Ex-BMW Vorstand Stefan Krause stabilisiert Faraday Future

0
Copyright: Faraday Future - CFO/COO Stefan Krause verkündet neue Fabrik

Vor wenigen Tagen noch berichteten wir über die potentiellen Finanzprobleme des Tesla Konkurrenten Faraday Future. Aus einem geplanten Werk mit 3 Millionen Squarefeet wurde zunächst auf 650.000 Squarefeet gekürzt und dann das ganze Vorhaben nahe Las Vegas komplett gekippt.

Neues Werk in Hanford Kalifornien

Doch heute kam dann per PR Newswire die News, dass Faraday in Hanford Kalifornien einen Mietvertrag unterschrieben hat, um an diesem hochinteressanten Standort zwischen Los Angeles und dem Silicon Valley die Produktion des futuristischen FF 91 Modells zu beginnen.

Der Bau eines Elektroautos genau zwischen den beiden E-Mobility Zentren der USA in Kalifornien gilt als strategische Meisterleistung. Denn die Auslieferung des noblen Elektroautos ist für das Ende des Jahres 2018 vorhergesagt. Und genau dort, im Epizentrum amerikanischer Digitalisierung und E-Mobility, ist ein perfekter Ort für den Launch eines Wettbewerbers der allmächtigen Teslas.

Der deutsche CFO und COO des Unternehmens, Stefan Krause, äußerte sich dementsprechend euphorisch zu dem Abschluss des langfristigen Mietvertrages (Lease): „für uns ist das ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens“. Man nehme bewusst Risiken in Kauf, doch man wolle mit diesem Investment bewusst ein klares Zeichen für die Mitarbeiter, die Kunden und für die Investoren von Faraday Future setzen.

Eine deutscher Automotive-Shootingstar in Kalifornien unter chinesischer Flagge

Krause war bis Oktober 2015 Finanzvorstand der Deutschen Bank, sitzt im Aufsichtsrat von Rocket Internet und war bis 2008 bei BMW im Vorstand zunächst für Finanzen und dann für Vertrieb verantwortlich. Ein deutscher Automotive und Bank-Shootingstar verleiht dem amerikanischen Unternehmen mit den chinesischen Wurzeln die notwendige Glaubwürdigkeit. Denn Faraday Future wurde im Jahr 2014 vom Chinesen Jia Yueting gegründet. Ein self-made Milliardär, der mit Internet Plattformen sein Geld gemacht hat. Und ein Unternehmen, das sich mehr wie ein Spielzeug eines reichen chinesischen Geschäftsmannes ausmachte, als ein Unternehmen mit klaren strategischen Zielen.

Stefan Krause bringt Ruhe ins unruhige Schiff

Doch Faraday Future scheint nun doch die Kurve zu kriegen. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 1.400 Mitarbeiter, mit gut 65% davon in Kalifornien, viele von ihnen abgeworben bei anderen Autokonzernen in den USA. Und selbst wenn einige amerikanische Medien nach wie vor große Skepsis bei dem Cash-Bedarf des Unternehmens an den Tag legen, so wirbt Krause für Vertrauen. Man habe mit den vermuteten Problemen der chinesischen Muttergesellschaft in China nichts zu tun. Schließlich sei man in Kalifornien stark aufgestellt. Wer Krause kennt und weiß, mit welcher Erfahrung er die Finanzen eines Unternehmens in guten, wie in schlechten Zeiten führen kann, der kann nachvollziehen, dass Faraday Future sicherlich nicht so schnell abzuschreiben ist. Wir sind gespannt.

Kommentar verfassen