In dieser Woche stellte die Deutsche Bahn einmal mehr unter Beweis, dass aus dem einst biederen Staatsunternehmen inzwischen ein hochspannender, digitaler Mobilitätsanbieter geworden ist. Das neue Zauberwort aus der Zentrale am Potsdamer Platz heißt ‚ioki‘.

Per Elektrobus zum Zug gebracht

Wer von uns hätte vor 20 Jahren der Bahnzentrale in Berlin zugetraut, einen effizienten Mobilitätsservice anzubieten. Beispielsweise einen Service, der den autonomen Elektrobus per Smartphone-App zur gewünschten Zeit vor die eigene Haustür bringt, um sich damit zum Bahnhof fahren zu lassen. Seien wir ehrlich: wir alle waren zu sehr mit Zugverspätungen und vereisten Weichen beschäftigt. Bei der Bahn hätten wir nicht wirklich an Neuerungen aus der Welt des autonomen Fahrens gedacht.

Die Kernkompetenz wird erweitert

Die Kernkompetenz ‚Zugfahren‘ wird Zug um Zug (ein schönes Wortspiel :-)) erweitert. Die digitale Mannschaft entwickelt kundenfokussierte Services mit starkem Blick auf die Anforderungen von Morgen. Die Deutsche Bahn erfindet sich derzeit neu. Und das ist gut so.

Die Bahn entwickelt ein offenes Umfeld für On-Demand-Mobilität. Der Plan ist, dieses System eng in den Öffentlichen Personennahverkehr zu integrieren. Somit soll eine nahtlose Mobilität für die Kunden ermöglicht werden.

Konkret in die Umsetzung geht ioki nach dem Betriebsstart in Bad Birnbach im beschaulichen Bayern unter anderem in Hamburg: Im Rahmen der Smart City-Partnerschaft zwischen der Bahn und der Freien und Hansestadt Hamburg testet ioki 2018 einen fahrer-basierten Shuttleservice mit Anschluss an den ÖPNV. Hier teilen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug, gebucht per App. Ein wenig weiter in die Zukunft gedacht, erfolgt der Transport tatsächlich mit Hilfe autonom verkehrender Elektrobusse.

Doch ioki ist mehr

Doch ioki ist noch mehr. Vom Identifizieren sinnvoller Einsatzgebiete über die Entwicklung des Backends bis hin zur benutzerfreundlichen App sollen Partner die ioki-Lösungen sinnvoll in ihre bisherigen Angebote integrieren.

Denn der Bahn ist klar: autonomes Fahren gelingt den Berlinern nicht allein. Als fester Bestandteil der Mobilitätslösung werden diese neuen Mobilitäts-Ansätze für externe flexibel zugänglich. Die Bahn als offene Plattform für die Mobilitätslösungen der Zukunft. So könnte das funktionieren.

„Mit ioki geben wir schon heute Antworten auf die Mobilitätsnachfrage von morgen“, so DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. „Unsere Vision ist es, unsere Angebote noch stärker an den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten, damit sie ihre täglichen Wege einfacher und flexibler gestalten können. Ohne eigenes Auto, jederzeit auf Abruf, digital buchbar, in der Stadt wie auf dem Land und mit Anschluss an die Schiene.“

 

1 KOMMENTAR

  1. Sehr interessant. Die Bezeichnung „biederes Staatsunternehmen“, mit dem Hinweis auf aktuell richtig fortschrittliches Denken, passt sehr gut 🙂 Ich habe letztens mit meinem Schwiegervater über die Bahn diskutiert. Er ist der Ansicht, dass die Privatisierung ein Fehler war. Seiner Ansicht nach gibt es jetzt einige Wenige, die sich ordentlich die Taschen vollmachen und denen die Kunden völlig egal sind. Früher sei das besser gewesen, weil es klare Gehaltsstrukturen gab und der „Kunde im Vordergrund stand“. Auf meine Meinung, dass es noch nie einen staatlichen Monopolisten gab, bei dem man wirklich Kunde war, erhielt ich keine Antwort mehr 🙂

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