EU-Richtlinie für schnelleren Ausbau der Ladestationen

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Bild: BMW - die private Ladestation für Zuhause

Bei manch einer EU-Richtlinie der letzten Jahre habe ich mit dem Kopf geschüttelt. Heute jedoch berichte ich von einer Initiative, die mir gefällt. Es geht um die frisch angekündigte Idee aus Brüssel, den schleppenden Ausbau an dringend notwendiger Ladeinfrastruktur in Europa voran zu bringen. Die EU plant, dass in jeden Neubau oder in jede Renovierung eines Gebäudes ab 2019 ein Mindestanteil von Ladestationen von Elektroautos vorgesehen werden muss. Das Ganze ist geplant als Entwurf für die Änderung des EU-Energieeffizienzpakets.

Es gibt definitiv zu wenig Ladestationen in Deutschland

Wir haben ja bereits über die Dreifaltigkeit der Probleme auf dem Weg zum Einsatz massentauglicher Elektromobilität berichtet. Neben der Reichweite der eAutos selbst und den derzeit noch vergleichbar hohen Anschaffungskosten gilt die zu dünne Abdeckung an Ladestationen in Deutschland als dritter Hinderungsgrund für deren Anschaffung. Ein kurzer Vergleich: in Deutschland gibt es rund 14.600 herkömmliche Tankstellen. Ladestationen für Elektroautos finden sich derzeit etwas mehr als 5.000. Das ist viel zu wenig für das angestrebte Ziel, in 2020 eine Million eAutos auf deutschen Straßen zu sehen, wie von der Bundesregierung angestrebt.

Die Schweizer sind voraus

Zugegeben: die Schweizer sind uns Deutschen in diesen Belangen definitiv voraus. Dort bauen neben den Kantonen auch private Initiativen wie etwa der Swiss Tesla Owners Club oder Swisscharge ihre Elektro Ladestationen. Und von den Lademöglichkeiten im Vorzeigeland in Sachen Elektromobilität in Norwegen können wir in allen europäischen Ländern viel lernen.

Die jetzt geplante EU-Richtlinie hätte seinen weitaus größten Effekt in den Tiefgaragen der Mehrfamilienhäuser. Wie der Spiegel berichtet, sollen in kleineren Einheiten mindestens ein Anschluss, bei größeren Gebäuden jeweils mindestens ein Anschluss je zehn Parkplätze mit einer festen Ladestation ausgerüstet sein. Hier rechnet man ab dem Jahr 2023 mit einer Umsetzung.

Erste Reaktionen auf EU-Richtlinie: die volle Empörung

Wir wären nicht in Deutschland, wenn sich nicht sofort diverse Interessengruppen völlig empört gegen diese EU-Richtlinie zu Wort meldeten. Der Präsident des Eigentümerverbandes Haus und Grund merkt an, dass Brüssel eine Technologie pushe, deren Existenz in der Zukunft keineswegs gesichert sei. Schon werden Kosten von 75.000 Euro je Ladestation in den Raum geworfen. Von der Größenordnung stimmt das sicherlich für den Aufbau einer Schnellladestation. Glücklicherweise sind die konventionellen Versionen bereits ab guten 1.000 Euro zu haben.

Also wenn man mich fragt, so können wir mit dieser Umsetzung der EU-Richtlinie sofort beginnen. Es ist an der Zeit.

 

 

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