Fakten-Check – größere Reichweite von Elektroautos

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Fakten-Check - größere Reichweite von Elektroautos
Quelle: Tesla

Fakten-Check – größere Reichweite von Elektroautos. Was wäre, wenn die Reichweite in Zukunft keine große Rolle mehr spielen würde, weil E-Autos mit ihren Batterieladungen genauso weit kommen wie Benziner oder Diesel mit einer Tankfüllung? Ein Traum, der seit 2011 immer mehr Gestalt annimmt.

Im Durchschnitt 270 Kilometer Reichweite

Der neue „Fakten-Check Mobilität 3.0“ der Managementberatung Horváth & Partners ist da. In dieser Studie geben die Berater an, dass 2016 durchschnittlich 270 Kilometer weit kommen. Einbezogen wurden alle E-Fahrzeuge, die entweder rein batteriebetrieben sind, einen Range Extender haben, mit Brennstoffzellen fahren oder Plug-in-Hybride sind. Davon sind 2016 bereits 69.000 PKW auf Deutschlands Straßen unterwegs gewesen – ca. 60 Prozent mehr als noch 2015.

Neue Modelle treiben die Entwicklung voran

2014 knackten die Autobauer bereits die Reichweiten-Marke von 200 Kilometer. Für das Jahr 2020 sagen Horváth und Partner schon einen Durchschnitt von 450 Kilometer voraus. Viele der deutschen Automobilhersteller haben bis 2025 neue E-Autos angekündigt. So will VW beispielsweise seinen I.D. Crozz bis 2020 auf auf den Markt bringen und einen Absatz von einer Million Einheiten erreichen. Aber auch Mercedes und Porsche wollen nachlegen. Ebenso BMW, die dazu noch ehrgeizig das Ziel verfolgen die Elektromobilität im Autobereich erschwinglicher zu machen.

Reichweite momentan wichtiger als Preis

Weltweit führend in Bezug auf Reichweite ist wenig überraschend der US-amerikanische Konzern Tesla. Sein Model X 100D kam nach Herstellerangaben über 560 Kilometer weit, das Modell S 100D soll mittlerweile sogar die 600 Kilometer-Marke geknackt haben. Was aber vielleicht überrascht, ist die Tatsache, dass das Modell S 2016 das dritthäufigste in Deutschland zugelassene E-Auto. Dabei hält Tesla nicht gerade den Titel der erschwinglichsten Automarken im E-Bereich. „Das bestätigt, dass die strategische Entscheidung Teslas, auf reichweitenstarke Modelle anstatt auf Stadtwagen für die Kurzstrecke zu setzen, richtig war“, erklärt Dr. Oliver Greiner, Leiter des Fakten-Checks. Die Käufer von E-Autos legen demnach in erster Linie mehr Wert auf die Reichweite als auf den Preis.

Das Modell X 100D fährt über 600km weit
Quelle: Tesla

Größere Batterien statt effizientere Energieverwertung

Neben Tesla haben auch BMW mit dem i3 Facelift, Hyundai mit ihrem Honig EV und Nissan mit dem Leaf ihre Reichweite 2016 steigern können. Allerdings setzen die meisten dabei wohl nicht auf effizientere Energieverwertung, sondern versuchen das Reichweiten-Problem durch die Größe zu lösen. Achim Kostron, Automobilexperte bei Horváth & Partners: „Energieverbrauch und -dichte haben sich in letzter Zeit nur minimal verbessert. Das heißt, dass die kontinuierlichen Steigerungen, die wir beobachten können, auf den Einsatz größerer Batterien zurückzuführen sind.“

Eine Million E-Autos bis 2022

Wird die Reichweite nun immer größer und scheint dieses „Problem“ gelöst, werden andere Aspekte wichtiger. Als Prognose stellt der „Fakten-Check Mobilität 3.0“ bis 2022 eine Million zugelassener E-Fahrzeuge in Deutschland in Aussicht. Daher gibt es bei der Ladeinfrastruktur und vor allem der Ladedauer noch immer einiges zu tüfteln, um solch eine Menge an E-Autos gleichzeitig versorgen und vor allem schnell versorgen zu können. Der Wunschtraum wäre natürlich, dass auch ein Ladevorgang irgendwann nur noch so lang dauert wie heute der Zwischenstopp an der Tankstelle.

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