“ berichtet über Qualitätsprobleme beim Model 3, diese will man jedoch zeitnah beheben. Das Mess-Institut „Emissions Analytics“ hat die Verbrauchswerte und die Reichweite des neuen Model 3 ermittelt. Laut der Auto Motor & Sport kommt der Wagen 326 Kilometer weit.
  • Tesla schafft mittlerweile gute Absatzzahlen und legte ein gutes erstes Quartal hin. Das bedeutet im Konkreten: 250.000 ausgelieferte Fahrzeuge, ein Grund zum Feiern.

Die deutsche Automobilindustrie

Einmal Vorreiter, immer Vorreiter? Nein, definitiv nicht und dies musste die deutsche Automobilindustrie, die Hersteller-Elite, dieses Jahr schmerzhaft feststellen, denn man hatte den Start verschlafen und Tesla vergrößert den Abstand auf unsere Hersteller. In meinen Beiträgen habe ich mich oft mit der deutschen Automobilindustrie auseinander gesetzt. Man übte viel Kritik an Tesla, so wie Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück der  „keinen anständigen Kaufmann, der ein Unternehmen wie Tesla aufbauen würde“ kennt. Und auch VW-Chef Matthias Müller bezeichnete den US-Elektroautohersteller als „Ankündigungsweltmeister“.

Doch wie ist die Situation unserer heimischen Industrie?

Die Elektromobilität ist auch bei den deutschen Automobilbauern angekommen. In den kommenden Jahren werden einige Modelle den Markt der Elektromobilität bereichern. Innovationsträger sind wir im Rahmen der eMobilität nicht mehr zwangsläufig. Tesla hat zwei etablierte elektrische Modelle auf dem Markt, das dritte bahnt sich seinen Weg. Keiner der deutschen Hersteller hält mehr als ein elektrisches Modell für seine Kunden bereit, da ist definitiv Ausbaupotenzial. Die neuen Investitionsvolumen der Industrie geben ein deutliches Signal in Richtung Tesla.

Der Kunde darf den Beginn des Wandels frühestens 2019/2020 erwarten, denn dann werden die Modellpaletten erst elektrisch bereichert werden. Reichweiten eines Model S sind derzeit geplant, in den heutigen Modellen jedoch nicht realisiert – keines der aktuellen Modelle schafft heute mehr als 300 km. Die Batteriefertigung könnte in Europa, eventuell sogar gemeinsam stattfinden. Der wirkliche Ausgang dieser Situation steht jedoch auch noch in den Sternen. Das Knowhow der Zellproduktion wird jedoch sicher seinen Weg zu unseren Automobilherstellern finden, dafür werden die Investitionen in Deutschland sorgen.

Was erwarte ich vom Jahr 2018?

Dass die Bewegung der Elektromobilität nicht verstummt. Das Interesse an der elektrischen Fortbewegung ist hoch und wird alle Bevölkerungsschichten erreichen. Tesla ist für mich nach wie vor im Fokus. Schaffen die Kalifornier den Weg aus der Produktionshölle? Ich hoffe es, denn mit dem Model 3 würde, nicht nur in den USA, ein Modell auf den Markt kommen, welches den Wandel so aktiv wie nie zuvor gestalten könnte.

Ich war schon immer begeistert, wie die deutschen Hersteller mit ihrer Qualität und Ihren Innovationen ihre Kunden bei jedem neuen Model begeisterten. Die Innovationen verstummen nicht, sind jedoch im Bereich der elektrischen Fortbewegung noch sehr eingeschränkt. Da wir die Modelle der Deutschen erst ab 2020 erwarten können, bin ich in 2018 auf die ersten serienreifen Konzeptautos gespannt. Hoffentlich kann man hier einige neue Technologien und Innovationen bestaunen.

Die Elektromobilität hat dieses Jahr keinen großen Durchbruch geschafft. Zu behäbig sind die deutschen Hersteller und auch die Politik, die mit der Kaufprämie kläglich gescheitert sind. Auch der Netzausbau muss noch deutlich aktiver voran getrieben werden. Es stehen also einige große Aufgaben im Jahr 2018 an. Wir freuen uns weiterhin darüber zu berichten!

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