Grüner Rennsport – das GreenTeam Stuttgart

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Grüner Rennsport - das GreenTeam aus Stuttgart
Quelle: GreenTeam Stuttgart

Grüner Rennsport – das GreenTeam der Uni Stuttgart. Seit nunmehr acht Jahren sind die Universitäten Stuttgart, Hohenheim und die Hochschule der Medien als GreenTeam Uni Stuttgart e.V. auch im „grünen“ Rennsport unterwegs. Gleich im ersten Jahr ihrer Teilnahme an den Formula-Student-Electric Wettbewerben landeten sie auf Platz eins der Weltrangliste. Momentan sind sie auf Platz sechs.

Von und für Studenten – das GreenTeam

Das Projekt wird vollständig von Studenten geleitet und verwirklicht. Sie kommen aus Studiengängen wie Elektrotechnik, Mechatronik, Kybernetik, Informatik oder auch PR und BWL. Circa 50 Studenten und Studentinnen beteiligen sich in den Bereichen Organisation, Mechanik, Sensorik/Elektrik und Regelung. In einer Woche, am 5. Mai, soll der neue Rennwagen vorgestellte werden. Wie bei allen neuen Autos wird auch beim GreenTeam noch ein großes Geheimnis aus dem neuen Rennauto gemacht. Auf der ams-i-mobility Messe in Stuttgart waren sie mit ihrem Auto vom letzen Jahr vertreten. Projektleiter Sebastian Krüger hat mir ein bisschen über das GreenTeam Stuttgart erzählt.

E-Rennsport – Experiment und Vorreiter

Viele schauen sich Autorennen ja gerade wegen den Motorengeräuschen an. Allerdings erzeugen die ganzen Autos ja auch eine riesige Menge an Abgasen. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Formel 1 irgendwann nur noch elektrisch läuft?                              

Krüger: Der Motorsport wird immer Experimentierfeld und Vorreiter für zukünftige Technologien sein. So wie auch mit der bereits bestehenden Formel E. Diese Rennserie steht zwar gerade noch am Anfang, wird sich in Zukunft aber immer mehr etablieren und spannende Rennen zeigen.

Bei der längsten Formel 1 Strecke in Monaco müssen die Autos 78 Runden fahren – wie sieht es mit der Reichweite bei eurem neuen Auto aus?                                                

Krüger: Bei den Wettbewerben der Formula Student müssen wir eine Strecke von 22km absolvieren. Genau für diesen Anwendungsfall ist auch unser Rennwagen ausgelegt. Jeder zusätzliche Kilometer würde eine Zunahme des Fahrzeuggewichts bedeuten und bei einem Rennwagen kommt es schließlich auf jedes Gramm an.

Wie ist eigentlich die Idee entstanden, ein elektrisches Rennauto zu bauen?                  

Krüger: Die Formula SAE gibt es jetzt bereits seit 1981 und wurde das erste Mal in den USA ausgetragen. 1999 kam der Wettbewerb nach England. Mittlerweile ist der Wettbewerb auf der ganzen Welt vertreten. Unser Team wurde 2009 zur Einführung der elektrischen Formula Student Klasse von Alumni des Rennteam Uni Stuttgart e.V. gegründet.

Der Neue ist fast fertig!

Bei eurer ersten Teilnahme an der Formula SAE 2009 wurdet ihr direkt erster, einen Weltrekord im Beschleunigen habt ihr 2014 aufgestellt – was erwartet ihr vom jetzigen?

Krüger: Wie jedes Jahr versuchen wir auch bei unserem jetzt achten Rennwagen noch mehr herauszuholen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns im September (Start unserer Saison) zusammengesetzt und die vergangene Saison analysiert. Unser Hauptaugenmerk liegt dieses Jahr auf Leichtbau, bessere Aerodynamik und einem effizienteren Powertrain (Antriebsstrang).

In welchem Stadium ist das neue Auto?                                                                       

Krüger: Das Auto befindet sich seit Anfang Januar in der Fertigung. Seitdem werden die einzelnen Bauteile gefertigt und das Auto zusammengebaut. Bis Ende April wird der Rennwagen komplett fertiggestellt. Ab da kann dann auch getestet werden.

Die Studenten des GreenTeam Stuttgart bei der Arbeit
Quelle: GreenTeam Stuttgart

Auf die Teststrecke, fertig, los!

Nun gibt es in Stuttgart keine offizielle Rennstrecke. Aber irgendwo müsst ihr eure Autos auch mal Probefahren oder?

Krüger: Unser Auto testen wir auf Erprobungsstrecken von unseren Sponsoren Bosch und Vöhringer. Aber auch bei Probe-Events von ZF auf dem Messegelände in Friedrichshafen, Daimler in Kirchheim (Teck) oder bei Bosch/Etas auf dem Boxberg. Wir freuen uns aber natürlich auch über jeden weiteren Vorschlag für ein geeignetes Testgelände.

Die Entwicklungen im Elektrotechnikbereich nimmt in den letzten Jahren immer mehr Fahrt auf. Auf was setzt ihr?                                                                                              

Krüger: Wir setzen seit 4 Jahren auf Radnabenmotoren. Dadurch haben wir nicht nur die Möglichkeit mit allen Radeinheiten Energie zurückzugewinnen (Rekuperierung), sondern können in Kurvenfahrten auch die Vorteile von Torque-Vectoring (Drehmomentverteilung) nutzen.

Ihr setzt euch jedes Jahr wieder zum Ziel, einen neuen Rennwagen zu bauen und mit ihm auf die vorderen Ränge im Wettbewerb zu kommen. Wie stolz seid ihr auf das Projekt?  

Krüger: Wir sind sehr stolz. Im Vordergrund steht, dass die Studenten ihr theoretisch angeeignetes Wissen aus den Uni Vorlesungen in der Praxis anwenden können. Wir Studenten stecken sehr viel Zeit in den Rennwagen. Die meisten von uns pausieren sogar ihr Studium in dieser Zeit. Aber das was wir hier lernen und erleben steht dazu in einem deutlich höheren Verhältnis. Und der Spaß darf natürlich dabei auch nicht zu kurz kommen.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

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