Faraday Future verliert zwei deutsche Top-Manager

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Bildrechte: Faraday Future - zukünftig mehrere Topmanager weniger an Bord

Nun ist es also doch passiert. Das chinesische e-Startup Faraday Future verliert nach einem Bericht des Manager Magazin die beiden deutschen C-Levels Stefan Krause und Ulrich Kranz. Mit den Beiden gehen zeitgleich der Finanz- und der Technik-Vorstand und beide sind anscheinend bereits seit Oktober nicht mehr an Bord.

Es galt in der internationalen Mobilitätsszene als großer Coup von Faraday Future, die beiden Topleute zu sich geholt zu haben. Auch wir beschrieben allein die Präsenz des langjährigen BMW- und Deutsche-Bank-Vorstandes Stefan Krause als echten Stabilisator für das Startup.

Faraday Future CEO und Großaktionär ist ’not amused‘

Wie sehr sich die chinesische CEO und Großaktionär ‚auf den Schlips getreten fühlt’ zeigt die Anfang der Woche lancierte Pressemitteilung von Faraday Future. Der CEO und Mehrheitsgesellschafter Jia Yueting behauptet darin, daß Faraday die Verträge mit CFO Krause mit sofortiger Wirkung beendet habe. Man werfe ihm „rechtswidriges Verhalten und Pflichtverletzung“ vor. Der Milliardär drohte gar mit rechtlichen Schritten, der Ex-Deutsch-Banker habe eine erfolgreiche externe Kapitalakquise gar blockiert.

Die Richtigstellung von Krause kam dann prompt. Die konstruierten Vorwürfe seien „haltlos und verleumderisch“ und würden seitens Faraday falsch dargestellt. Richtig sei, dass er von sich aus gekündigt habe.

Verlassen die Beiden das sinkende Schiff?

In der Branche wird gemunkelt, dass den beiden deutschen Managern das Unternehmen von Faraday zu heikel wurde. Einerseits stände der charismatische Milliardär mit seinem Wunsch, ein sportliches Elektroauto auf den Markt zu bringen. Der elektrisch angetriebene Supersportwagen FF91 ist als SUV geplant und soll mit 1.050 PS richtig viel Kraft auf die Straße bringen. Die Reichweite mit 600 km gilt ebenfalls als sehr engagiert für ein solches Projekt.

Andererseits hielten sich hartnäckig die Gerüchte über nicht bezahlte Zulieferer und gar eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Ob beide Schwierigkeiten auch dafür verantwortlich sind, dass neue Investoren mit frischem Geld ausblieben, das weiß man letztlich nicht. Hilfreich sind die Gerüchte sicherlich nicht und der Abgang der beiden ‚Stabilisatoren’ dürfte für Faraday sicherlich kein positives Signal nach außen setzen.

Faraday hatte große Pläne

Faradays Personal wuchs in den vergangenen Jahren im wesentlichen durch Abwerben internationaler Mobilitätsexperten an. Dabei ging man sowohl bei europäischen Wettbewerbern wie BMW, aber auch bei den amerikanischen Elektroanbietern recht rustikal vor. Das in Gardena Kalifornien beheimatete Team versprach dann auch vollmundig, im Jahr 2019 bereits den FF91 auf die Straße zu bringen.

Doch quasi zeitgleich zu den Deutschen verließen weitere Topmanager das Startup, wie etwa der ehemalige Ford Manager Bill Strickland, bei Faraday war er Produktionschef. Mit Ulrich Kranz geht neben dem CFO Krause jetzt auch der Experte, der zuvor bei BMW der Herr über die i Elektroserie war. Dort war er im Juli 2017 über die mangelnde Weiterentwicklung jener i Serie enttäuscht gegangen. Jetzt ist das Abenteuer FF91 für die Beiden beendet.

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