Elektrostudie zum Herstellerengagement für E-Mobilität

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Mit dem Artikel „Repräsentative Umfrage zu Kaufentscheidungen“ schrieb ich bereits über das Interesse der Kunden an Elektrofahrzeugen, welches stetig zunimmt. Passend dazu fand ich eine Elektrostudie von Transport & Environment (T&E), welche das Engagement der Hersteller beurteilt, um die eigene Elektromobilität voran zu bringen.

Modelle, Ausstellung und Produktion

Die Anzahl der elektrischen Modelle ist im Vergleich zu den Verbrennern noch recht überschaubar. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Elektrofahrzeuge noch nicht einmal im Handel erhältlich sind, bzw. nicht bei Autohändlern ausgestellt werden (siehe Titelbild). Man denke nur an den Opel Ampera-e. Zudem haben elektrische Fahrzeuge oftmals eine lange Wartezeit, da die Produktionskapazitäten noch auf sehr niedrigem Niveau sind.

Engagement und Budget

T&E wertete Daten von Ebiquity aus. Ein Unternehmen, das sich auf Marketinganalysen spezialisiert hat. Diese Daten zeigen, dass die etablierten Hersteller nur geringe Bemühungen zeigen um die eigene Elektrosparte anzutreiben. Im Durchschnitt betrug der Anteil des Marketingbudgets für die vollelektrische Fahrzeuge 2,1%. Für Plug-In-Hybride waren sogar nur 1,6%. Das ist der Durchschnitt für Deutschland, Frankreich, Spanien, UK, Italien und Norwegen. Opel, Vauxhall, Ford, Honda, Peugeot-Citroen und Suzuki hatten gar kein wahrnehmbares Budget. In Norwegen sieht die Sache logischerweise etwas anders aus, was nicht sonderlich überraschend ist. Hier investiert BMW 24% des Budgets in die Werbung für vollelektrische Fahrzeuge, bei Mercedes sind es 14% und bei Renault sind es 39% und damit bis zu sechs mal mehr, als in anderen Ländern.

Damit lässt sich sagen, dass die Hersteller eher dem Interesse der Kunden entsprechend die Werbung gestalten, als selbst aktiv zu werden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Hersteller die angepeilten Verkaufszahlen, gemessen am Gesamtverkauf, verfehlen: VW 2% von geplanten 3,5%; BMW 4% von geplanten 10%; Renault-Nissan 2,5% von geplanten 8%. Lediglich Mitsubishi und Audi gelang eine höhere Verkaufszahl als angepeilt.

Die IAA spiegelt ein ähnliches Bild ab. Es sind hauptsächlich Verbrenner zu sehen. Elektrische Fahrzeuge sind lediglich Neuauflagen der alten Modelle, die bereits seit mehreren Jahren zu kaufen sind. Von Innovationen und neuer Technologie oder großen Fortschritten im Bereich der E-Mobilität für die breite Masse ist man hier weit entfernt.

Elektroauto-Quote

Bis 2025 sollen 20% der Fahrzeuge einen elektrischen Antrieb haben. Dafür sind einige grüne Ampeln nötig. T&E sieht die Zukunft so: Ohne Vorgaben in Form einer Elektroauto-Quote in Europa, erlassen durch die EU, wird Europa in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet abgehängt. Dann werden Elektrofahrzeuge in China und den USA produziert und nach Europa importiert. Dann verliert auch Deutschland einen seiner wichtigsten Exportschlager.

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