Wer in den letzten Monaten durch Berlin gelaufen ist, mag sie schon entdeckt haben, die orangeroten Leihroller des Startups eMio. Mal eben über die App schauen, wo der nächste Roller steht, reservieren, Helm festschnallen und ab geht’s. Das Startup unseres heutigen Startup Tuesdays orientiert sich mit seinen Flitzern am aktuellen Sharing-Trend. Und das kommt an. Bereits 6.000 registrierte Berliner sollen den Roller-Sharing-Dienst als Alternative zu langen Staus und Verkehrschaos in der Hauptstadt nutzen.

Sharing Gedanke per App

Mit ein paar Klicks hat man einen genauen Überblick wo Roller stehen und wie weit diese geladen sind. Ist man gerade in der Nähe kann man einen Roller für 15 Minuten kostenfrei reservieren bevor der Abrechnungszeitraum mit Öffnen des Helmfachs beginnt. In diesem findet der Fahrer dann sowohl zwei verschieden große Helme, als auch den Schlüssel.

Für 14 Euro kann man 25 Minuten fahren, für 19 Euro sind es 100 Minuten Fahrtzeit. Aber es wird immer zugunsten des Fahrers abgerechnet, entweder nach Zeit oder nach gefahrenen Kilometern. Der angefangene Kilometer kostet dabei 59 Cent. Für nur 24 Euro kann man den Roller übrigens den ganzen Tag leihen.

Das Feedback der Nutzer lobt die Beschleunigung auf die gesetzlich vorgeschriebenen 45 km/h, kritisiert aber das eingeschränkte Bewegungsfeld. Zum einen sind die Roller ausschließlich in Berlin verfügbar und nicht in anderen Großstädten, zum anderen ist es eben tatsächlich nur das Berliner Stadtgebiet, was einige größere Stadtteile am Rand der Hauptstadt ausschließt. Aber man kann für fünf Cent pro Minute pausieren – good to know, wenn man mal etwas weiter fahren möchte.

Berlin ist heißes Pflaster für Leih-E-Roller – das sieht auch Bosch

Seit August mischt auch Bosch mit – Coup heißt die neu gegründete Bosch-Tochter, die in Berlin vorerst 200, später 500 bis 700 Leih-E-Roller zur Verfügung stellen wird. Denn auch Bosch will mitmischen wenn sich die Mobilitätsansprüche der Zielgruppe verändern.

Und in Berlin greift Bosch genau da an, wo eMio nicht mithalten kann. Im Sommer standen viele Berliner vor dem Problem, dass keiner der 150 eMio Roller in der Nähe verfügbar war, denn das Angebot wurde so gut angenommen, dass das Startup kaum mit weiteren Rollern nachlegen konnte. Wo eMio den Markt geöffnet hat, möchte Coup nun den Markt für sich gewinnen. Die Sharing-Plattform gehört zur Robert Bosch GmbH unter Beteiligung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Eine Coup-Fahrt kostet drei Euro, wenn sie nicht länger als 30 Minuten dauert, danach kosten jede 10 Minuten einen Euro.

Gibt eMio auf?

Nein. Der große Vorteil von eMio ist der feste Kundenstamm. Außerdem lässt sich beobachten, dass viele Nutzer den Charme des Startups schätzen und eMio unterstützen möchten. eMio wird sich nach Angaben der Gründer weiterentwickelt, seine Angebote verbessern, alles tun um die Anforderung der Nutzer zu erfüllen. So soll die Rollerflotte 2017 verdoppelt werden. Und das ist auch notwendig. Denn wenn es schnell gehen muss, leiht man eben den Roller, der in der Nähe ist. Sowohl eMio, als auch Coup wollen sich darüber hinaus deutschlandweit aufstellen.

2017 wird spannend!

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